Grundlagenforschung zu Parkinson: Dissertation liefert HSHL Arbeitsgruppe neue Bausteine für Stammzellforschung
Die Dissertation von Parivash Nouri liefert wichtige Erkenntnisse zur Herstellung von modifizierten Stammzellen und über die Entwicklung bestimmter Nervenzellen im Gehirn. Das ist wichtig, um weiter an Diagnose, Therapie und Prävention von neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Parkinson zu forschen, wie es die Arbeitsgruppe Humane Stammzellforschung an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) tut. Die Promotion wurde kooperativ an der Technischen Universität München und der HSHL durchgeführt.
Dopamin-Nervenzellen und neuropsychiatrische Erkrankungen
Parivash Nouri untersuchte in ihrer Doktorarbeit, wie sich bestimmte Nervenzellen des Mittelhirns entwickeln. Die sogenannten dopaminergen Neurone haben durch die Herstellung und Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin zentrale Bedeutung für Bewegung, Belohnungsempfinden und wichtige geistige Funktionen. Die Fehlfunktion oder das Absterben von Dopamin-Nervenzellen im menschlichen Gehirn kann neuropsychiatrische Krankheiten wie Parkinson, Schizophrenie oder Suchterkrankungen verursachen. Bis heute stehen keine vorbeugenden oder heilenden Maßnahmen für diese Erkrankungen zur Verfügung. Zudem erfolgt ihre Diagnose meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit.
Die Arbeitsgruppe Humane Stammzellforschung der HSHL untersucht auf zellbiologischer Ebene die Mechanismen, die für Entwicklung und Überleben der dopaminergen Nervenzellen verantwortlich sind, um frühe diagnostische Marker und sogar neue Therapieansätze für die Parkinson-Krankheit zu finden. In Zukunft kann die Forschung auch auf andere Dopamin-assoziierte neuropsychiatrische Erkrankungen, wie Suchterkrankungen, ausgeweitet werden. Grundlagen für weitere Forschungsarbeiten in diesem Bereich lieferte die Dissertation von Parivash Nouri.
Gewinnbringende Stammzellforschung
Die Arbeit verfolgte vor diesem Hintergrund zwei Ziele: Zum einen die Herstellung einer modifizierten menschlichen Stammzell-Linie, aus der sich dopaminerge Nervenzellen entwickeln können, um so diesen Prozess besser beobachtbar zu machen. Dadurch lässt sich Schritt für Schritt nachvollziehen, wie aus menschlichen Stammzellen spezialisierte Nervenzellen entstehen, welche Prozesse dabei eine Rolle spielen und wie sie sich im Labor herstellen lassen. Zum anderen beschäftigte sich die Arbeit mit der Frage, welche Funktion neuartige Gene während der Entwicklung dieser Nervenzellen haben. Dazu wurde zunächst die Aktivität von 64 neuen Genen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien verglichen. Daraus ergaben sich Hinweise darauf, welche dieser Gene zeitlich und funktionell wichtig für die Entstehung, Reifung oder Fehlentwicklung der dopaminergen Nervenzellen sind.
Prof. Dr. Nilima Prakash, Leiterin der Arbeitsgruppe und Betreuerin der Dissertation, beschreibt die Ergebnisse der Forschungsarbeit von Parivash Nouri als sehr gewinnbringend: "Die Arbeit hat den Grundstein für unsere aktuellen Forschungen zum Thema 'Dopamin-Nervenzellen und die Parkinson-Krankheit' an der HSHL gelegt. Zudem bieten die Ergebnisse von Frau Nouri eine neue Ressource für die allgemeine Wissenschaftsgemeinde und stoßen bereits auf reges Interesse." Die Dissertation ist über den Medien- und Publikationsserver der Technischen Universität München "mediaTUM" verfügbar. Die HSHL gratuliert Parivash Nouri zu diesem akademischen Erfolg.
Zur Person
Parivash Nouri hat ihren Bachelor- und Masterabschluss in Biochemie an der University of Falavarjan, Iran absolviert. Von 2018 bis 2022 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Arbeitsgruppe Humane Stammzellforschung an der HSHL tätig. 2021 hat sie ihr Promotionsstudium an der Technischen Universität München aufgenommen und in Kooperation mit der HSHL Ende 2025 ihren Doktortitel erhalten.
Promovieren an der Hochschule Hamm-Lippstadt
Neben der kooperativen Promotion in Zusammenarbeit mit einer Universität gibt es über das Promotionskolleg NRW (PK NRW) auch die Möglichkeit, direkt an der HSHL zu promovieren. Bei der Promotion am PK NRW erfolgt die Betreuung durch ein Team von Professor*innen des Promotionskollegs. 15 HSHL-Professor*innen sind hier aktuell in verschiedenen Fachgruppen aktiv. Die Betreuung bei einer kooperativen Promotion hingegen wird gemeinsam mit Professor*innen der in Zusammenarbeit stehenden Universität übernommen.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Nilima Prakash
Lehrgebiet "Angewandte Genetik und Stammzellbiologie"
+49 (0)2381 8789-512
nilima.prakash@hshl.de
Originalpublikation:
https://mediatum.ub.tum.de/doc/1772632/1772632.pdf
Weitere Informationen:
https://www.hshl.de/presse
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