KI-gestützte Materialforschung in Sachsen
Die beiden Leibniz-Institute IFW Dresden und IPF bauen mit dem EFRE-geförderten Projekt Leibniz-AI4MAT die Infrastruktur für KI-gestützte Materialforschung in Sachsen auf.
Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet der Materialforschung neue Möglichkeiten: Durch datengetriebene Modelle lassen sich große Mengen an Forschungsdaten aus Theorie und Experiment systematisch auswerten, um Materialien und Materialkombinationen mit neuartigen Eigenschaften gezielt zu entwickeln. Damit können Entwicklungsprozesse deutlich beschleunigt und Ressourcen effizient eingesetzt werden.
Gemeinsame Infrastruktur für KI-gestützte Materialforschung
Mit dem Projekt „Artificial Intelligence for In Silico Materials Research (Leibniz-AI4MAT)“ bündeln das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden) und das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) ihre Expertise und schaffen eine gemeinsame Basis für KI-gestützte Materialienentwicklung in Sachsen. Im Zentrum steht der Aufbau und nachhaltige Betrieb eines leistungsfähigen Rechenclusters, das als Forschungsinfrastruktur für KI- und Machine-Learning-Methoden in der Materialforschung dienen soll. Durch die enge Kooperation der beiden Dresdner Leibniz-Institute werden Kompetenzen und Ressourcen gebündelt, um neue Ansätze in der datenbasierten Materialentwicklung langfristig zu etablieren.
Das Rechencluster soll standortübergreifend nutzbar sein und KI-Methoden für die Vorhersage von Materialeigenschaften, das Design neuartiger Materialien sowie die Ableitung optimaler Synthese- und Herstellungsstrategien bereitstellen. Im Vergleich zu klassischen Trial-and-Error-Verfahren verspricht dieser Ansatz eine deutliche Reduktion von Zeit und Ressourcen in Forschung und Entwicklung. Ein Abwärmerückgewinnungssystem stellt sicher, dass die im Betrieb entstehende Wärme weitergenutzt wird und leistet damit einen Beitrag zu einer energieeffizienten und nachhaltigen Infrastruktur.
Leibniz-AI4MAT wird im Rahmen der Richtlinie „Research InfraProNet 2021–2027“ gefördert und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie den Just Transition Fund kofinanziert – eine Initiative des Freistaates Sachsen zur Unterstützung anwendungsorientierter Projekte und Forschungsinfrastrukturen an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jeroen van den Brink
Ähnliche Pressemitteilungen im idw