Ausgezeichnet: Bioreaktor, Dichtungsproduktion und intelligente Anschlussdose
289 Studierende der Hochschule Ulm haben zum Ende des Sommersemesters 2010 ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. Besonders herausragende Studienleistungen wurden durch die Verleihung von Preisen gewürdigt, die Industrie und Wirtschaft gestiftet hatten.
In seiner Ansprache an die Absolventinnen und Absolventen bezog sich Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer beispielhaft auf die Ölkatastrophe im Golf von Mexico, um ihnen folgende Empfehlung mit ins Berufsleben zu geben: „Seien Sie selbstbewusst, verteidigen Sie das, was Sie fachlich für richtig halten“, so Bubenzer. Er veranschaulichte, dass sich im Falle der Deep Water Horizon offenbar rein wirtschaftliches Denken gegen technische Argumente und Sorgfalt widerspruchslos durchgesetzt und so zur Katastrophe geführt hat.
Im Rahmen der Abschlussfeier wurden folgende Preise für herausragende Studienleistungen verliehen:
VDI-Preis für Bioreaktor und Dichtungsproduktion
Mit dem VDI-Preis für die besten Abschlussarbeiten - überreicht vom Vorstandsmitglied der VDI-Donau-Iller-Gruppe, Dipl.-Ing. (FH) Thomas Grassmann - wurden gleich drei Absolventen ausgezeichnet. Sascha Princz und Andreas Zink, beide Studiengang Medizintechnik, erhielten ihn für ihre aufeinander abgestimmten Arbeiten zur Optimierung des Bioreaktors der Hochschule Ulm. Während Princz die Elektronik des Bioreaktors völlig umgebaut und das System um eine O2-CO2-Abgasanalyse erweitert hat, entwickelte Zink eine neue Software für die Steuerung, die auch die auch die Messwerte der Abgasanalyse erfasst. Die neuartige Online-Abgasanalyse erlaubt nun Einblicke in die im Bioreaktor ablaufenden Stoffwechselprozesse in Echtzeit. Außerdem ist das Analyseverfahren so in die Steuerung des Bioreaktors integriert worden, dass das System die Erhaltung bestimmter Stoffwechselzustände der Mikroorganismen regeln kann, um optimale biotechnische Produktionsabläufe zu gewährleisten. Die beiden Preisträger haben ihre Arbeiten bereits auf der ANALYTCA einem internationalen Fachpublikum präsentiert.
Als dritter VDI-Preisträger wurde Michael Springer, Studiengang Fahrzeugtechnik, für die Prozessentwicklung einer Metall-Elastomer-Zylinderkopfdichtung ausgezeichnet. Springer hat ein Spritzwerkzeug für die Produktion der Dichtungen entwickelt und die damit hergestellten Dichtungen im Motordauerlauf erfolgreich getestet.
SIEMENS-Förderpreis für intelligente Anschlussdose
Den SIEMENS-Förderpreis für die beste Studienleistung auf dem Gebiet der Elektro- und Informationstechnik überreichte Winfried Speidel, Siemens AG, an Marcus Auer. Der Absolvent des Studiengangs Nachrichtentechnik hat in seiner Abschlussarbeit eine intelligente Anschlussdose für Satelliten-Verteilanlagen konzipiert und eine Prototypen hergestellt. Satelliten-Verteilanlagen liefern Empfangssignale an Receiver in unterschiedlichen Haushalten. Dabei kann es vorkommen, dass sich einzelne Receiver untereinander stören. Die neuartige Dose erlaubt es nun, einen angeschlossenen Receiver auf Kompatibilität mit dem Verteilbus für die Satellitensignale zu überprüfen, um solche Störungen zu vermeiden. Auer arbeitet derzeit an der kommerziellen Weiterentwicklung seines Systems.
Top in „Internationaler Wirtschaft“
Der Förderpreis der Sparkasse Ulm für herausragende Leistungen in den Zusatzqualifikationen „Internationale Wirtschaft“ und ,,Intra- & Entrepreneurship“ wurde dreimal vergeben. Er ging an Anna Kempf, Studiengang Medizintechnik, Sascha Princz, Studiengang Medizintechnik, und an Danny Tank, Studiengang Fahrzeugtechnik. Alle drei haben sich durch hervorragende Leistungen in der Zusatzqualifikation „Internationale Wirtschaft“ ausgezeichnet.
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