IAB-Arbeitsmarktbarometer: Flaute am Arbeitsmarkt hält an
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verzeichnet im Mai den ersten Anstieg seit einem halben Jahr. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) steigt um 0,1 Punkte auf nun 99,6 Punkte und signalisiert weiterhin einen eher pessimistischen Ausblick auf die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes. Das European Labour Market Barometer verharrt im Mai mit 100,1 Punkten leicht über der neutralen Marke von 100 Punkten.
Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung in Deutschland stagniert mit 100,1 Punkten leicht über der neutralen Marke. Während das auf insgesamt stabile Beschäftigung hindeutet, liegt der Ausblick dennoch auf seinem bislang schwächsten Stand außerhalb der Pandemie. Grund dafür sind insbesondere die starken Jobverluste in der Industrie. Die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit gewinnt gegenüber dem Vormonat 0,1 Punkte hinzu auf nun 99,0 Punkte. Damit liegt die Komponente zur Vorhersage der Arbeitslosigkeit weiter im pessimistischen Bereich. „Einen Einbruch gibt es am Arbeitsmarkt nicht, einen Durchbruch aber auch nicht. Dafür bräuchten wir mehr Bewegung und neue Jobs“, erklärt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am IAB.
Das European Labour Market Barometer stagniert im Mai bei 100,1 Punkten. Der Frühindikator des Europäischen Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und des IAB liegt damit weiter leicht über dem neutralen Wert von 100 Punkten. „Die europäischen Arbeitsmärkte haben keine klare Richtung. Erholungsfaktoren und Rückschläge wie der Ölpreisschock gleichen sich aus“, so Weber.
Datengrundlage
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein seit November 2008 bestehender Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert.
Das European Labour Market Barometer ist ein monatlicher Frühindikator, der auf einer seit Juni 2018 gemeinsam von den 18 Arbeitsverwaltungen und dem IAB durchgeführten Befragung unter den lokalen oder regionalen Arbeitsagenturen der teilnehmenden Länder basiert. Dazu zählen: Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft, Wallonien), Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Island, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und Zypern.
Während Komponente A des IAB-Arbeitsmarktbarometers und des European Labour Market Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus diesen beiden Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert der beiden Barometer. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala der Barometer reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).
Zum Download stehen bereit:
- eine Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich seiner Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ unter https://www.iab.de/presse/abzeitreihe (xlsx).
- eine Grafik mit den aktuellen Werten des IAB-Arbeitsmarktbarometers und seiner Komponenten sowie eine Zeitreihengrafik unter https://iab.de/daten/iab-arbeitsmarktbarometer/.
Eine Zeitreihe des European Labour Market Barometer einschließlich seiner Einzelkomponenten für alle beteiligten Arbeitsverwaltungen ist unter www.iab.de/Presse/elmb-components (xlsx) abrufbar.
Mehr zum Europäischen Arbeitsmarktbarometer findet sich unter https://iab.de/en/daten/european-labour-market-barometer/.
Weitere Information zum Arbeitskräfteknappheits-Index des IAB finden Sie unter https://iab.de/daten/arbeitskraefteknappheits-index/
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