Fraunhofer FKIE eröffnet in Leipzig neuen Standort für Forschung und Innovation in Verteidigung und Sicherheit
Im Rahmen einer festlichen Konferenz zum Thema »Gesamtstaatliche Verteidigung und Resilienz« hat das Fraunhofer FKIE am 23. April 2026 erstmals einen Einblick in seine Forschungs- und Innovationsthemen am neuen Standort Leipzig gegeben. Mehr als 150 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft, Industrie sowie von NATO, Bundeswehr und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben nahmen teil. Dies war zugleich Eröffnungskonferenz des neuen sächsischen Forschungsnetzwerks »Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit« (I2SN). Darin verantwortet das Fraunhofer FKIE das Themenfeld »Cyber/IT« und stellt mit seinem stellvertretenden Institutsleiter, Prof. Dr. Christoph Igel, den Netzwerksprecher.
Mit rund 650 Mitarbeitenden zählt das Fraunhofer FKIE zu den führenden Instituten für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung in Deutschland. Mehr als 60 Jahre internationale Forschung, Technologie und Innovation an der Seite von Bundeswehr und NATO sowie gemeinsam mit der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie prägen das Institut, das alle Domänen gesamtstaatlicher Verteidigung abdeckt: zu Land, zu See, in der Luft, unter Wasser, im Cyberspace und im Weltall. Entwickelt werden Technologien, um existenzbedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen, zu minimieren und beherrschbar zu machen.
Am 23. April wurde nun im Rahmen der Konferenz »Gesamtstaatliche Verteidigung und Resilienz« der neue Institutsstandort in Leipzig offiziell eröffnet, an dem in diesem Jahr bereits 15 Mitarbeitende tätig sein werden. Über 150 Teilnehmende, darunter NATO, Bundesministerium der Verteidigung, Bundeswehr, zahlreiche Rektorate und Präsidien der Hochschulen und Universitäten des Freistaates Sachsen, Institutsleitende außeruniversitärer Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen aus ganz Deutschland. Der sächsische Wissenschaftsstaatsminister Sebastian Gemkow eröffnete die Veranstaltung.
Kompetenzbündeldung an der Seite der Industrie
»Sicherheits- und Verteidigungsforschung haben für Fraunhofer höchste Priorität. Mit unserer interdisziplinären Expertise und anwendungsnahen Forschung stärken wir gezielt die technologische Souveränität Deutschlands und Europas, tragen zum Aufbau einer resilienten Sicherheitsarchitektur bei und entwickeln innovative Lösungen, um aktuellen und zukünftigen Bedrohungen wirksam zu begegnen«, sagt Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.
»Aktuell von besonderer Bedeutung: Cyberangriffe, Desinformation oder Sabotage treffen unsere Gesellschaft zeitlich und räumlich verteilt. Gerade durch die zunehmende hybride Kriegsführung, ist es in der Verteidigungsforschung immanent wichtig, dass Lösungen schnell aus dem Labor in die Anwendung kommen. Am neuen Standort des Fraunhofer FKIE bündeln wir unsere Kompetenzen in Software Defined Defence sowie Cybersicherheit und Resilienz und entwickeln zusammen mit der Industrie anwendernahe Technologien, um solche komplexen Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und schnell handlungsfähig zu sein.«
Innovationsfähigkeit im Freistaat Sachsen stärken
»In der Innovationskraft der sächsischen Forschung in Technologieentwicklung und Methodik liegt großes Potenzial«, sagt Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. »Dieses Potenzial muss auch für die Sicherheit und Verteidigung Deutschlands zur Verfügung stehen. Mit dem Fraunhofer FKIE und dem Forschungsnetzwerk 'Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit' (I2SN) hat Sachsen dafür nun die Voraussetzung geschaffen. Ich bin überzeugt, dass wir damit einen entscheidenden Beitrag für mehr Sicherheit und künftig auch mehr industrielle Wertschöpfung leisten.«
Mit »Software Defined Defence« sowie »Cybersicherheit und Resilienz« setzt das Fraunhofer FKIE an seinem neuen Standort in Leipzig auf Themen, die zu den Forschungsschwerpunkten des Verteidigungsinstituts gehören und denen wachsende Bedeutung für die zukünftige Sicherheits- und Verteidigungsstruktur in Deutschland zukommt. Ergänzend wirkt das Institut in Mittel-/Ostdeutschland auch noch im »Lernlabor Cybersicherheit« zu digitaler Forensik an der Hochschule Mittweida sowie mit einem im Aufbau befindlichen »Joint Research & Testing Lab« zu Transfer und Innovation in landbasierten Operationen in Löbau (Oberlausitz).
Dazu sagt Prof. Dr. habil. Christoph Igel, stellvertretender FKIE-Institutsleiter und zuständig für die FKIE-Aktivitäten in Mittel- und Ostdeutschland: »Als Verteidigungsinstitut stehen wir seit Jahrzehnten fest an der Seite der Bundeswehr und der Sicherheitsbehörden. Mit unseren neuen Aktivitäten in Mittel- und Ostdeutschland stärken wir den Transfer in die regionale Industrie und Wirtschaft und bereiten den Boden für neue Innovation im Freistaat Sachsen. Industrienah zu agieren und schnell anwendbare Lösungen für Bedarfe in Verteidigung und Sicherheit zu liefern, ist Teil unserer DNA als Institut der Fraunhofer-Gesellschaft.«
Forschungsnetzwerk mit Themenfeld »Cyber/IT«
Die Konferenz »Gesamtstaatliche Verteidigung und Resilienz« war zugleich die Eröffnungsveranstaltung des neuen Forschungsnetzwerks »Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit« (I2SN). Finanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) des Ministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) wird an 18 Instituten und Professuren im Freistaat Sachsen an Bedarfen für die äußere, innere und zivile Sicherheit in den Themenfeldern Cyber/IT, Energie und Material geforscht und gemeinsam mit der Industrie an Innovationen gearbeitet. Das Fraunhofer FKIE verantwortet hierbei das Themenfeld »Cyber/IT«. Der stellvertretende FKIE-Institutsleiter Professor Christoph Igel ist Sprecher des I2SN-Forschungsnetzwerks.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. habil. Christoph Igel
Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer FKIE und
Sprecher des Forschungsnetzwerks »Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit« (I2SN)
christoph.igel@fkie.fraunhofer.de
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