Bedeutendes BMFTR-Projekt zur Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriezellen in Deutschland ist gestartet
Mit dem Förderprojekt SIB:DE ENTWICKLUNG hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) das bislang größte deutsche Konsortium zur Natrium-Ionen-Batterietechnologie ins Leben gerufen. 25 Partner aus Wissenschaft und Industrie entwickeln gemeinsam eine nachhaltige, sichere und wirtschaftliche Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien. Im Mittelpunkt stehen die Produktion großformatiger, marktreifer Zellen und die Bewertung ihrer Recyclingfähigkeit. Ziel ist der schnelle Transfer der Forschungsergebnisse in industrielle Anwendungen.
Batteriezellen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der von der EU bis 2030 beschlossenen Mobilitätswende. Sie spielen zudem eine entscheidende Rolle bei der Integration großer Mengen erneuerbar erzeugten Stroms ins Netz und sind essenziell für die unterbrechungsfreie Stromversorgung beim Aufbau von 5G-Telekommunikationsstationen. Derzeit sind Lithium-Ionen-Batterien die am häufigsten verwendeten Energiespeicher. Die Rohstoffabhängigkeit und -knappheit stellt jedoch eine erhebliche Herausforderung für den Lithium-Ionen-Batteriemarkt dar. Sowohl für mobile als auch stationäre Energiespeicher wird daher dringend nach vergleichbaren Alternativen gesucht. Natrium gilt als ein besonders unkritischer Rohstoff, ist gut verfügbar, preiswert und wird als sehr sicher eingestuft. Natrium-Ionen-Batterien können somit eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung einer stabilen und nachhaltigen europäischen Energieversorgung spielen.
Natrium-Ionen-Batteriezellfertigung für Deutschland und Europa
Die Natrium-Ionen-Batterie (Sodium-Ion-Battery, SIB) stellt eine zukunftsweisende Speichertechnologie dar, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Kostenstruktur eine attraktive Ergänzung bzw. Alternative zu den derzeit marktführenden Lithium-Ionen-Batterien bietet. Natrium ist als Rohstoff deutlich breiter verfügbar, kostengünstiger und gleichmäßiger global verteilt als Lithium, Kobalt oder Nickel, was die derzeit starken geopolitischen Abhängigkeiten reduzieren und die Verlässlichkeit zukünftiger Energiesysteme stärken kann.
Das SIB:DE ENTWICKLUNG-Projekt hat daher das Ziel, die Eignung der Natrium-Ionen-Technologie für eine nachhaltige Energie- und Mobilitätswende zu evaluieren und eine zügige industrielle Umsetzung zu erreichen, um so auf den asiatischen Markt aufzuschließen. Beabsichtigt ist der Aufbau eines vollständigen Ökosystems für eine Natrium-Ionen-Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa. Insbesondere geht es um die schnelle Befähigung der beteiligten Industriepartner Batteriezellen im großen Maßstab, marktreif und wettbewerbsfähig zu produzieren.
Starkes Bündnis aus Forschung und Industrie
Das Projektkonsortium des SIB:DE ENTWICKLUNG-Vorhabens besteht aus elf Industriepartnern und vierzehn akademischen Partnern sowie einem erweiterten Kreis von assoziierten Partnern aus SIB:DE FORSCHUNG und einem Industriebegleitkreis. Koordiniert von der EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG ist es das größte deutsche Netzwerk zur Natrium-Ionen-Batterietechnologie. SIB:DE ENTWICKLUNG ist Teil der SIB:DE Initiative, die bereits das SIB:DE FORSCHUNG Projekt hervorgebracht hat. Der große Industriebegleitkreis zeigt das Interesse der Entwicklung von Natrium-Ionen-Zellen im europäischen Raum. Nur durch diese enge Verzahnung der Kompetenzen aus Wissenschaft und Industrie und die effiziente Kooperation zwischen den Industrie- und Forschungspartnern ist eine schnelle und nachhaltige Skalierung zur Marktdurchdringung der Natrium-Ionen-Batteriezellen möglich.
Die nationalen Kompetenzträger zur Batteriezellproduktion und Kreislaufführung sind in dem Vorhaben SIB:DE ENTWICKLUNG vereint und verfolgen gemeinsam und gebündelt das übergeordnete Ziel einer technologisch souveränen, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriewertschöpfungskette für die Na-Ionen-Technologie sowie den Aufbau eines vollständigen Ökosystems für eine Natrium-Ionen-Batterieproduktion.
Förderung
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt BMFTR
Laufzeit: 3.2026-2.2029
Projektträger: Projektträger Jülich (PtJ)
Förderkennzeichen: 03XPB028
Fördersumme: 14,5 Mio. Euro
Projektpartner
EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG (Koordinator)
acp-systems AG
Coperion GmbH
cylib GmbH
EAS Batteries GmbH
E-Lyte Innovations GmbH
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB
Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV
Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
FUCHS LUBRICANTS Germany GmbH
GROB-WERKE GmbH & Co. KG
Jungheinrich AG
Karlsruher Institut für Technologie KIT – wbk Institut für Produktionstechnik
RWTH Aachen – Institut für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe – ISEA
Technische Universität Braunschweig – Battery LabFactory Braunschweig – BLB
Technische Universität München – Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften – iwb
Technische Universität München – Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichertechnik – EES
UniverCell Holding GmbH
VARTA Storage GmbH
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung – ZSW – Produktionsforschung – ECP
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Laura Goodwin | Telefon +49 661 6000 95614 | laura.goodwin@edag-ps.com| EDAG Production Solutions GmbH & Co. KG I Reesbergstraße 1 I 36039 Fulda I Germany I www.edag-ps.com
Dr. Daniela Fenske | Telefon +49 171 976 75 81 | daniela.fenske@ifam.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM | Wiener Str. 12 | 28359 Bremen | www.ifam.fraunhofer.de
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