Strahlentherapie: höchste Sicherheit und Komfort für Patientinnen und Patienten
Berlin, 19.02.2026 – Die moderne Strahlentherapie ist nicht nur sehr sicher, sondern durch technologischen Fortschritt und besseres biologisches Verständnis der Strahlenwirkung werden die Therapiekonzepte auch komfortabler für Patientinnen und Patienten.
Sicherheit und Verträglichkeit
Strahlentherapie wird meistens sehr gut vertragen. Die Risiken sind gering und unabhängig vom Patientenalter. Altersbedingte Einschränkungen von Organfunktionen (z. B. Narkosefähigkeit für Operationen, Nierenfunktion bei medikamentöser Tumortherapie) spielen keine Rolle. Es ist deshalb zu erwarten, dass Strahlentherapie zukünftig für die onkologische Versorgung bei zunehmendem Alter der Patientinnen und Patienten und zunehmenden Komorbiditäten eine größere Rolle spielen wird.
Bei direktem Vergleich mit einer Operation als lokalem Therapieverfahren schneidet die Strahlentherapie bei einer zunehmenden Zahl von Erkrankungen sehr günstig ab, z. B. bei Oropharynxkarzinomen, kleinen Lungentumoren der Kategorie T1 und lokalisiertem Prostatakrebs (1, 2).
Zunehmende Bedeutung haben hochpräzise Bestrahlungen, z. B. als lokal ablative Therapie von Oligometastasen. In der kürzlich publizierten kanadischen GROUQ-PCS-9-Studie erhielten Patientinnen und Patienten mit einem oligometastasierten Prostatakarzinom entweder nur eine medikamentöse Therapie oder auch eine zusätzliche Strahlentherapie der Metastasen; die Krankheitsbeherrschung wurde durch die Strahlentherapie wesentlich verbessert und die Rate an Nebenwirkungen war in beiden Gruppen identisch (3).
Patientenkomfort
Für viele Erkrankungssituationen ist heute eine hypofraktionierte Bestrahlung möglich; dadurch wird die Zahl der ambulanten Behandlungstermine deutlich, d. h. auf etwa die Hälfte, manchmal sogar noch weniger, reduziert. Beispiele sind die postoperative Bestrahlung bei Brustkrebs, die Strahlentherapie bei Prostatakrebs und die Behandlung von Metastasen (4). Vor allem für Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen mit langen Anfahrtswegen zur nächsten Strahlentherapie ist das eine wesentliche Erleichterung.
Moderne Bestrahlungsgeräte verfügen zunehmend auch über Systeme, die die Oberflächenkontur des Patienten/der Patientin erkennen und dadurch die Positionierung bei der Bestrahlung kontrollieren können. Dadurch wird die Bestrahlung nicht nur präziser, sondern man kann auch in vielen Fällen auf Hautmarkierungen verzichten (5, 6).
Effektivität, Sicherheit und Patientenkomfort werden in der Strahlentherapie auch zukünftig weiter zunehmen, da dieses Fachgebiet von technologischen Entwicklungen in Robotik und Informatik in besonderer Weise profitiert.
Referenzen:
1. Nichols AC, Theurer J, Prisman E et al. Radiotherapy Versus Transoral Robotic Surgery for Oropharyngeal Squamous Cell Carcinoma: Final Results of the ORATOR Randomized Trial. J Clin Oncol 2024; 42: 4023-4028
2. van As N, Yasar B, Griffin C et al. Radical Prostatectomy Versus Stereotactic Radiotherapy for Clinically Localised Prostate Cancer: Results of the PACE-A Randomised Trial. Eur Urol 2024; 86: 566-576
3. Niazi T, Saad F, Tisseverasinghe S et al. Metastases-directed therapy in addition to standard systemic therapy in oligometastatic castration-resistant prostate cancer in Canada (GROUQ-PCS 9): a multicentre, open-label, randomised, phase 2 trial. Lancet Oncol 2025; 26: 1158-1167
4. Coles CE, Haviland JS, Kirby AM et al. Dose-escalated simultaneous integrated boost radiotherapy in early breast cancer (IMPORT HIGH): a multicentre, phase 3, non-inferiority, open-label, randomised controlled trial. Lancet 2023; 401: 2124-2137
5. Essers M, Mesch L, Beugeling M et al. Goodbye face masks! Accurate head and neck radiotherapy using individual dorsal shells and surface guidance. Radiother Oncol 2025 Jul; 208: 110909. doi: 10.1016/j.radonc.2025.110909
6. Laaksomaa M, Ahlroth J, Pynnönen K et al. AlignRT®, Catalyst™ and RPM™ in locoregional radiotherapy of breast cancer with DIBH. Is IGRT still needed? Rep Pract Oncol Radiother. 2022 Oct 31; 27 (5): 797-808. doi: 10.5603/RPOR.a2022.0097
DEGRO-Pressestelle
Prof. em. Dr. Jürgen Dunst
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