Digitale Souveränität im Fokus der IHK: Weizenbaum-Institut setzt Impulse für Unternehmen
Digitale Souveränität gewinnt für Unternehmen zunehmend an strategischer Bedeutung. Welche ökonomischen und politischen Dimensionen der Begriff umfasst und warum er so unterschiedlich interpretiert wird, erläutert Dr. Esther Görnemann vom Weizenbaum-Institut in ihrer Keynote bei der Veranstaltung „Digitale Souveränität: Perspektiven für Unternehmen“ der IHK München und Oberbayern.
Unter dem Titel „Digitale Souveränität – ökonomische Herausforderung und politisches Gestaltungsziel“ ordnet die Wirtschaftsinformatikerin den Begriff wissenschaftlich ein. Digitale Souveränität sei mehr als ein politisches Schlagwort: „Je nachdem, wer sie fordert, sind damit unterschiedliche Ziele und Erwartungen verbunden“, so Görnemann. Diese Vielschichtigkeit mache den Begriff zugleich anschlussfähig und erklärungsbedürftig.
Für Unternehmen umfasst digitale Souveränität zentrale Fragen der digitalen Transformation – von der Wahl von Software und Cloud-Infrastrukturen über den Umgang mit Daten bis hin zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Dabei geht es nicht nur um technologische Unabhängigkeit, sondern um strategische Entscheidungsfähigkeit und langfristige Resilienz.
In ihrer Keynote zeigt Görnemann, dass sich der Diskurs nicht auf einzelne Maßnahmen wie Rechenzentrumsstandorte oder Open-Source-Lösungen reduzieren lässt. Vielmehr berührt digitale Souveränität grundlegende ökonomische und politische Gestaltungsfragen, die unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft einbeziehen.
Die Veranstaltung bringt Expertinnen und Experten aus Forschung, Verwaltung und Unternehmen zusammen und vermittelt praxisnahe Ansätze, wie Unternehmen digitale Abhängigkeiten erkennen und ihre Handlungsfähigkeit stärken können.
Über das Weizenbaum-Institut
Das 2017 gegründete Weizenbaum-Institut erforscht die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Seine Forschungsthemen reichen von Künstlicher Intelligenz und Plattformökonomie über digitale Demokratie und Nachhaltigkeit bis zu Fragen von Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit im digitalen Wandel. Es trägt mit seinen Handlungsempfehlungen dazu bei, dass die digitale Transformation nachhaltig, selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestaltet wird. Das Weizenbaum-Institut wird von einem Verbund aus sieben Partnern getragen, dem die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) angehören. Finanziert wird das Institut vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Berlin. Es hat seinen Standort in Berlin.
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