Gründerinnen besser beraten: Bergische Universität startet neues Weiterbildungsangebot
Frauen gründen deutlich seltener ein Unternehmen als Männer. Noch immer stoßen sie auf strukturelle Barrieren, wie mangelnde Finanzierung, fehlende Vorbilder und Vereinbarkeitsprobleme. Um das zu ändern, setzt eine an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelte Weiterbildung direkt bei der Beratung von gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen an.
Ziel der zweitägigen Weiterbildung ist es, in der Gründungsberatung ein stärkeres Bewusstsein für die Komplexität der Geschlechterverhältnisse zu schaffen und praktische Beispiele für eine gendersensiblere Ansprache zu vermitteln. Denn Studien zeigen: Geschlechterstereotype, männlich geprägte Narrative sowie fehlende Zugänge zu Netzwerken und Kapital führen dazu, dass Frauen in der Unternehmenslandschaft weniger sichtbar sind. Bei den Start-up-Gründungen liegt der Anteil von Gründerinnen derzeit bei lediglich 18,8 Prozent, bei den Existenzgründungen bei 36 Prozent.
Mehr Frauen für die Gründungsszene
„Gründungsförderung kann ihr volles Potenzial nur entfalten, wenn sie unterschiedliche Perspektiven und Lebensrealitäten berücksichtigt“, betont Prof. Dr. Christine Volkmann. Die Wissenschaftlerin leitet an der Bergischen Universität das Projekt Women Entrepreneurs in Science (WES), in dem das neue Unterstützungsangebot entwickelt wurde. „Mit der Weiterbildung und den darin vermittelten Werkzeugen möchten wir Gründungsberater*innen dabei unterstützen, ihre Beratungsangebote gendersensibler zu gestalten. Langfristig wollen wir so dazu beitragen, den Anteil von Frauen in der Unternehmenslandschaft zu erhöhen.“
Die Weiterbildung zu Gender Awareness in der Gründungsförderung kombiniert wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Methoden, die im Rahmen des Projekts WES intensiv getestet wurden. Die Teilnehmenden identifizieren in der Weiterbildung vorhandene strukturelle Barrieren und geschlechtsbezogene Vorurteile, beschäftigen sich mit den Zielgruppen angehende Gründerin, Gründerin und weibliche Führungskraft, reflektieren typische Beratungsprozesse und erlernen die Durchführung von zwei niedrigschwelligen Beratungsworkshops. Eine Begleitbroschüre unterstützt die nachhaltige Verankerung der Erkenntnisse und dient als Nachschlagewerk.
Workshoptermine ab Sommer 2026
Der erste Testlauf der Weiterbildung Ende März lief erfolgreich. Ab Sommer 2026 wird das Angebot, das sich in erster Linie an Gründungsberater*innen an Hochschulen richtet, regelmäßig durchgeführt. Wer sich für die nächste Weiterbildung bewerben oder ein Interesse vormerken möchte, kann das schon jetzt auf der Webseite zur Weiterbildung tun: https://www.wes.uni-wuppertal.de/hochschulen/#schulungvormerken. Registrierte werden regelmäßig über neue Termine für die Weiterbildung informiert.
-----
Über Women Entrepreneurs in Science (WES)
WES ist ein bundesweites Hochschul-Netzwerk für Studentinnen, Mitarbeiterinnen und Absolventinnen. Mit dem Projekt werden verschiedene Zielgruppen adressiert – von Hochschul-Mitarbeitenden in Gründungszentren über Gründungsinteressierte bis hin zu erfahrenen Gründerinnen und weiblichen Führungskräften.
Von Juli 2020 bis Februar 2025 wurde WES im Rahmen der Start-up Center.NRW Initiative durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Seit März 2025 wird das Projekt als WES+ im Rahmen eines Modellprojekts durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christine Volkmann
E-Mail wes@wiwi.uni-wuppertal.de
Hannah Jensen
E-Mail: JensenH@wiwi.uni-wuppertal.de
Weitere Informationen:
https://www.wes.uni-wuppertal.de/ - Projekt Women Entrepreneurs in Science
https://www.uni-wuppertal.de/de/news/detail/frauen-in-der-start-up-szene-gruenderinnen-netzwerk-wes-startet-modellprojekt-fuer-ganz-deutschland/ - Pressemitteilung vom 5. März 2025 zur Weiterförderung von WES als WES+
Ähnliche Pressemitteilungen im idw