Schonendere Operation bei Brustkrebs: UKSH bietet neues Verfahren für Patientinnen an
Neues endoskopisches Verfahren kann weniger sichtbare Narben und mehr Lebensqualität ermöglichen
Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, wurde erstmals in Schleswig-Holstein eine endoskopische Brustentfernung über einen kleinen seitlichen Zugang erfolgreich durchgeführt. Das sogenannte Single-Port-Verfahren kann weniger sichtbare Narben ermöglichen und die Lebensqualität nach einer Brustentfernung verbessern.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wenn im Rahmen der Behandlung das Brustdrüsengewebe vollständig entfernt werden muss – eine sogenannte Mastektomie –, ist dies für viele Betroffene körperlich und seelisch stark belastend. Umso wichtiger sind Verfahren, die medizinische Sicherheit mit einem möglichst schonenden Ergebnis verbinden.
Beim neuen Verfahren erfolgt der Eingriff nicht über einen Schnitt direkt an der Brust, sondern endoskopisch über einen kleinen Zugang seitlich an der Brustwand. Die Brusthaut kann dabei erhalten bleiben und auf Wunsch anschließend mit einer Silikon-Prothese rekonstruiert werden.
Weniger sichtbare Narbe, mehr Körpergefühl
„Der Vorteil für Patientinnen ist, dass die Narbe weiter von der Brust entfernt liegt und kürzer ausfallen kann“, sagt Prof. Dr. Marion van Mackelenbergh, Oberärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am UKSH, Campus Kiel. „Zudem ermöglicht uns die endoskopische Technik eine sehr gute Sicht auf das Operationsgebiet. Dadurch können wir das Brustdrüsengewebe besonders genau entfernen. Wir hoffen außerdem, dass das Empfinden in der Brusthaut besser erhalten werden kann. Das spielt für das Körpergefühl und die Lebensqualität der Patientinnen eine wichtige Rolle.“
Geeignet ist das Verfahren für Patientinnen, bei denen das Brustdrüsengewebe vollständig entfernt werden muss, die Brusthaut aber erhalten werden kann. Es kommt insbesondere für Patientinnen infrage, die eine Rekonstruktion mit Silikon-Prothesen wünschen und eine Brustgröße im Bereich eines B- oder C-Cups haben. Ob die Methode im Einzelfall geeignet ist, entscheidet das behandelnde ärztliche Team gemeinsam mit der Patientin.
Am UKSH wird das Verfahren wissenschaftlich begleitet. In einer prospektiven Studie soll untersucht werden, wie sich die endoskopische Mastektomie unter anderem auf die Sensibilität der Brusthaut und die Lebensqualität der Patientinnen auswirkt. International wird die endoskopische Mastektomie bereits angewendet, insbesondere in Asien. Studien berichten dort über positive Ergebnisse hinsichtlich Komplikationen und der sorgfältigen Entfernung des Brustdrüsengewebes.
Neue Verfahren verantwortungsvoll weiterentwickeln
„Moderne Brustchirurgie muss medizinische Sicherheit, wissenschaftliche Weiterentwicklung und die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen zusammenführen“, sagt Prof. Dr. Nicolai Maass, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am UKSH, Campus Kiel. „Als universitäres Brustzentrum wollen wir Patientinnen neue Behandlungsmöglichkeiten frühzeitig zugänglich machen und zugleich wissenschaftlich überprüfen. So können wir die Brustkrebstherapie verantwortungsvoll weiterentwickeln – mit Blick auf das, was medizinisch sinnvoll und für die einzelne Patientin persönlich wichtig ist.“
Das Brustzentrum der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am UKSH, Campus Kiel, ist das älteste von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Brustzentrum und Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH). Dort arbeiten die Fachbereiche der Krebsmedizin eng interdisziplinär zusammen. Patientinnen profitieren von spezialisierter Diagnostik, moderner operativer Therapie, individueller Beratung und der Verbindung von Krankenversorgung und Forschung.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Brustzentrum Kiel, Prof. Dr. Marion van Mackelenbergh
Tel.: 0431 500-21410, MarionTina.vanMackelenbergh@uksh.de
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