Nachhaltige Tourismuskonzepte: Studierende aus fünf Ländern stellen Ideen für den Nationalpark Bayerischer Wald vor
Mitte April 2026 begann das Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) mit der Mission „Leveraging Crowdsourced Data for Sustainable Tourism in the Bavarian Forest National Park” – organisiert von Dr. Sebastian Wilhelm und Prof. Dr. Florian Wahl aus der Forschungsgruppe AI4CARE am Campus Grafenau der Technischen Hochschule Deggendorf (THD). 26 Studierende der THD und vier weiterer HEROES-Partnerhochschulen aus ganz Europa verbrachten fünf Tage im Feriendorf Finsterau, um Konzepte für nachhaltigen Tourismus zu entwickeln. Ihre Ergebnisse stellten sie am Ende der Präsenzwoche Vertretenden der Nationalparkverwaltung und des Vereins Pro Nationalpark e. V. vor.
Neben den Studierenden der THD nahmen auch Studierende der Seinäjoki University of Applied Sciences (Finnland), der Thomas More University of Applied Sciences (Belgien), der Fontys University of Applied Sciences (Niederlande) und der Polytechnic University of Beja (Portugal) an dem HEROES-Projekt teil. Das Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) kombiniert virtuelle Vorbereitungssitzungen mit einer fünftägigen Präsenzphase im Bayerischen Wald. Ziel ist es, mithilfe von Crowdsourced Data neue Ansätze zu entwickeln, die Besucherströme besser lenken und die Natur langfristig schützen. Entwickelt wurde die Challenge in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung des Bayerischen Walds, die den Studierenden auch fundierte Einblicke in den Bereich Besuchermanagement gab. Durch diese Kooperation profitiert die Region ebenfalls von dem HEROES-Projekt und den Ideen der Studierenden.
Ein Lernlabor im Nationalpark
In fünf internationalen und interdisziplinären Gruppen erarbeiteten die Studierenden im Feriendorf Finsterau Pläne für nachhaltigen Tourismus. Mit den Methoden des Design Thinking, Ideation-Workshops und einer Exkursion mit Waldforschern des Vereins Pro Nationalpark e. V. entwickelten sie in der Präsenzwoche eigenverantwortlich verschiedene Konzepte, um den Park für Familien interessanter zu gestalten: An interaktiven Schildern können Kinder spielerisch lernen, während die Eltern sich an nahen Bänken ausruhen. Apps sollen durch ansprechende Missionen oder regelmäßige Updates zum Erkundungsstand dazu einladen, den Park gründlich zu erforschen. Auch interaktive Karten, die mit Augmented Reality und Audio-Learning verbunden sind, zählen zu den Vorschlägen der Projektteams. Für die Abschlusspräsentation setzten sie ihre Konzepte selbstständig in funktionsfähige App-Prototypen um.
Das begleitende Lehr- und Forschungspersonal der HEROES-Partnerhochschulen stand den Teams jederzeit beratend zur Seite und förderte so gezielt die Eigeninitiative und Kreativität der Teilnehmenden.
HEROES: langfristige Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Das BIP ist Teil der Zusammenarbeit des europäischen Hochschulnetzwerks HEROES, das Studierende aus verschiedenen Ländern und Disziplinen zusammenbringt. Davon profitieren die Teilnehmenden sowie die jeweilige Region gleichermaßen: Die Studierenden lernen andere Kulturen und Perspektiven kennen, verbessern ihre Fremdsprachenkenntnisse und sammeln Praxiserfahrungen. Die Ergebnisse des Programms werden anschließend den regionalen Partnern – in diesem Fall dem Nationalpark Bayerischer Wald, dem Verein Pro Nationalpark e. V. und der Gemeinde Mauth-Finsterau – präsentiert und können von diesen verwendet werden.
Ähnliche Projekte im Rahmen der HEROES-Allianz sind bereits in Planung. Im Herbst 2026 erhalten neue Studierende der Partnerhochschulen die Chance, internationale Kontakte zu knüpfen, in interdisziplinären Teams eigenverantwortlich zu arbeiten und gewinnbringende Konzepte für die Region zu entwickeln – dann in Portugal. Auf diese Weise soll Challenge-based Learning immer stärker in den Studienalltag integriert werden, um den Studierenden auch praktische Fähigkeiten zu vermitteln.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Florian Wahl
Dr. Sebastian Wilhelm
Ähnliche Pressemitteilungen im idw