Verbundprojekt RUDI zur Stärkung ländlicher Räume gestartet
Das europäische Verbundprojekt „Rural innovation to address demographic and climate challenges“ (RUDI) entwickelt in den kommenden vier Jahren neue Ansätze zur Bewältigung demografischer und klimatischer Herausforderungen in ländlichen Regionen Europas. Beteiligt ist auch das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL).
Ländliche Regionen stehen europaweit unter wachsendem Druck: Bevölkerungsrückgang, alternde Gesellschaften und klimabedingte Extremereignisse verändern vielerorts die Lebensbedingungen. Das Projekt untersucht, wie demografische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen zusammenwirken und welche innovativen Lösungen Kommunen und Regionen widerstandsfähiger machen können. Ziel ist es, die Innovationsfähigkeit ländlicher Räume zu stärken und Impulse für die europäische Politik zur Entwicklung ländlicher Regionen zu liefern.
An RUDI beteiligt sind neben dem IfL die Universitäten Graz, Mailand, Wageningen, Riga, Kraków und Sofia sowie mehr als zehn weitere Organisationen aus ganz Europa. Gemeinsam arbeiten sie daran, Entvölkerungstendenzen entgegenzuwirken und ländliche Räume langfristig zu stärken. Koordiniert wird das Projekt vom Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) in Wien.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen sogenannte Rural Innovation Clusters sowie „Rural Living Labs“ als praxisorientierte Reallabore, die in acht Fallregionen eingerichtet werden. Dort entwickeln Kommunen, Unternehmen, Akteure der Sozialwirtschaft, zivilgesellschaftliche Organisationen und Forschungseinrichtungen gemeinsam neue Ansätze – etwa für kooperative Pflegemodelle, zirkuläre Agrar- und Ernährungssystemen oder klimaresiliente Mobilitätsangebote. Die deutsche Fallregion ist die Gemeinde Kyffhäuserland in Thüringen.
Das IfL bringt sich in allen Projektphasen mit Grundlagenforschung ein. Untersucht werden unter anderem europäische Bevölkerungsmuster sowie kritische Schwellenwerte für Infrastrukturen in ländlichen Räumen. Gemeinsam mit Wageningen University & Research entwickelt das IfL zudem ein Demografie-Klima-Dashboard, das regionale Planungsprozesse unterstützen soll.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Tim Leibert
Tel. +49 341 600 55-188
t_leibert@leibniz-ifl.de
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