Neue Sekundarschule in Baden-Württemberg“ Was würde die Einführung für Kommunen und Schulträger bedeuten?
Eine neue Publikation zur „Neuen Sekundarschule“ untersucht die Auswirkungen einer Zusammenführung von Haupt‑, Werkreal‑, Real‑ und Gemeinschaftsschulen zu einer Schulart neben dem Gymnasium in Baden-Württemberg. Anhand der Landkreise Ludwigsburg, Tübingen, Reutlingen und Calw wird gezeigt, dass die Reform zu einer stabilen und tragfähigen Schulstruktur führen kann, die kommunale Planungssicherheit erhöht, Konkurrenz zwischen Schulen verringert, Synergieeffekte bei Investitionen ermöglicht und den Einsatz von Lehrkräften effizienter gestalten könnte.
Im Juni 2024 hat eine Arbeitsgruppe aus Bildungswissenschaftler*innen, Schulleiter*innen aller Schularten in Baden-Württemberg und Personen aus Administration und Verwaltung gemeinsam das Konzept Neue Sekundarschule vorgelegt. Die Publikation stellt einen wissenschaftlich begründeten Reformvorschlag dar, der die vorfindliche vielgliedrige Schulstruktur im Bundesland auf zwei Säulen reduziert: Die bisherigen Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen sollen in einer Schulart neben dem Gymnasium zusammengeführt werden. Das Konzept wurde nachfolgend in über 60 Gesprächen mit nahezu allen Interessengruppen und Akteuren im Bildungsbereich besprochen und aufgrund zahlreicher Rückmeldungen im Januar 2026 in einer erweiterten Fassung vorgelegt.
Doch was bedeutet seine Einführung für die Städte und Kommunen und damit für alle, die mit der Finanzierung und mit Baufragen der sogenannten äußeren Schulangelegenheiten betraut sind? Welche Herausforderungen kommen auf die Schulträger zu und welche Chancen bieten sich ihnen? Diese Fragen, die sonst bei anvisierten Reformen im Bildungsbereich kaum thematisiert werden, aber grundlegend für ihre erfolgreiche Implementation sind, versucht die Publikation zu beleuchten.
Hierzu werden vier Landkreise, die exemplarisch für die unterschiedlichen (Bildungs-)Raumschaften im Flächenland Baden-Württemberg stehen, kriteriengeleitet analysiert: Ludwigsburg, Tübingen, Reutlingen und Calw. Im Ergebnis zeigt sich eine durch die mögliche Einführung der Neuen Sekundarschule stabile und tragfähige Schulstruktur, die den Städten und Kommunen nicht nur eine größere Planungssicherheit ermöglichen kann, sondern auch geeignet ist, die bisher vorfindlichen konkurrenzorientierten Verhältnisse zwischen Schulen zu reduzieren. Zudem ergeben sich für Schulträger größere Synergieeffekte bei Mittelinvestitionen, die auch einen wirkungsvolleren Einsatz von Lehrkräften ermöglichen.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Albrecht Wacker
Institut für Erziehungswissenschaft, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Telefon: 07141 140-1221
E-Mail: albrecht.wacker@ph-ludwigsburg.de
Weitere Informationen:
https://www.ph-ludwigsburg.de/aktuelles/detail/neue-sekundarschule-was-wuerde-die-einfuehrung-fuer-komunen-und-schultraeger-bedeuten
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