Auszeichnung: Wuppertaler Juniorprofessor wird Mitglied im Jungen Kolleg
Zum 1. Januar 2026 hat die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sieben neue Stipendiat*innen in das Junge Kolleg aufgenommen. Unter ihnen ist auch Dr. Hannes Gernandt aus der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften. Der Experte für Port-Hamiltonsche Systeme ist seit Dezember 2023 Juniorprofessor an der Bergischen Universität Wuppertal.
Mit Methoden der angewandten Mathematik modelliert und optimiert Hannes Gernandt dynamische Systeme, also zeitlich veränderliche Prozesse. Um Modellfehler zu vermeiden, gewinnen datenbasierte Verfahren wie das maschinelle Lernen zunehmend an Bedeutung. Mit einem Haken: Rein datengetriebene Modelle liefern zwar oft gute Ergebnisse, berücksichtigen häufig aber keine physikalischen Gesetzmäßigkeiten, wie beispielsweise die Energieerhaltung. In seiner Forschung nutzt Gernandt daher einen Ansatz, der in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat: Sogenannte Port-Hamiltonsche Systeme verbinden physikalisches Wissen mit datenbasierten Methoden.
Als Mitglied des Sonderforschungsbereichs 1701 an der Bergischen Universität nutzt er Port-Hamiltonsche Methoden, um neue Optimierungsverfahren und Regelungsmethoden zu entwickeln. Derzeit beschäftigt sich Hannes Gernandt an der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien (IEG) mit der Simulation und Optimierung komplexer Energienetze, insbesondere von Wasserstoff- und Fernwärmeinfrastrukturen.
Wichtige Auszeichnung
Für die neuen Mitglieder ist die Aufnahme eine wichtige Auszeichnung: Das Junge Kolleg bietet sowohl finanziellen Freiraum für die eigene Forschung und Kunst in Form eines jährlichen Stipendiums in Höhe von 10.000 Euro als auch die Möglichkeit zum Austausch mit anderen exzellenten Forschenden und Kunstschaffenden. Dabei begegnen sich einige der Besten ihrer Fächer, junge wie etablierte Wissenschaftler*innen und Künstler*innen, deren Wege sich sonst nicht kreuzen würden. Vertreten sind die Geisteswissenschaften, die Naturwissenschaften und die Medizin, die Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften – sowie die Künste, eine Besonderheit der Akademie.
„Die Aufnahme in das Junge Kolleg ist eine einmalige Gelegenheit, meinen wissenschaftlichen Horizont zu erweitern und mit zahlreichen jungen Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen in den Austausch zu treten. Ich freue mich sehr darauf, meine Expertise in der angewandten Mathematik und im Bereich der erneuerbaren Energien einzubringen und im Rahmen der Initiative Humboldtn das Thema Nachhaltigkeit noch stärker und gezielter in meine Forschung zu integrieren“, sagt Hannes Gernandt.
Drei der Stipendienplätze, darunter auch der von Hannes Gernandt, werden in diesem Jahr durch die Zusammenarbeit der Akademie mit der Landesrektorenkonferenz unter dem Dach der Nachhaltigkeitsinitiative Humboldtn ermöglicht: Die bundesweit einmalige Kooperationsvereinbarung zwischen den Universitäten eines Bundeslandes und seiner Wissenschaftsakademie im Bereich der Nachwuchsförderung sieht vor, im Jungen Kolleg bis zu zwölf zusätzliche Stipendiat*innen aufzunehmen, die neue Impulse zu Fragen der Nachhaltigkeit im Kontext von Forschung und Hochschulorganisation setzen sollen.
Seit 20 Jahren fördert die Akademie mit dem Jungen Kolleg den wissenschaftlichen Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen und zählt mittlerweile rund 200 aktive, assoziierte und ehemalige Stipendiat*innen. Das Junge Kolleg steht Promovierten sowie herausragenden künstlerischen Talenten offen, die nicht älter als 36 Jahre sind.
Weitere Informationen:
https://www.uni-wuppertal.de/de/news/detail/potenzial-voll-ausschoepfen-port-hamiltonian-institute-gegruendet/ - Pressemitteilung vom 13. August 2025
https://www.uni-wuppertal.de/de/news/detail/wegbereiter-fuer-die-zukunft-wissenschaftlerinnen-der-bergischen-uni-erforschen-neuen-ansatz-in-der-mathematischen-modellierung/ - Pressemitteilung vom 25. November 2024
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