Anleger- und Verbraucherschutz in Kryptomärkten (AVK) - Pressemitteilung von ZEVEDI
Eine neue Projektgruppe bei ZEVEDI untersucht rechtliche, ökonomische und technische
Grundlagen für einen wirksamen Schutz von Anlegern und Verbrauchern in den Kryptomärkten der EU. Besondere Aufmerksamkeit gilt Informationsasymmetrien, der Rolle von Social Media als Informationsbeschaffung und dem Umgang mit Extremsituationen wie Abwicklung und Insolvenz.
Die Europäische Union hat öffentliche Angebote, die Zulassung zum Handel von Kryptowerten und Kryptowerte-Dienstleistungen durch die neue Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) umfassend reguliert – ein weltweit führender Schritt in Richtung Marktordnung. Erste Erfahrungen zeigen allerdings, dass Emittenten und Dienstleister die Anforderungen nicht durchweg erfüllen, etwa wegen der fehlenden Zulassung, unzureichender technischer Schutzmechanismen oder fehlender Whitepaper. Sie müssen teils in der Folge den Markt wieder verlassen. Damit rücken Fragen des Anleger- und Verbraucherschutzes in den Mittelpunkt: Wie lassen sich Anleger und Verbraucher in diesem dynamischen Umfeld wirksam schützen sowie rechtzeitig und verlässlich informieren?
Hier setzt die neue Projektgruppe Anleger- und Verbraucherschutz in Kryptomärkten (AVK) des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) an. Sie untersucht, wie Informationsasymmetrien abgebaut, präventive Schutzmechanismen entwickelt, Social-Media-Kanäle für die breite Informationsbeschaffung nutzbar gemacht werden können und wie eine große Anzahl Verbraucher in Verbandsklagen ihre Ansprüche verfolgen lassen können. Betrachtet werden auch Extremsituationen wie Zulassungsentzug, Abwicklung und Insolvenz, in denen die Schutzmechanismen der MiCAR ihre Praxistest erfahren.
„Dem Zentrum war es wichtig, mit dieser Projektgruppe die Schwächsten in diesen großen und wachsenden Märkten – die Anleger und Verbraucher – zu betrachten und deren Schutz voranzutreiben. Auf Unionsebene ist das Schutzniveau zwar schon vergleichsweise hoch, allerdings halten nicht alle Schutzmechanismen einer wissenschaftlichen Prüfung stand – hier setzt die Projektgruppe an“, so der Sprecher der Projektgruppe Dominik Skauradszun.
Neben Prof. Dr. Skauradszun (Hochschule Fulda) gehören Prof. Dr. Sebastian Omlor (Philipps-Universität Marburg, stellvertretender Sprecher), Prof. Dr. Dr. Walter Blocher (Universität Kassel), Prof. Dr. Michaela Hönig (Frankfurt University of Applied Sciences), Prof. Dr. Dr. Alexander Morell (Goethe-Universität Frank-furt), Prof. Dr. Florian Möslein (Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Nils Urbach (Frankfurt University of Applied Sciences) sowie Prof. Dr. Sarah Legner (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, vorm. EBS Univer-sität für Wirtschaft und Recht) zu den Mitgliedern der Projektgruppe.
Das Vorhaben bündelt Expertise aus Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und Informatik und verfolgt das Ziel, konkrete Vorschläge für eine Weiterentwicklung des unions- und nationalrechtlichen Rechtsrahmens zu erarbeiten. Im Fokus stehen praxisorientierte Lösungsansätze für Regulierungsbehör-den, Politik und Marktteilnehmer, die den Anleger- und Verbraucherschutz stärken und zur Stabilität der Kryptomärkte beitragen sollen.
Das Projekt beginnt im September 2025 und hat eine Laufzeit von 18 Monaten.
Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung ZEVEDI ist ein Forschungs- und Kompetenznetz. Es bündelt die wissenschaftliche Expertise der hessi-schen Hochschulen zur Analyse normativer Aspekte des digitalen Wandels und trägt zur Gestaltung dieses Wandels bei. Das Zentrum konkretisiert Verantwortung als wichtigen Gesichtspunkt von Tech-nologieentwicklung und arbeitet daran, diesen umsetzbar zu machen. Es erbringt Forschungsleistun-gen, stärkt den Transfer von Wissen in die Wirtschaft und die Gesellschaft hinein und berät die Politik forschungsbasiert zu den Themen Recht, Ethik und Innovation – für eine demokratische und humane Ausrichtung des digitalen Wandels. Wissenschaftliche Direktorin des Zentrums ist Prof. Dr. Petra Geh-ring. Die Geschäftsstelle an der TU Darmstadt steht unter der gemeinsamen Leitung von Dr. Jörn Laakmann und Dr. Christian Person. ZEVEDI wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation.
Kontakt: office@zevedi.de,
+49 6151-16 24739
Web: https://zevedi.de
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