KI-Tool OneTutor in der Hochschullehre: Studie belegt hohe Akzeptanz als Lernunterstützung
Der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre gewinnt weiter an Bedeutung. Eine neue Studie des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) zeigt: KI-basierte Lernsysteme wie OneTutor werden von Studierenden und Lehrenden überwiegend positiv bewertet und leisten einen wichtigen Beitrag zur Prüfungsvorbereitung – ersetzen traditionelle Lernformen jedoch nicht.
Das KI-Tool OneTutor wurde im Sommersemester 2025 in 84 Lehrveranstaltungen an zehn bayerischen Hochschulen eingesetzt und begleitend empirisch vom bidt untersucht. Die Studienergebnisse basieren auf Befragungen von bis zu rund 1.000 Studierenden und 31 Dozierenden sowie auf Nutzungsdaten aus dem System.
Eine große Mehrheit von 80% der in den Lehrveranstaltungen befragten Studierenden nutzte den KI-Tutor aktiv. Besonders geschätzt wird das Tool für die gezielte Prüfungsvorbereitung, das Erkennen von Wissenslücken und die vertiefte Auseinandersetzung mit Lerninhalten. Rund 68 % der Nutzenden geben an, sich durch OneTutor gut auf Prüfungen vorbereitet zu fühlen. Die Studie zeigt zugleich: OneTutor wird vor allem ergänzend eingesetzt. Klassische Lernmaterialien wie Skripte bleiben für rund 90 % der Studierenden eine hilfreiche Ressource zur Prüfungsvorbereitung. Zudem unterscheiden sich die wahrgenommenen Lernerfolge kaum zwischen Nutzenden und Nichtnutzenden. Studierende erzielen – je nach persönlicher Lernpräferenz – auch ohne KI vergleichbar gute Lernerfolge. Dies unterstreicht die Rolle von KI-Systemen als flexible, bedarfsorientierte Lernhilfe.
„Generative KI ist in der Hochschullehre längst angekommen – die große Mehrheit der Studierenden nutzt entsprechende Tools. Unsere Ergebnisse zeigen: KI funktioniert vor allem als sinnvolle Ergänzung zur Lehre, etwa bei der Prüfungsvorbereitung, beim Verständnis schwieriger Inhalte oder zur Unterstützung des individuellen Lerntempos. Gleichzeitig bleibt sie ein optionales Werkzeug – Studierende wählen je nach Lernpräferenz unterschiedliche Wege zum Erfolg“, so Dr. Roland A. Stürz, Studienleiter und Abteilungsleiter Think Tank am bidt.
Auch Dozierende bewerten den Einsatz von OneTutor überwiegend positiv: 90 % sehen das Tool als sinnvolle Ergänzung der Lehrmethoden, 80 % der eigenen Lehrtätigkeit. 84 % der Lehrenden würden OneTutor erneut einsetzen, selbst wenn der erstmalige Einsatz mit Zeitaufwand verbunden war. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass generative KI traditionelle Lernformen nicht grundlegend ersetzt, sondern schrittweise erweitert. KI-Tutoren bieten demnach neue Möglichkeiten für individualisiertes Lernen – entfalten ihren Nutzen jedoch vor allem im Zusammenspiel mit bestehenden Lehrformaten.
Die Studie wurde im Rahmen des Projekts „AIffectiveness“ durchgeführt, das den Einsatz von KI-Tools in der Hochschullehre erforscht. Projektleiter Roland A. Stürz hebt hervor: „Die Zusammenarbeit von zehn Partnerhochschulen in Bayern, dem Start-up OneTutor und dem bidt zeigt beispielhaft, wie Innovation, Anwendung und Forschung erfolgreich ineinandergreifen können. Dieses Zusammenspiel ist ein echtes Role Model dafür, wie neue KI-Technologien praktische Anwendung erfahren und gleichzeitig gesellschaftlich evaluiert werden können.“
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Roland A. Stürz
Abteilungsleiter Think Tank
Tel.: +49 89 540 235 620
E-Mail: roland.stuerz@bidt.digital
Originalpublikation:
Stumpf, C./ Löwel, V./ Schlude, A./ Stürz, R.A. (2026): Ein KI-Tutor geht in die Lehre. bidt Analysen und Studien Nr. 20. https://doi.org/10.35067/xypq-kn78
Weitere Informationen:
https://www.bidt.digital/forschungsprojekt/effektivitaet-generativer-ki-tutoren-in-der-hochschullehre/ Mehr zum Projekt
Ähnliche Pressemitteilungen im idw