Prof. Dr. Petra Siegert erhält den Forschungspreis der FH Aachen
Seit 2018 wird der Forschungspreis der FH Aachen für herausragende Leistungen in der Forschung vergeben. In diesem Jahr wird Prof. Dr. Petra Siegert (Fachbereich Chemie und Biotechnologie / Institut für Nano- und Biotechnologien) für ihr Projekt „Neue biobasierte Lipopeptide aus nachhaltiger Produktion (LipoPep)“ ausgezeichnet. Dotiert ist der Preis mit 10.000 Euro, die von der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen gestiftet werden. Hinzu kommt in diesem Jahr eine Förderung in gleicher Höhe aus dem Nachhaltigkeitsfonds der FH Aachen.
„An der FH Aachen wird exzellent geforscht. Das ist ein entscheidender Baustein zur Stärkung der Region“, sagte Dr. Christian Burmester, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Isabel Kuperjans, Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer der FH, überreichte er den Preis an Petra Siegert.
Drei Projekte waren in die Endrunde gekommen – neben Prof. Siegert waren Prof. Dr. Jörg Laumann (Steigerung der Biegesteifigkeit und Ertüchtigung beulgefährdeter Bauteile im Stahlbrückenbau mittels Klebeverbindungen „KlebVerstärk“ und „KleVerStaB“) und Prof. Dr. Jörg Wollert (Gamifizierung manueller Tätigkeit in Produktionsumgebungen – „GamiPro“) im Rennen. Erstmals wurde die Auszeichnung im Rahmen des neuen Veranstaltungsformats „FH Aachen im Dialog“ vergeben, wie in den Vorjahren wurden alle drei Projekte mit Videos vorgestellt.
Beim Projekt „LipoPep“ geht es um die Frage, wie sich Kosmetik und Reinigungsprodukte nachhaltiger herstellen lassen. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet die Preisträgerin daran, Tenside nicht länger auf Erdölbasis, sondern biotechnologisch aus nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. „Wir entwickeln ein Verfahren, das auf Enzymen basiert und vollständig biobasiert ist“, erklärt Petra Siegert. Im Fokus stehen sogenannte Lipopeptide, die nicht nur nachhaltig hergestellt werden können, sondern zudem besonders mild und hautverträglich sind.
Herzstück des Projekts sind maßgeschneiderte Biokatalysatoren, also Enzyme, die chemische Reaktionen gezielt steuern. Diese werden im Labor entwickelt und optimiert, um neue Synthesewege für die Lipopeptide zu erschließen. Dabei setzt das Team gezielt auf nachwachsende Rohstoffe wie Pflanzenöle. Ziel ist es, den bisherigen chemischen Herstellungsprozess durch eine umweltfreundlichere Alternative zu ersetzen. Die Ergebnisse wurden gemeinsam mit den Projektpartnern – zu denen unter anderem die TH Köln sowie die weltweit agierenden Chemieunternehmen BASF und Henkel gehören – patentiert und inzwischen von einem Industrieunternehmen übernommen. Damit passt das Projekt ausgezeichnet zum Motto der Veranstaltung – „von der Vision zur Innovation“.
Weil das Projekt neben der wissenschaftlichen Bedeutung auch die Nachhaltigkeitskriterien der FH in herausragender Weise erfüllt, wird das Preisgeld der Bürgerstiftung um weitere 10.000 Euro aus dem Nachhaltigkeitsfonds der Hochschule aufgestockt. Übergeben wurde dieser Preis von Carolina Getto, Leiterin Alumnimanagement und Fundraising.
Die Entscheidung, wer den Forschungspreis erhält, wurde von einer Jury getroffen, der auch die Ende Januar verstorbene Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Engeln-Müllges angehörte. Zu Ehren ihrer ehemaligen Prorektorin wird die FH den Preis ab dem kommenden Jahr „Engeln-Müllges-Innovationspreis“ nennen.
Weitere Informationen:
https://www.fh-aachen.de/forschung/forschungsfoerderung/forschungspreis-der-fh-aachen
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