Frauke Gräter zum Mitglied der Leopoldina gewählt
Die Chemikerin Frauke Gräter, Direktorin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz und Leiterin des Arbeitskreises „Biomolekulare Mechanik“, ist in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt worden. Sie erforscht, wie Biomoleküle mechanische Kräfte in biochemische Signale übersetzen, kombiniert Simulationen, datengetriebene Methoden und Experimente und wurde u. a. mit dem PRACE Ada Lovelace Award sowie einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet.
Frauke Gräter, Direktorin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz und Leiterin des Arbeitskreises „Biomolekulare Mechanik“, wurde zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt. Die Mitgliedschaft in der Leopoldina gilt als eine hohe Auszeichnung und Anerkennung wissenschaftlicher Fachkompetenz in Deutschland. Die Akademie vereint rund 1.700 Mitglieder aus über 30 Ländern und berät Politik und Öffentlichkeit zu wissenschaftsbasierten Zukunftsfragen.
Hohe Anerkennung für exzellente Forschung
Im Zentrum von Frauke Gräters Arbeiten steht die Rolle von Biomolekülen als Sensoren. Proteine und andere Makromoleküle reagieren auf äußere Einflüsse, indem sie ihre Struktur gezielt verändern. So gewinnen Kollagenfasern unter Zug an Stabilität, während die Blutgerinnung durch das Zusammenspiel von Gerinnungsfaktoren präzise gesteuert abläuft. Frauke Gräter konnte zeigen, dass diesen Anpassungen mechanochemische Kopplungen zugrunde liegen: Physikalische Kräfte lösen direkt chemische Reaktionen aus. Diese Prozesse reichen von einzelnen kovalenten Bindungen bis zu komplexen Geweben.
Gräters Arbeitskreis entwickelt Methoden die Bindungsbrüche bei Molekülen sowie Reaktionspfade in Computersimulationen nachbilden. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf sogenannten Mechanoradikalen: Ihre Arbeiten konnten zeigen, dass gedehnte Proteinmaterialien durch das gezielte Aufbrechen kovalenter Bindungen Radikale bilden – ein Mechanismus, der Materialeigenschaften, Gewebealterung und oxidativem Stress zugrunde liegt.
Wissenschaftliche Laufbahn und Auszeichnungen
Frauke Gräter trat 2024 dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz als Direktorin bei und leitet seitdem dort die Abteilung „Biomolekulare Mechanik“. Sie studierte Chemie an den Universitäten Tübingen, Kyoto und Heidelberg und promovierte am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Nach ihrem Abschluss absolvierte sie ihre Postdoc-Zeit am Department of Chemistry der Columbia University in New York. Anschließend übernahm sie eine Juniorgruppenleiter-Position am MPG-CAS-Partnerinstitut für Computational Biology, bevor sie ihre wissenschaftliche Laufbahn am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) als Gruppenleiterin fortsetzte und später Professorin an der Universität Heidelberg wurde.
Sie erhielt den PRACE Ada Lovelace Preis 2017 und wurde mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet. Unter anderem ist sie Mitglied des Senats der Leibniz-Gemeinschaft, Fellow der Max Planck School Matter to Life und Mitglied des Editorial Boards des Biophysical Journal. Seit 2026 ist sie Fellow der neuen Max Planck School for Biomedical Intelligence.
Die Leopoldina
Die 1652 gegründete Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina ist seit 2008 die Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands. Sie vertritt die deutsche Wissenschaft international und erarbeitet unabhängige Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen für Politik und Öffentlichkeit.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Frauke Gräter
graeter@mpip-mainz.mpg.de
Weitere Informationen:
https://www.leopoldina.org/mitglieder/mitgliederverzeichnis/detail/frauke-graeter
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