Lessing digital: Freimaurerdialog online
Die digitale Edition von Gotthold Ephraim Lessings „Ernst und Falk – Gespräche für Freymäurer“ (1778/1780), einem zentralen Text der deutschen Aufklärung, wird zum 15.5.2026 offiziell gelauncht. Schon jetzt ist eine Vollversion abrufbar. Darin enthalten sind die Drucke der fünf Gespräche sowie eine Handschrift, die als Vorlage für den Erstdruck begriffen werden kann.
Die Edition unternimmt den ersten Versuch digitaler Art, einen nach historisch-kritischen Gesichtspunkten konsolidierten Text des Freimaurerdialogs zu präsentieren. Darüber hinaus werden unter Berücksichtigung materialer Aspekte Einsichten in dessen Publikationsgeschichte vermittelt. Anhand der Druckvorlage wird sichtbar, wie Eingriffe durch Zensur vorgenommen und wie der Erstdruck von 1778 vorbereitet wurde. Die im Text vorkommenden Personen, Orte und Freimaurerbegriffe werden in Registereinträgen mit „unique identifiers“ verzeichnet und mit einschlägigen analogen sowie digitalen Wissensressourcen und Nachschlagewerken verknüpft.
Das Editionsteam hat den Freimaurerdialog im Rahmen des vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderten Verbundprojekts „Lessing digital“ in zweieinhalb Jahren digital neu erschlossen. Im Fokus des Projekts steht Lessings produktive Werkphase in Wolfenbüttel von 1770-1781 und die damit verbundenen Dramen, Periodika und Schriften, die in die Zeit seiner Anstellung als Bibliothekar der Herzog August Bibliothek fallen. Ausgehend von der nun veröffentlichten Kernedition sollen zukünftig Vernetzungen und digitale Schnittstellen geschaffen werden, die um weitere Texte aus Lessings Spätwerk ergänzt werden. Auf diese Weise soll sukzessive eine vollständige digitale Lessing-Edition entstehen. Die standardisierten Datenformate garantieren dabei nicht zuletzt die Interoperabilität mit anderen, teils sehr großen Datensammlungen: neue, auch quantitative, Forschungsarbeiten können so etwa dazu beitragen, Lessings Rolle in transnationalen Ideen-, Kultur - und Literaturgeschichten noch besser zu bestimmen.
Angesiedelt ist das Projekt an der Herzog August Bibliothek (Prof. Dr. Peter Burschel) und der Universität Göttingen (Prof. Dr. Jörg Wesche) mit je einer wissenschaftlichen Projektmitarbeiter*in (Oke-Lukas Möller, HAB; Dr. Viktoria Take-Walter, Göttingen). Weiterhin beteiligt sind die Freie Universität Berlin (Prof. Dr. Kai Bremer, Dr. Magdalena Fricke, Anne Humernik), Universität Bielefeld (Prof. Dr. Berenike Herrmann), das IZEA Halle (Prof. Dr. Elisabeth Décultot) sowie die Lessing-Akademie (Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn) und zwei Hilfskräfte an der Universität Göttingen (Ragna Kühn, Maximilian Menzel).
Weitere Informationen:
https://lessing-digital.hab.de/ Link zu "Lessing digital"
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