Eva Stukenbrock zum Leopoldina-Mitglied berufen
- Gemeinsame Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie, Plön -
Nationale Akademie der Wissenschaften ehrt CAU-Professorin für ihre herausragenden Leistungen in der Erforschung der evolutionären Genomik pflanzenschädlicher Pilze
Die Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften, beruft Eva Stukenbrock, Professorin für Umweltgenomik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Fellow am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI-EvolBio), zu ihrem neuen Mitglied. Dies gab die 1652 gegründete Akademie kürzlich bekannt. Sie zählt zu den renommiertesten Wissenschaftsgesellschaften in Deutschland und dient dazu, unabhängige und wissenschaftsbasierte Politikberatung zu aktuellen gesellschaftlich relevanten Fragen zu leisten und die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien zu vertreten. Rund 1700 angesehene wissenschaftliche Mitglieder aus dem In- und Ausland und nahezu allen Forschungsbereichen sind in der in Halle an der Saale ansässigen Institution vereint.
Wegweisende Forschung zu den Beziehungen von Nutzpflanzen und schädlichen Pilzen
Eva Stukenbrock leitet nach Stationen unter anderem in Zürich, Aarhus und Marburg seit 2014 die Forschungsgruppe Umweltgenomik an CAU und MPI-EvolBio und erforscht gemeinsam mit ihrem Team die genetischen Grundlagen der gegenseitigen Anpassungen von Mikroorganismen, insbesondere Pilzen, ihren pflanzlichen Wirtsorganismen und der Umwelt. „International gilt Eva Stukenbrock als führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der evolutionären Genomik pathogener Pilze, ihre Forschungsbeiträge sind wegweisend für die Entschlüsselung von Mustern der adaptiven Evolution und der Genomarchitektur bei Pilzen. Dies erkennt die Leopoldina nun in besonderer Weise an und beruft Eva Stukenbrock wohlverdient zu ihrem neuen Mitglied - dazu gratuliere ich ihr im Namen unseres Instituts herzlich“, betont Professor Arne Traulsen, geschäftsführender Direktor des MPI-EvolBio.
In ihren Forschungsarbeiten nutzen Stukenbrock und ihre Mitarbeitenden den pflanzenschädlichen Pilz Zymoseptoria tritici und verwandte Arten als Modellsystem, um die molekularen Mechanismen zur adaptiven Evolution und Diversifikation besser zu verstehen. Die genauere Kenntnis der Anpassungen schädlicher Pilze an pflanzliche Wirte und die damit zusammenhängende Resistenzevolution gegenüber Pestiziden ist besonders für den Schutz von Nutzpflanzen relevant. „Mit ihren wegweisenden Arbeiten zum Beispiel zu den Beziehungen von Pflanzen, ihren Mikrobiomen und Schädlingen schafft Eva Stukenbrock fundierte Ansätze für künftige Strategien, um Nutzpflanzen weltweit besser vor Pilzkrankheiten zu schützen und so massiven Ernteausfällen vorzubeugen. Die Berufung in die Leopoldina bestätigt, welche herausragende Stellung sie in ihrem Forschungsgebiet auf internationaler Ebene erreicht hat“, betont Professor Eckhard Quandt, CAU-Vizepräsident für Forschung.
Leopoldina nutzt vermehrt Schleswig-Holsteinische Expertise
Stukenbrocks erfolgreiche Arbeit drehte sich in den vergangenen Jahren insbesondere um die Wechselwirkungen zwischen Wirtspflanzen und ihren Krankheitserregern und die Identifizierung ökologischer Faktoren, die die adaptive Evolution bei Pilz-Pathogenen vorantreiben. Weiterhin hat sie mit ihrem Forschungsteam verstärkt die Koevolution und die Interaktionen von mikrobiellen Gemeinschaften in Wild- und Kulturpflanzen erforscht und wie sich diese Beziehungen auf die Anfälligkeit für Pflanzenschädlinge auswirken. Damit hat Stukenbrock insgesamt das Feld der evolutionären Genomik vorangebracht und Grundlagen geschaffen, um aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Wahrung der Ernährungssicherheit zu begegnen.
In der Leopoldina wird sie mit dieser Expertise aktiv zur Arbeit der Sektion „Organismische und Evolutionsbiologie“ beitragen. Neben den wissenschaftlichen Aufgaben wird die Evolutionsbiologin zudem öffentliche Aktivitäten der Akademie unterstützen. Unter anderem ist für das Frühjahr 2027 das externe Leopoldina-Symposium „Sensing in the Metaorganism“ in Kiel geplant, das Stukenbrock gemeinsam mit CAU-Professor Thomas Bosch, ebenfalls Leopoldina-Mitglied, organisiert.
Neben ihrer erfolgreichen Forschungstätigkeit hat sich Stukenbrock in ihrer Doppelrolle als Professorin der Kieler Uni und zugleich Max-Planck-Fellow in Plön zudem um die enge Zusammenarbeit zwischen der CAU und dem MPI-EvolBio verdient gemacht. Ihr Engagement trug maßgeblich dazu bei, die Region Kiel als einzigartigen Schwerpunkt der Evolutionsforschung in Deutschland zu etablieren. Zusätzlich gelang es Eva Stukenbrock, mit der Gründung des „Kiel Plant Centers“ (KPC) im Rahmen des CAU-Forschungsschwerpunkts Kiel Life Science (KLS), die Pflanzenforschenden in der Kieler Region erfolgreich zu vernetzen. Dies wird unter anderem mit der Einwerbung der DFG-Forschungsgruppe „PlantsCoChallenge“ zu pflanzlichen Anpassungen an den globalen Wandel an der CAU deutlich, die sie seit 2024 leitet. Insgesamt zeichnet die Leopoldina mit der Berufung neben Stukenbrocks wissenschaftlicher Exzellenz insbesondere ihr Engagement für eine Stärkung und Vernetzung der Pflanzen- und Evolutionsforschung an der CAU und ihren Partnerinstitutionen aus.
Über die Leopoldina:
Die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist mit ihren rund 1.700 Mitgliedern aus 30 Ländern und nahezu allen Wissenschaftsbereichen eine klassische Gelehrtengesellschaft. Sie wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt, die unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen wichtige gesellschaftliche Zukunftsthemen wissenschaftlich bearbeitet, die Ergebnisse der Politik und der Öffentlichkeit vermittelt und diese Themen national wie international vertritt. Sie ist die älteste ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt und wählt hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ihren Mitgliedern. Seit der Gründung wurden mehr als 7.000 Persönlichkeiten ernannt. Dazu gehörten unter anderem Marie Curie, Charles Darwin, Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe, Alexander von Humboldt, Justus von Liebig und Max Planck.
Fotos stehen zum Download bereit:
https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2026/086-stukenbrock-leopoldina-es.jpg
Bildunterschrift: Eva Stukenbrock, Professorin für Umweltgenomik an der CAU und Fellow am MPI-EvolBio in Plön, wurde kürzlich zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt.
© Uni Kiel
Weitere Informationen:
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina e. V. - Nationale Akademie der Wissenschaften:
https://www.leopoldina.org
Arbeitsgruppe Umweltgenomik, Botanisches Institut,
CAU / Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön:
https://www.evolbio.mpg.de/2984078/environmentalgenomics
Forschungszentrum Kiel Plant Center (KPC), CAU:
https://www.plant-center.uni-kiel.de
DFG-Forschungsgruppe (FOR) 5640 „PlantsCoChallenge“:
https://www.plantscochallenge.de
Forschungsschwerpunkt Kiel Life Science (KLS), CAU:
https://www.kls.uni-kiel.de
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Eva Stukenbrock
Arbeitsgruppe Umweltgenomik, Botanisches Institut,
CAU / Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön
Tel.: 0431-880-4274
E-Mail: estukenbrock@bot.uni-kiel.de
Weitere Informationen:
https://www.leopoldina.org
https://www.evolbio.mpg.de/2984078/environmentalgenomics
https://www.plant-center.uni-kiel.de
https://www.plantscochallenge.de
https://www.kls.uni-kiel.de
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