Informationsveranstaltung zu Spracherwerbsstörungen bei Kindern und Möglichkeiten einer gezielten Förderung
Unsere Sprachkompetenz ist eine zentrale menschliche Fähigkeit. Während der Kindheit ist sie nicht nur für den Erwerb sozial-kommunikativer Basisfunktionen relevant, sondern auch für die allgemeine kognitive Entwicklung des Kindes und den Wissenserwerb.
Die Sprachentwicklung ist wie kein anderer Entwicklungsbereich störanfällig. Nach konservativer Schätzung sind etwa 15 % aller Kinder eines Jahrgangs von Spracherwerbsstörungen betroffen. Hinzu kommen 15-30 % Kinder aus Zuwanderungsfamilien, die - wie die PISA und IGLU-Studien gezeigt haben - erhebliche Sprachdefizite aufweisen. Eine dritte Gruppe mit einem geschätzten Prozentsatz von 5-15 % jedes Jahrgangs sind Kinder, die unter einer Lese-Rechtschreib-Störung (Legasthenie) leiden.
Defizite im Spracherwerb sind folgenschwere Entwicklungsstörungen. Mittel- und langfristig schränken diese Defizite die betroffenen Kinder in ihrer Fähigkeit ein, über Sprache vermitteltes Wissen wie Lesen, Schreiben, logisches Denken, kulturelles Wissen, Rechnen usw. zu erwerben. Darüber hinaus beeinträchtigen Defizite im Spracherwerb die psychosoziale Entwicklung des Kindes sowie die schulische und berufliche Laufbahn erheblich.
Wie man Kindern mit einer Sprachstörung heute helfen kann und was noch Gegenstand der aktuellen Forschung ist, ist das Thema bei einer Informationsveranstaltung, die die staatliche Berufsfachschule für Logopädie am Klinikum der Universität organisiert hat. Sie findet statt am:
Freitag, 28.10.2005 von 17.00 - 20.00 Uhr
im Hauptgebäude der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1,
1. Obergeschoss, Raum M 105
Behandelt werden folgende Schwerpunkte:
1. Früherkennung und Frühförderung
2. Fördermaßnahmen beim Übertritt vom Kindergarten in die Schule
3. Grundschule: Sprachverstehen und Unterricht anhand des Beispiels des Mathematikunterrichts
Der Referent ist Privatdozent Dr. Zvi Penner. Er arbeitet seit den späten 80er Jahren in der Schnittstelle zwischen psycholinguistisch-klinischer Forschung und Praxis. In den letzten vier Jahren hat er im Rahmen eines universitären Technologie- und Know-How-Transfers aus der Forschung eine Reihe von Interventionsprogrammen für Kinder mit Spracherwerbsstörungen entwickelt.
Die Veranstaltung richtet sich an Eltern betroffener Kinder, aber auch an alle Interessierten, die mit Kindern mit einer sprachlichen Beeinträchtigung (im Alter von bis zu 12 Jahren) arbeiten. Eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt kostet 8 Euro pro Person.
Weitere Informationen bei Kerstin Nonn, Ltd. Lehrlogopädin der Staatlichen BFS für Logopädie, Telefon 089/ 5160- 3980
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