Fritz Stern Award for Democratic Engagement geht an Małgorzata Maria Gersdorf
Berlin, 12. Januar 2026. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und Bard College Berlin zeichnen mit dem erstmals verliehenen Fritz-Stern-Preis für demokratisches Engagement Frau Małgorzata Maria Gersdorf, ehemalige Erste Präsidentin des Obersten Gerichtshofs der Republik Polen, für ihren herausragenden Einsatz für Demokratie, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit aus. Der Abend der Preisverleihung am 28. Januar 2026 ist zugleich Auftakt für das neu gegründete European Democracy Institute.
Der Fritz Stern Award würdigt Persönlichkeiten, die in besonderer Weise intellektuelle Neugier, moralische Standfestigkeit und jene Werte verkörpern, die offene Gesellschaften charakterisieren. Benannt nach dem renommierten Historiker und Intellektuellen Fritz Stern (1926–2016), spiegelt der Preis Ideale wider, die sowohl das Bard College Berlin als auch die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften prägen. Fritz Stern wurde 1994 als Außerordentliches Mitglied in die Geisteswissenschaftliche Klasse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt und blieb der Akademie bis zu seinem Lebensende verbunden.
Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften: „Fritz Stern hat sein Leben lang nicht nur erforscht, was Demokratie stärkt und was sie schwächt, sondern bis in sein hohes Alter vor Gefahren für die Demokratie gewarnt. Dazu gehörten aus seiner Sicht Angst, Kulturpessimismus und Populismus – und es ist in der gegenwärtigen Krise der Demokratie dringend nötig, auf seine Stimme zu hören und auf die von Menschen, die in diesem Geist für die Demokratie eintreten. Deswegen verleihen wir Małgorzata Gersdorf den ersten Fritz Stern Award for Democratic Engagement.“
Mit ihrer Verteidigung von Justiz und demokratischen Prinzipien verkörpert Małgorzata Maria Gersdorf Integrität und Zivilcourage. Von ihrem frühen Engagement in der Solidarność, mit der sie freie und faire Wahlen sowie wirtschaftliche und politische Reformen von der polnischen kommunistischen Regierung einforderte, bis hin zu ihrer Amtszeit als Erste Präsidentin des Obersten Gerichtshofs Polens (2014–2020) ist sie politischen Bestrebungen, die Justiz zu schwächen, unbeirrt und beharrlich entgegengetreten. Ihre Rückkehr an den Obersten Gerichtshof im Jahr 2017 – mit einer weißen Rose in der Hand – wurde zu einem eindrucksvollen Sinnbild für Polens Bekenntnis zu verfassungsmäßiger Ordnung und Gerechtigkeit in Europa.
„Małgorzata Gersdorfs standhafte Verteidigung der richterlichen Unabhängigkeit und der verfassungsmäßigen Ordnung erinnert uns daran, dass Demokratie von Menschen abhängt, die in Momenten größter Gefährdung mutig handeln“, erklärt Florian N. Becker, Geschäftsführender Direktor des Bard College Berlin. „Die Gründung des European Democracy Institute im Zusammenhang mit der erstmaligen Verleihung dieses Preises ist ein Bekenntnis dazu, Demokratie durch Bildung, Wissenschaft und bürgerschaftlichen Dialog zu stärken.“
Die Preisverleihung findet am 28. Januar 2026 im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Die Laudatio hält Andreas Voßkuhle, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Akademiemitglied.
Fritz-Stern-Preis für demokratisches Engagement
Ehrung von Małgorzata Maria Gersdorf
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
28. Januar 2026 | 18:00 Uhr
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal,
Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Informationen und Anmeldung unter https://www.bbaw.de/veranstaltungen/veranstaltung-fritz-stern-award-for-democratic-engagement
Die Veranstaltung markiert zugleich den Auftakt des Europäischen Demokratie Instituts (EDI) am Bard College Berlin unter der Leitung von Berit Ebert und Boris Vormann vom Bard College Berlin. Das EDI versteht sich als zentraler Ort für Forschung, öffentliche Debatten und Bildungsinitiativen zur Demokratie im 21. Jahrhundert. Es begreift Demokratie in einem weiten Sinne als Regierungsform, die auf funktionierenden Institutionen, einer lebendigen Zivilgesellschaft, wirtschaftlicher Stabilität und entsprechenden sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen beruht. Mehr Informationen zur Gründung des European Democracy Institute finden Sie unter https://berlin.bard.edu/academics/democracy-institute
Die Veranstaltung und die Gründung des European Democracy Institute werden durch die großzügige Unterstützung der C.H. Beck Kulturstiftung, von Allison Blakely, Ruprecht Brandis, Roland Brinkmann und Olivier Weddrien ermöglicht.
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