Damit Weizen und Raps widerstandsfähiger werden
Resistenz und Toleranz von Kulturpflanzen im Fokus – Gemeinsame Berufung von Prof. Dr. Andreas Stahl mit dem Julius Kühn-Institut
Prof. Dr. Andreas Stahl, der Leiter des Fachinstituts für Resistenzforschung und Stresstoleranz am Julius Kühn-Institut in Quedlinburg, ist zum 1. April 2026 auf die Professur für Resistenz und Toleranz von Kulturpflanzen an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) berufen worden. Es handelt sich um eine gemeinsame Berufung mit dem Julius Kühn-Institut (JKI), dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. Forschende der JLU und des JKI arbeiten schon lange intensiv zusammen, insbesondere zu Fragen der Pflanzenzüchtung. Seit dem Jahr 2022 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beiden Einrichtungen.
„Durch den Klimawandel nehmen extreme Hitze- und Trockenperioden zu – wir benötigen daher dringend Kulturpflanzen, die diesen Bedingungen gewachsen sind“, so JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz. „Die gemeinsame Berufung von Prof. Dr. Andreas Stahl stärkt unsere Aktivitäten in Forschung und Lehre auf diesem Gebiet und leistet damit einen Beitrag für eine nachhaltige Ernährungssicherung.“
Prof. Dr. Frank Ordon, Präsident des JKI und JLU-Alumnus, sagt: „Mit dieser gemeinsamen Berufung bündeln wir die Expertise unsere Einrichtungen im Bereich der pflanzenzüchterischen Forschung, um mittels modernster Verfahren der Geno- und Phänotypisierung die genetischen Grundlagen der Resistenz gegen biotischen und abiotischen Stress aufzuklären und für die praktische Pflanzenzüchtung nutzbar zu machen. Damit leistet unsere gemeinsame Arbeit einen Beitrag zu klimaangepassten, umweltfreundlichen und resilienten Anbausystemen als Grundstein der Versorgungssicherung.“
Die Berufung von Prof. Stahl erfolgt nach dem „Jülicher Modell“, bei dem die Berufenen zur Wahrnehmung ihrer Leitungsaufgaben in einer außeruniversitären Forschungseinrichtung beurlaubt werden. Am Fachbereich 09 – Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der JLU beteiligt er sich an der Lehre im Umfang von zwei Semesterwochenstunden und an der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fachgebiet Resistenz, Toleranz sowie Wasser- und Nährstoffeffizienz von Kulturpflanzen. Zudem wird er mit dem Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE) der JLU in intensivem Austausch stehen.
In seiner Forschung beschäftigt sich Prof. Stahl mit den Mechanismen und der Genetik hinter den Resistenz- und Toleranzeigenschaften von Kulturpflanzen, wie Trockenstresstoleranz oder Krankheitsresistenz gegenüber Pilzen und Viren. Zudem untersucht er, wie die Nährstoffnutzungseffizienz von Pflanzen erhöht werden kann. Diese ist u.a. von Bedeutung, wenn künftig weniger mineralischer Dünger ausgebracht werden soll. Dabei arbeitet er sowohl mit bedeutenden Kulturarten wie Weizen und Raps, als auch mit bislang vernachlässigten Kulturen wie Leguminosen.
Andreas Stahl hat an der JLU Agrarwissenschaften (Bachelor) und Pflanzenwissenschaften (Master) studiert und zum Thema Stickstoffnutzungseffizienz in Winterraps promoviert. Bis zum Jahr 2020 forschte er am Institut für Pflanzenzüchtung der JLU zu Trockenstresstoleranz und Nährstoffeffizienz in Raps und Weizen, bevor er als Fachinstitutsleiter ans Julius Kühn-Institut wechselte, einer Ressortforschungseinrichtung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Er ist zudem Honorary Professor an der University of Queensland in Brisbane (Australien), mit der die JLU ebenfalls durch eine Kooperationsvereinbarung verbunden ist. Alle drei Einrichtungen sind seit 2024 Teil eines DFG-geförderten Graduiertenkollegs, der International Research Training Group IRTG 2843 „Accelerating Crop Genetic Gain“.
Weitere Informationen:
https://www.julius-kuehn.de/rs
Ähnliche Pressemitteilungen im idw