Agrartechnik: Mit Bilddaten und KI zum Mehrwert
München / Freising, 07. Mai 2026
Beim AgriTech AI Vision Day im AgriTechHUB trafen sich Experten und Expertinnen von Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups in Freising, um die Zukunft der KI-gestützten Bildverarbeitung in der Agrartechnik zu diskutieren. Im Fokus standen konkrete Anwendungen, zentrale Herausforderungen und der Transfer innovativer Lösungen in die Praxis. Deutlich wurde: Die Technologie ist weit – jetzt zählt die Umsetzung.
Wie transformiert KI-gestützte Bildverarbeitung die Agrartechnik – heute und in den kommenden Jahren? Diese Frage stand im Zentrum des AgriTech AI Vision Day, zu dem der AgriTechHUB ins Creativity and Innovation Lab der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HWST) nach Freising eingeladen hatte. Ziel der Veranstaltung war es, aktuelle Entwicklungen greifbar zu machen und den Austausch zwischen Forschung, Unternehmen und Start-ups gezielt zu fördern.
Der Vormittag bot hochkarätige Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven: Prof. Dr. Florian Haselbeck von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf stellte KI-gestützte Pflanzenschutz-Frühwarnsysteme vor und zeigte, wie datenbasierte Ansätze frühzeitig Risiken erkennen können. „Ich bin überzeugt, dass KI ein zentrales Werkzeug für die Landwirtschaft der Zukunft ist, beispielsweise um Ressourcen wie Pflanzenschutz- und Düngemittel gezielter einzusetzen. In Weihenstephan gestalten wir diese Entwicklung aktiv mit: durch anwendungsnahe Forschung ebenso wie durch moderne, zukunftsorientierte Inhalte in unseren Studiengängen“, so Prof. Haselbeck.
Prof. Dr. Torsten Schön von der Technischen Hochschule Ingolstadt gab Einblicke in den Stand des autonomen Fahrens in der Automobilindustrie und leitete daraus relevante Entwicklungen für die Agrartechnik ab. Markus Riedi von der Opto GmbH präsentierte innovative Ansätze der KI-gestützten Mikroskopie und deren Potenzial für zukünftige Anwendungen in der Landwirtschaft.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, welche Herausforderungen es zu adressieren gilt, damit KI-gestützte Bildverarbeitung erfolgreich in der Praxis eingesetzt werden kann. Eine zentrale Voraussetzung sind qualitativ hochwertige und ausreichend umfangreiche Datensätze – insbesondere im komplexen und dynamischen Umfeld der Natur. Gleichzeitig braucht es ein fundiertes Verständnis für KI-Technologien, um deren Potenziale realistisch einzuordnen und gezielt zu nutzen. „Der entscheidende Hebel liegt jedoch in der Umsetzung: Lösungen müssen skalierbar, robust und praxistauglich sein“, betont Christian Metz, Leitung des AgriTechHUB bei Bayern Innovativ.
Ein weiterer Programmhöhepunkt waren die Start-up-Pitches aus dem TUM Venture Lab und dem bayerischen AgriTech-Umfeld. Unternehmen wie AGAi, Karevo, KIREAP, TALOS und FeldSchau präsentierten ihre innovativen Ansätze und zeigten eindrucksvoll, wie neue Technologien konkret in der Praxis eingesetzt werden können.
Ergänzt wurde das Programm durch praxisorientierte Workshops, in denen die Teilnehmenden gemeinsam an konkreten Fragestellungen arbeiteten – unter anderem in Zusammenarbeit mit Fendt und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Darüber hinaus bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Networking und zur Entwicklung konkreter Kooperationsansätze.
Ein besonderes Highlight war die Vorstellung des ersten Whitepapers „AgriTech Bayern: Wo die Branche morgen gewinnt – Technologien und Hebel für Wettbewerbsfähigkeit“, das federführend von Joseph Schapfl, Teil des AgriTechHUB, erarbeitet wurde. Die Publikation zeigt zentrale Entwicklungslinien auf und liefert wichtige Impulse für die zukünftige Ausrichtung der Branche.
Das Fazit ist klar: Die Forschung im Bereich der KI-gestützten Bildverarbeitung ist bereits weit fortgeschritten. Nun gilt es, diese Erkenntnisse konsequent in marktfähige Anwendungen zu überführen. Gefragt sind integrierte, wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die Landwirtinnen und Landwirten echten Mehrwert bieten. Innovation entsteht dabei nicht isoliert, sondern im engen Zusammenspiel von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups. Genau hier setzt der AgriTechHUB an und schafft ein Ökosystem, in dem gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelt werden.
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