Väter im wissenschaftlichen Berufsfeld: Zwischen Leistungsethos und aktiver Elternschaft
Forschungsprojekt untersucht Vereinbarkeitsdilemma im Wissenschaftsbetrieb - Vorstellung von Ergebnissen der qualitativen Studie am 21. Mai 2026
Das Idealbild des „Homo Academicus“ ist nach wie vor männlich und kinderlos. Es setzt Subjekte voraus, die sich im Modus zeitlicher Verfügbarkeit, räumlicher Entgrenzung und totaler Identifikation der Wissenschaft widmen und dabei frei von Sorge leben.
Die Wirklichkeit sieht anders aus: Während die Vereinbarkeitsfrage in der Forschung bislang vorrangig an Frauen adressiert wird, zeigen neuere Studien, dass auch familienorientierte Väter Wissenschaft und Vaterschaft als konkurrierende Sphären erleben, die sie belasten.
Ähnlich wie für Mütter, die von der geltenden Norm abweichen, ergeben sich für familienorientierte Väter Herausforderungen im Umgang mit der Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Tätigkeit mit elterlichen Careaufgaben. Dies wird jedoch bislang im wissenschaftlichen Diskurs zum Vereinbarkeitsdilemma im Wissenschaftsbetrieb vernachlässigt.
Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht ausschließlich eine ‚Frauenfrage‘
Diese Lücke schließt das Forschungsprojekt „Väter im wissenschaftlichen Berufsfeld. Eine qualitative Untersuchung“. Es geht auf Basis von Gruppendiskussionen mit Vätern in der prä- und postdoc-Phase und anhand von biographisch-narrativen Interviews mit Professoren der Frage nach, wie sie das Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlichem Leistungsethos und aktiver Vaterschaft erleben. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht länger ausschließlich als ‚Frauenfrage‘ zu verhandeln, sondern die vergeschlechtlichten Strukturen des Wissenschaftssystems und Anforderungen an Wissenschaftler*innen und dabei gleichzeitig auch Veränderungen im Geschlechterverhältnis umfassender in den Blick zu nehmen.
Einladung zur Diskussion
Das Projekt, das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) gefördert wird, läuft bis September 2026. Die Projekt-Ergebnisse werden im Nachgang in Form eines Sammelbandes publiziert.
Schon jetzt präsentieren die Forschenden zentrale Ergebnisse aus den Gruppendiskussionen in einer Online-Veranstaltung am 21. Mai 2026. Das gFFZ (Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen) lädt dazu Lehrbeauftragte, Mitarbeitende, Professor*innen, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit ein.
Von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr stellen Projektmitarbeiterin Marlene Blöthner, Prof. Dr. Lotte Rose und Dr. Hanna Haag, wissenschaftliche Koordinatorin des gFFZ, die Ergebnisse vor. Anschließend ist bis 17:00 Uhr Zeit und Raum für gemeinsame Diskussion.
Informationen und der Link zur Anmeldung finden sich unter: www.frankfurt-university.de/?id=15826
Termin: Donnerstag, 21. Mai 2026, 15:00 bis 17:00 Uhr
Ort: online über MS Teams (Teilnahmelink nach Anmeldung)
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Frankfurt University of Applied Sciences, gFFZ (Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen), wissenschaftliche Koordinatorin Dr. Hanna Haag, Telefon: +49 69 1533-3158, E-Mail: haag.h@gffz.de
Weitere Informationen:
https://www.frankfurt-university.de/gffz (Informationen zum gFFZ)
https://www.frankfurt-university.de/?id=14620 (Informationen zum Forschungsprojekt „Väter im wissenschaftlichen Berufsfeld“)
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