Rückgabe kostbarer Schriftstücke
Kostbare Schriftstücke aus Nepal vom 13. bis 20. Jahrhundert, darunter amtliche Urkunden und persönliche Aufzeichnungen, kehren in ihr Ursprungsland zurück. Ein privater Sammler hatte die mehr als 800 Objekte dem Indologen und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Axel Michaels, Seniorprofessor am Südasien-Institut der Universität Heidelberg, zu diesem Zweck überlassen. In der Folge wurden die wertvollen Bestände – insbesondere an Palmblattrollen – fachgerecht konserviert, von der Universitätsbibliothek digitalisiert und im Rahmen eines Forschungsprojekts wissenschaftlich erschlossen. Nun wird die Sammlung am 24. April im Rahmen einer Festveranstaltung an den nepalesischen Staat übergeben.
Pressemitteilung
Heidelberg, 22. April 2026
Rückgabe kostbarer Schriftstücke
Privatsammlung mit historischen Dokumenten wird dem nepalesischen Staat übergeben
Kostbare Schriftstücke aus Nepal vom 13. bis 20. Jahrhundert, darunter amtliche Urkunden ebenso wie persönliche Aufzeichnungen, kehren in ihr Ursprungsland zurück. Ein privater Sammler aus Deutschland hatte die mehr als 800 Objekte dem Indologen und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Axel Michaels, Seniorprofessor am Südasien-Institut der Universität Heidelberg, zu diesem Zweck überlassen. In der Folge wurden die wertvollen Bestände – insbesondere an Palmblattrollen – fachgerecht konserviert, von der Universitätsbibliothek Heidelberg digitalisiert und im Rahmen eines von Prof. Michaels geleiteten Forschungsprojekts wissenschaftlich erschlossen. Nun wird die Sammlung an den nepalesischen Staat übergeben. Sagar Phuyal, Geschäftsträger der Botschaft Nepals in Berlin, wird als Vertreter der nepalesischen Regierung einen entsprechenden Vertrag am 24. April 2026 im Rahmen einer Festveranstaltung unterzeichnen.
Die sogenannte Walter Rindfleisch-Sammlung umfasst 460 äußerst fragile Palmblattrollen, darunter Exemplare aus dem 13. Jahrhundert und damit aus der frühesten überlieferten Handschriftentradition Nepals. „Vermutlich handelt es sich um die größte Sammlung nepalesischer Palmblattrollen außerhalb des Landes, ihr kultureller Wert ist entsprechend hoch“, betont Axel Michaels, der seit 1996 an der Universität Heidelberg lehrt und forscht. Seit 2014 leitet er zudem das an der Heidelberger Akademie für Wissenschaften angesiedelte Forschungsprojekt „Religions- und rechtsgeschichtliche Quellen des vormodernen Nepal“. Ergänzt wird der Bestand der Sammlung durch königliche Urkunden, Gerichtsakten, Sanskrit-Manuskripte – etwa eine Abhandlung zur Zähmung wilder Elefanten – sowie persönliche Zeugnisse aus mehreren Jahrhunderten. Dazu gehören nicht zuletzt Tage- und Reisebücher nepalesischer Herrscher; sie enthalten zahlreiche bislang unveröffentlichte Briefe, Fotografien und Unterlagen.
Als die Sammlung zu Prof. Michaels gelangte, existierten kaum belastbare Informationen darüber, wie die Dokumente erworben und außer Landes gebracht worden waren. Der ursprüngliche Sammler Walter Rindfleisch war 2002 verstorben, formale Kauf- oder Exportdokumente liegen nicht vor. „Der ausdrückliche Wunsch des Sammlers war die Rückgabe der Manuskripte nach Nepal. Bevor jedoch an Repatriierung zu denken war“, so Prof. Michaels, „musste das zum Teil fragile Material konservatorisch gesichert werden.“
Viele Stücke der Sammlung waren allein aufgrund ihres Alters akut gefährdet. Schimmel, Klebereste und Insektenfraß sorgten für zusätzliche Schädigungen. Dies galt in besonderem Maße für die kostbaren Palmblattrollen. Jede einzelne Rolle wurde daher geöffnet, unter Glas mit chemischen Materialien gereinigt und anschließend stabilisiert. Schließlich wurde das gesamte Material digitalisiert und mit Metadaten erschlossen. „Die Digitalisierung soll einen weltweiten Zugang ermöglichen, sodass die Quellen Teil eines globalen kulturellen Gedächtnisses werden. Mit der physischen Rückgabe wollen wir zugleich historische Verantwortung sichtbar und wirksam machen“, so Prof. Michaels.
Hinweis an die Redaktionen:
Anlässlich der Vertragsunterzeichnung mit Sagar Phuyal spricht neben Prof. Michaels unter anderem auch Prof. Dr. Marc-Philippe Weller, Prorektor für Internationales und Diversität der Universität Heidelberg. Die Veranstaltung findet am 24. April im großen Hörsaal des Centrums für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien (CATS), Voßstraße 2, statt. Beginn ist um 11 Uhr. Medien sind zu einer Berichterstattung eingeladen. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung per Mail an presse@rektorat.uni-heidelberg.de erforderlich.
Kontakt:
Kommunikation und Marketing
Pressestelle
Tel. +49 6221 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen:
https://www.sai.uni-heidelberg.de/en/departments-and-branches/cultural-and-religious-history-of-south-asia-classical-indology/team/prof-dr-axel-michaels
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