Weinberge schützen per App
Bodenerosion ist ein großes Problem für den Weinbau. Ein internationales Forschungsprojekt will den Winzern nun auf digitalem Weg Lösungen aufzeigen.
Extreme Wetterereignisse häufen sich, Trockenheit und Starkregen wechseln sich nicht selten ab. Für den größtenteils in Hanglagen stattfindenden Weinbau hat das gravierende Folgen. Boden wird abgetragen und weggespült. Die Bodenerosion entzieht dem Weinbau im wahrsten Sinne des Wortes die Grundlage.
Ein EU-gefördertes Projekt unter Beteiligung von vier Trierer Forschenden aus der Physischen Geographie will hier Abhilfe schaffen. Sustainable Soil Management Decision Support System in Viticulture lautet der offizielle Titel. Gemeinsam mit Partnern aus unter anderem Griechenland und Spanien soll eine App entwickelt werden, die Winzern hilft, die richtigen Entscheidungen für den Bodenschutz zu treffen. Dazu erhalten die Weinbauern Informationen über die jeweilige Bodenbeschaffenheit, die Anlage von Grünbewuchs, der das Erdreich zusammenhält, oder auch Schädlingserkennung.
Trierer Expertise international gefragt
Die Trierer bringen dabei besondere praktische Expertise ein: „Wir haben große Erfahrung mit Messungen im Gelände, Drohnenaufnahmen und Vegetationsdokumentation“, erklärt Dr. Manuel Seeger, Akademischer Oberrat in der Physischen Geographie. „Außerdem ist die Situation bei unseren Partnern in Granada mit Steillagen auf Schiefer vergleichbar mit unserer Weinbauregion.“ Beste Voraussetzungen also, um die spanischen Verhältnisse unter die Lupe zu nehmen. Schon im März geht es für Seeger und sein Team nach Andalusien.
Zudem sei man in Deutschland schon recht weit, was die Bereitschaft zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen gegen Bodenerosion angeht. Inwiefern die spanischen oder griechischen Weinbauern die Probleme wahrnehmen und ob sie offen für neue Lösungswege sind, wollen internationale Projektpartner aus Soziologie und Humangeographie noch herausfinden.
Nach den vier Jahren Förderung soll neben der direkten Anwendung im Weinbau geprüft werden, ob die Methodik auch auf andere Landwirtschaftszweige anwendbar ist.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Manuel Seeger
Physische Geographie
Mail: seeger@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-4557
Die semantisch ähnlichsten Pressemitteilungen im idw
