Die nächste Generation: Projekt ModConFlex ebnet Weg für neue Technologien und Karrieren
Im EU-Projekt ModConFlex betreiben 14 internationale Nachwuchswissenschaftler*innen Grundlagenforschung, die zukünftig für verschiedene industrielle Anwendungen wie Windkraftanlagen und Flugzeugtragflächen nützlich sein kann. Bevor das Projekt endet, kommen sie im Juni nach Wuppertal, um sich an der Bergischen Universität ein letztes Mal persönlich über ihre Forschung auszutauschen und ihr Netzwerk zu stärken.
Durch die Verbesserung der Modellierung zum Beispiel schwimmender Windräder oder längerer, schmalerer Tragflächen könnte die nächste Generation von Windkraftanlagen und Flugzeugen deutlich leistungsstärker werden: Sie passen sich besser an wechselnde Wind- und Strömungsverhältnisse oder Turbulenzen an, oder verringern den Luftwiderstand und führen damit zu geringerem Treibstoffverbrauch. Bevor sie hergestellt werden, braucht es bei der Entwicklung ein tiefgreifendes Verständnis davon, wie sich derartige flexible Strukturen im Zusammenspiel mit Wasser und Luft verhalten. Welchen Einfluss hat zum Beispiel der Wellengang auf ein schwimmendes Windrad und seine Rotorblätter? Und noch weitergedacht: Welche Strukturen braucht es, um die Windräder intelligent miteinander zu vernetzen und so optimal zu betreiben?
Antworten dazu will das von der Europäischen Union geförderte Projekt ModConFlex liefern. Darin beschäftigen sich Doktorand*innen in vier EU-Ländern, Großbritannien und Israel mit verschiedenen Aspekten flexibler Strukturen – von der Modellierung der Prozesse bis zu ihrer Steuerung.
„Ein absoluter Gewinn“
Hinter ModConFlex stecken acht Universitäten, die sich gemeinsam zum Ziel gesetzt haben, die nächste Generation von Forscher*innen auszubilden, die sich den Herausforderungen in diesem speziellen Forschungsfeld widmen. Eine von ihnen ist die Bergische Universität Wuppertal: Die Projektkoordinatorin Prof. Dr. Birgit Jacob leitet in der Mathematik die Arbeitsgruppe Funktionalanalysis und betreut zwei ModConFlex-Doktorandinnen aus Kroatien und Marokko.
Sie erklärt die zentrale Idee: „Mit ModConFlex ermöglicht die EU es den Doktorand*innen, internationale Erfahrung zu sammeln. Im Laufe ihrer Promotion forschen sie an drei verschiedenen Universitäten und sind bei einem unserer Industriepartner tätig. Dieses Netzwerk ist auf vielen Ebenen ein absoluter Gewinn. Wir ebnen darin nicht nur den Weg für nachhaltige und effiziente Technologien. Für die Nachwuchswissenschaftler*innen bildet es eine tolle Ausgangslage für ihren weiteren persönlichen Weg – ob in der Forschung oder der Industrie. Sie profitieren von dem Austausch mit exzellenten Expert*innen in ihrem Forschungsgebiet, den zahlreichen geknüpften Kontakten und dem wertvollen kulturellen Austausch.“
Perspektivwechsel inklusive
Gerade bereitet die Wuppertaler Mathematikprofessorin gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Dr. Katrin Heinrichs eine dreitägige Konferenz vor, zu der alle im Programm forschenden Doktorand*innen mit ihren Promotionsbetreuer*innen nach Wuppertal kommen. Sie stellen ihre bisherigen Forschungsergebnisse vor und haben die Gelegenheit, mit weiteren internationalen Gastvortragenden aus dem Netzwerk und darüber hinaus in den Austausch zu kommen. Dabei werden sie auch über den Rand ihres eigenen Fachgebiets blicken. „Wir haben unter anderem eine Referentin im Programm, die in der Medizintechnik verwandte Modellierungstechniken anwendet. Das unterstreicht einmal mehr die Relevanz der Forschungsfragen, denen sich unsere Doktorand*innen aktuell aus mathematischer oder ingenieurwissenschaftlicher Perspektive stellen“, betont Katrin Heinrichs.
Die ModConFlex-Konferenz findet vom 10. bis 12. Juni im Waldhotel Eskeshof statt. Neben Vorträgen und Diskussionen gehört auch eine Stadtführung zum Programm, die die internationalen Gäste vom Tagungshotel durch das Briller Viertel und vorbei an der Nordbahntrasse ins Luisenviertel führt.
Mehr Hintergrund
In ModConFlex kooperiert die Bergische Universität Wuppertal mit den Universitäten in Tel Aviv, Twente, Besançon, Bordeaux und Erlangen-Nürnberg sowie den nicht EU-finanzierten Universitäten Warwick und Imperial College London. Hinzu kommen 16 weitere akademische und Industriepartner aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den USA und Spanien, die ihre Expertise ins Netzwerk einbringen.
Die im Projekt forschenden Doktorand*innen sind jeweils an einer Universität angestellt, an der sie auch promovieren. Sie dürfen sich im Land der betreuenden Universität drei Jahre vor Vertragsbeginn nur maximal ein Jahr aufgehalten haben. Im Laufe ihrer Promotion absolvieren sie Aufenthalte an zwei weiteren Universitäten und bei einem Industriepartner.
Das Projekt wird von der EU über das Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa, Teilbereich Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen (MSC-Maßnahmen), mit insgesamt rund 2,7 Millionen Euro gefördert. Die MSC-Maßnahmen zielen darauf ab, die länder- und sektorübergreifende Mobilität und die Karriereentwicklung von Forschenden zu fördern, einen starken Pool von europäischen Forschenden zu schaffen und den Forschungsstandort Europa für Wissenschaftler*innen attraktiver zu machen. Die Bergische Universität Wuppertal erhält für das Projekt ModConFlex rund 521.000 Euro.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Kathrin Heinrichs
Arbeitsgruppe Funktionalanalysis
E-Mail heinrichs@uni-wuppertal.de
Weitere Informationen:
https://modconflex.uni-wuppertal.de/de/
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