Algen als Klimaretterinnen
Wie können wissenschaftliche Innovationen dabei helfen, Umweltprobleme zu lösen? Darum geht es in der neuen Dokumentation “Kohle fürs Klima” aus der Reihe “Medien for future”. Professorin Dr. Ute Marx aus dem Bereich Medizintechnik an der Hochschule Pforzheim tritt als Interviewpartnerin im Film auf und gibt Einblicke in ihre Forschung zu den sogenannten Sargassum-Algen.
Die Dokumentation beleuchtet innovative Wege, biologische Reststoffe nachhaltig zu nutzen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der sogenannten hydrothermalen Carbonisierung - einem Verfahren, bei dem feuchte Biomasse, also organisches Material wie Pflanzen oder Algen, unter hohem Druck und hohen Temperaturen umgewandelt wird. Dabei entsteht eine kohlenstoffreiche Substanz, die vereinfacht als "Biokohle" beschrieben werden kann. Diese kann beispielsweise als nachhaltiger Energieträger genutzt oder langfristig im Boden gespeichert werden, um Kohlendioxid zu binden.
Im Film erklärt Dr. Ute Marx unter anderem das Potenzial von Sargassum-Algen. Die Braunalgen breiten sich seit Jahren zuhauf im Atlantik und an den Küsten der Karibik aus. Die großen Algenmengen belasten Strände, schädigen Ökosysteme und beeinträchtigen Fischerei und Tourismus. Forschende weltweit suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Biomasse sinnvoll weiterzuverarbeiten. Die Forschung von Dr. Ute Marx zeigt, wie aus einem Umweltproblem ein nachhaltiger Rohstoff werden könnte.
Die Verbindung von Naturwissenschaft, Technik und gesellschaftlicher Anwendung prägt auch ihre Professur an der Hochschule Pforzheim. Seit 2015 lehrt sie im Studiengang Medizintechnik an der Fakultät für Technik. Dort vermittelt sie naturwissenschaftliche Grundlagen ebenso wie Themen rund um Diagnostik, Digitalisierung und die Entwicklung technischer Lösungen für das Gesundheitswesen.
Der Bachelorstudiengang Medizintechnik an der Hochschule Pforzheim verbindet Ingenieurwissenschaften mit Medizin und Informatik. Studierende lernen beispielsweise, wie medizinische Geräte entwickelt werden, wie moderne Diagnostik funktioniert oder wie digitale Technologien Ärzt*innen und Pflegekräfte unterstützen können. Die Forschung von Ute Marx zeigt dabei, dass die im Studium vermittelten Kompetenzen auch weit über klassische medizinische Anwendungen hinaus eingesetzt werden können, etwa für nachhaltige Technologien und neue Ansätze im Klimaschutz.
Die Dokumentation feiert am Dienstag, den 12. Mai 2026, um 18 Uhr ihre Premiere in Tübingen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen und Tickets gibt es bei Kino for Future Tübingen.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ute Marx (ute.marx@hs-pforzheim.de)
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