Gute Verbindung | Wie ein wissenschaftliches DFG-Netzwerk Forschende voranbringt
Zehn Sprachwissenschaftler*innen haben über fünf Jahre lang durch ein besonderes Netzwerk zusammengearbeitet – unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Die prestigeträchtige Förderung ermöglichte Ihnen, sich über ihre Forschungsprojekte austauschen, gemeinsame Projekte zu entwickeln und sogar Koryphäen ihres wissenschaftlichen Bereichs zum direkten Gespräch einzuladen. Zum Abschluss konnten die Wissenschaftler*innen nun einen gemeinsamen Sammelband im renommierten Verlag der Cambridge University Press veröffentlichen.
Die Linguistin Dr. Teresa Pham, Universität Vechta, zählt die Erfahrung zu den Highlights ihrer bisherigen Karriere.
Hier ein Auszug aus dem Interview mit Dr. Teresa Pham.
Das vollständige Interview finden Sie auf Wissenschaft-im-Norden.de, dem Wissenschaftsportal der Universität Vechta.
Frau Pham, das Netzwerk, das Sie mit Ihrem Kollegen geleitet haben, wurde von der DFG gefördert. Das gilt als besonderes Prädikat. Was hat es Ihnen persönlich bedeutet, als Sie von der DFG damals die Bewilligung für Ihren Antrag bekommen haben?
An diesen Moment kann ich mich noch genau erinnern. Als ich den Brief von der DFG mit der Bewilligung in den Händen hielt, konnte ich es kaum glauben. Es war als hätten wir den Jackpot geknackt! Schließlich wird nur ein Bruchteil von Anträgen bewilligt und mit solchen größeren Fördersummen kann man einfach unheimlich viel in der Wissenschaft gestalten und bewirken.
Ich habe sofort Sven, meinen Kollegen, der mit mir den Antrag federführend vorbereitet hat, angerufen und dann alle anderen aus dem Netzwerk per WhatsApp informiert. Dass der Antrag wirklich bewilligt wurde und unser Projekt von den Gutachtern so gelobt worden war, war ein riesiges Erfolgserlebnis, für alle in unserem Netzwerk.
Neben der wertvollen Aufmerksamkeit hat die DFG Ihnen ein wissenschaftliches Netzwerk ermöglicht. Was ist dadurch entstanden?
Wir haben uns über einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren etwa alle sechs Monate getroffen. In der Corona-Zeit geschah das online. Die Beziehungen, die dadurch in unserem wissenschaftlichen Netzwerk entstanden sind, gehen in ihrer Intensität weit über die Kontakte hinaus, die man üblicherweise bei Konferenzen knüpft.
Dabei haben wir erleben dürfen, wie wir uns alle beruflich weiterentwickelt haben. Und natürlich konnten wir die Entwicklung der einzelnen Forschungsprojekte Schritt für Schritt nachverfolgen. Auch der Einblick in die Organisation von Universitäten im Ausland war sehr interessant, denn in unserem Netzwerk waren neben acht deutschen Sprachwissenschaftler*innen auch eine Person aus Oxford und eine Person aus Amsterdam.
Dabei ist Feedback aus verschiedenen Perspektiven und von Personen mit verschiedenen Forschungsschwerpunkten ganz wichtig für das eigene Forschungsprojekt. Dieses Feedback hat mein Habilitationsprojekt ganz entscheidend geformt. Und last but not least haben wir alle mit dem Netzwerk ein vertrauensvolles Umfeld aufgebaut, in dem man auch seine beruflichen Sorgen äußern kann. Auch das ist in der Wissenschaft besonders wertvoll, angesichts des Prekariats der Stellen des wissenschaftlichen Mittelbaus sowie des oft langwierigen Bewerbungsprozesses für Professuren.
Dazu hatten Sie die Möglichkeit, Gäste einzuladen – und haben die Chance genutzt, herausragende Expert*innen Ihres Bereichs zum direkten Gespräch zu bitten. Wie lief das ab?
Zu sechs Treffen unseres Netzwerks konnten wir ein internationale Expert*innen einladen, die nur für uns Vorträge hielten. Das war für uns eine großartige Chance, mit den wichtigsten Sprachwissenschaftlern für unseren Bereich ins Gespräch zu kommen.
Besonders beeindruckt haben mich persönlich die Begegnungen mit Betty Birner von der Northern Illinois University und Douglas Biber von der Northern Arizona University aus den USA. Beide waren ganz nahbar, bodenständig und unprätentiös – obwohl sie für den Bereich der Syntax des Englischen zu den weltweit angesehensten Linguisten der Gegenwart zählen.
Klingt ja fast, wie einen Popstar zu treffen…
Ja, absolut! Das sind die Popstars der Linguistik! Quasi die Biebers der Linguistik, wie ein Kollege zu sagen pflegt – nur bodenständiger!
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