Maximale Perspektive für junge Forschende: Zweiter Jugend forscht Regionalwettbewerb an der Constructor University
Regenwasserfiltersysteme, Weltraumroboter und eine Müsli-Montagestation. Das waren nur einige der wissenschaftlichen Projekte, die beim zweiten Jugend forscht Regionalwettbewerb am 19. Februar an der Constructor University präsentiert wurden. Die Veranstaltung brachte mehr als 100 junge Wissenschaftler*innen aus Schulen in ganz Bremen Nord zusammen, um die innovativsten Forschungsprojekte der Region unter dem Motto „Mach dir einen Kopf" zu präsentieren und auszuzeichnen. Preise wurden in sieben Kategorien und zwei Altersgruppen (Jugend forscht und Schüler experimentieren) an die besten Projekte vergeben. Die Gewinnerinnen und Gewinner qualifizierten sich damit für den Landeswettbewerb.
"Der Wettbewerb ist ein hervorragendes Instrument der Begabungsförderung, deshalb sind wir stolz darauf, Jugend forscht zu unterstützen“, sagt Renate Raschen, Referentin für Wettbewerbe beim Senator für Kinder und Bildung. "Zudem hat sich hier in Bremen-Nord in den letzten zwei Jahren ein starkes Netzwerk in enger Zusammenarbeit mit der Constructor University und KUKA entwickelt. Es ist für unsere Schulen ein wichtiges Signal, so verlässliche Partner an der Seite der Jugendlichen zu wissen, die hier mit großem Engagement als junge Forscherinnen und Forscher ihre Ideen präsentieren."
Die Veranstaltung fand als Ausstellung im International Conference Center der Constructor University statt, wo 49 teilnehmende Teams ihre Projekte mit aufwendigen Ständen und Präsentationen vorstellten und ihre Forschungsergebnisse präsentierten. Die diesjährigen Beiträge zeigten Neugier, Kreativität und wissenschaftliche Sorgfalt bei der Bewältigung realer Herausforderungen in sieben Kategorien: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik und Technik. Die Schulband „Die Bergboys" vom Gymnasium Vegesack eröffnete die Feierlichkeiten mit einem schwungvollen musikalischen Auftritt vor mehr als 300 Anwesenden.
Zu den herausragenden Projekten gehörte das der 10-jährigen Talea Karachous von der Grundschule Borchshöhe, die den ersten Preis bei Schüler experimentieren in der Kategorie Chemie gewann. Sie untersuchte, ob verschiedene Lebensmittelfarben den Geschmack von Lebensmitteln beeinflussen, und zeigte durch Blindverkostungen, dass Kartoffelpüree beispielsweise je nach zugesetzter Lebensmittelfarbe unterschiedlich schmeckt. In der Kategorie Technik gewann der 13-jährige Raphael Höhn von der Oberschule In den Sandwehen den ersten Preis für „PhoBi", eine App, die er zur Überwachung und Steuerung des Mikroalgenwachstums in Produktionsanlagen entwickelt hat.
Umwelt, Nachhaltigkeit und Technologie waren in diesem Jahr beliebte Themen, wobei zahlreiche Projekte sich mit Wasserreinigung, Ressourcenschonung und Abfallreduzierung befassten – ob hier auf der Erde oder darüber hinaus. „KIVA" von Eva Cicirello und Ina Manthei – ein an WALL-E erinnernder Such- und Aufräumroboter für Raumstationen – belegte den zweiten Platz in der Kategorie Mathematik/Informatik. Ein weiteres Projekt von Thalia Baumgart, Fynn Zibke und Mattis Mersmann erforschte effiziente Wasserrecyclingsysteme für den Mars.
Für Gabriele Breuer, Wettbewerbsleiterin des Regionalwettbewerbs Bremen Nord von Jugend forscht, stellte die Veranstaltung weit mehr als eine Wissenschaftsmesse dar, sondern vielmehr eine Investition in die Zukunft der Region und ein starkes Gegengewicht zu den Gefühlen der Marginalisierung, die junge Menschen in benachteiligten Gemeinden in Bremen Nord betreffen können.
„Junge Menschen für Wissenschaft und Technik zu begeistern, ist mir sehr wichtig, denn wir brauchen immer neue Ideen, um unsere Wirtschaft wettbewerbsfähig und effizient zu halten", sagt Breuer. „Deshalb müssen wir früh bei den Kindern anfangen und sie mit Jugend forscht in Kontakt bringen, damit die natürliche Neugier nicht verloren geht. Gerade in Gemeinden wie Bremen Nord, wo sich Menschen oft übersehen oder zurückgelassen fühlen, sind Wettbewerbe wie Jugend forscht besonders wichtig. Sie erinnern uns immer wieder daran, dass wir uns nicht verstecken müssen. Ich bin immer wieder erstaunt, worüber Kinder und Jugendliche nachdenken und wie sie die Welt sehen. Sie wollen etwas bewirken und Veränderungen schaffen", sagt sie.
Aufbauend auf dem Erfolg der letztjährigen Premiere wurde der diesjährige Wettbewerb erneut von den Patenunternehmen Constructor University und KUKA Assembly & Test GmbH gemeinsam ausgerichtet. Jugend forscht ist die größte öffentlich-private Partnerschaft dieser Art in Deutschland und umfasst rund 250 Partner, hauptsächlich aus der Wirtschaft. Constructor University und KUKA stellten die Ressourcen zur Verfügung, um den Wettbewerb für die Region Bremen Nord zu organisieren und auszurichten, und arbeiteten mit anderen Akteuren aus der Gemeinde zusammen, um Preise und andere Materialien für die Veranstaltung zu koordinieren. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Geldpreise zwischen 45 und 75 Euro sowie Sonderpreise wie Abonnements wissenschaftlicher Zeitschriften, Mitgliedschaften im DLR_School_Lab Club und Anerkennungen des Bundesministeriums und anderer Sponsoren.
„Bereits im zweiten Jahr zeigt der Wettbewerb, wie wirkungsvoll diese Begegnungen sein können", sagt René Wells, Projektmanager für Public Engagement an der Constructor University. „Was wir aufbauen, ist eine Brücke – von der Neugier der Schülerinnen und Schüler zur Erfahrung professioneller Forschender. Wenn Schülerinnen und Schüler ihre Ideen präsentieren, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen und eine echte Forschungsumgebung erleben, beginnt Wissen in beide Richtungen zu fließen."
Die Partnerschaft spiegelt das umfassendere Engagement der Constructor University für gesellschaftliches Engagement, regionale Entwicklung und die Förderung der Wissenschaften und höherer Bildung in ihrer Heimatgemeinde wider. „Durch die Verbindung von Schulen, Universitäten und der breiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft stärken Veranstaltungen wie diese die Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft", fügt Wells hinzu. „Diese Schülerinnen und Schüler sind nicht nur Teilnehmende – sie sind die Forschenden, Innovatoren und Problemlöser, die helfen werden, die Zukunft zu gestalten, die wir gemeinsam aufbauen."
Die Gewinnerinnen und Gewinner des Regionalwettbewerbs werden Bremen Nord beim Landeswettbewerb Jugend forscht vertreten und den Geist der Neugier, Innovation und der „maximalen Perspektive" weitertragen, der die diesjährige Veranstaltung geprägt hat.
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