Schweres Lungenversagen: Studie soll Intensivtherapie verbessern
1,7 Millionen Euro für bundesweite Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg / Untersucht wird, ob Intensivpatient*innen mit ECMO von Bauchlagerung profitieren / 20 Zentren beteiligt
Eine neue bundesweite klinische Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg soll die Behandlung dieser Patient*innen mit besonders schwerem Lungenversagen verbessern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit insgesamt 1,7 Millionen Euro. Denn viele Patient*innen mit schwerem Lungenversagen kämpfen auf der Intensivstation um ihr Leben. Bei besonders schwerem Verlauf kann eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) eingesetzt werden – ein Verfahren, bei dem eine Maschine außerhalb des Körpers vorübergehend den Gasaustausch der Lunge übernimmt. Trotz dieser aufwändigen Therapie überlebt derzeit nur etwa die Hälfte der betroffenen Patient*innen.
In der Studie unter Leitung von PD Dr. Alexander Supady, Oberarzt an der Interdisziplinären Internistischen Intensivmedizin (IMIT) des Universitätsklinikums Freiburg wird untersucht, ob sich die Überlebenschancen dieser schwerkranken Menschen verbessern lassen, wenn sie frühzeitig nach Beginn der ECMO-Therapie auf dem Bauch gelagert werden.
„Die Förderung durch die DFG ermöglicht uns, eine klinisch hochrelevante Frage systematisch und auf höchstem wissenschaftlichem Niveau zu untersuchen“, sagt Studienleiter Supady. „Unser Ziel ist es, die Überlebenschancen dieser schwerkranken Patient*innen weiter zu verbessern.“
Studie untersucht Therapie für besonders schweres Lungenversagen
Das akute Atemnotsyndrom (ARDS) ist eine lebensbedrohliche Form des Lungenversagens. Es kann unter anderem im Verlauf schwerer Lungeninfektionen auftreten, etwa bei COVID-19 oder Influenza, aber auch nach schweren Verletzungen oder großen Operationen.
Bei ARDS-Patient*innen ohne ECMO gehört die Bauchlagerung seit Jahren zur Standardtherapie und senkt nachweislich die Sterblichkeit. Ob dieser Effekt auch während einer ECMO-Therapie besteht, ist bislang jedoch nicht eindeutig geklärt. Frühere Analysen von Behandlungsdaten deuten teilweise auf einen Vorteil hin, während andere Studien keinen zusätzlichen Nutzen zeigen.
Die nun geplante multizentrische Studie soll diese Frage systematisch untersuchen. Insgesamt sollen rund 260 Patient*innen in 20 erfahrenen ECMO-Zentren in ganz Deutschland eingeschlossen werden. Die Durchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Klinische Studien (ZKS) des Universitätsklinikums Freiburg.
„In dieser Studie werden wir gemeinsam mit anderen erfahrenen ECMO-Zentren wichtige prospektive Daten erheben“, sagt Prof. Dr. Tobias Wengenmayer, Ärztlicher Leiter der Interdisziplinären Internistischen Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. „Auf dieser Grundlage wollen wir die Behandlung von Patient*innen mit besonders schwerem Lungenversagen weiter verbessern.“
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
PD Dr. Alexander Supady, MPH
Oberarzt | Senior Physician
Interdisziplinäre Medizinische Intensivtherapie (IMIT)
Universitätsklinikum Freiburg
Tel.: +49 761 270-73790
alexander.supady@uniklinik-freiburg.de
https://www.uniklinik-freiburg.de/interdisziplinaere-medizinische-intensivtherapie.html
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