7. Deutscher Medienpreis Depressionshilfe geht an Sat.1, ZDF/3sat/ARTE und Westfälische Nachrichten
Frankfurt/M., 1. Juni 2026 – Die Gewinner des Deutschen Medienpreises Depressionshilfe 2026 stehen fest: Beim Deutschen Patientenkongress Depression am 30. Mai 2026 in der Alten Oper Frankfurt/M. zeichneten der Jury-Vorsitzende Harald Schmidt und weitere Jurymitglieder drei Sieger aus.
Frankfurt/M., 1. Juni 2026 – Die Gewinner des Deutschen Medienpreises Depressionshilfe 2026 stehen fest: Beim Deutschen Patientenkongress Depression am 30. Mai 2026 in der Alten Oper Frankfurt/M. zeichneten der Jury-Vorsitzende Harald Schmidt und weitere Jurymitglieder drei Sieger aus.
Die Gewinner des 7. Deutschen Medienpreises Depressionshilfe mit den Jury-Begründungen:
1. Platz
Lea Thomas (Sat.1) „Suizide verhindern: Wie Katharina es aus der Krise schaffte“
Der 1. Platz des Deutschen Medienpreises Depressionshilfe geht in diesem Jahr an einen Beitrag, der in besonderer Weise durch Sensibilität bei gleichzeitiger Tiefe überzeugt. Die Reportage „Suizide verhindern: Wie Katharina es aus der Krise schaffte“ von Lea Thomas für Sat.1 erzählt feinfühlig die Geschichte einer jungen Frau, die mit einer Depression und mit Suizidgedanken zu kämpfen hatte. Die Protagonistin erzählt offen und beeindruckend, wie sie sich in der akuten Krise gefühlt hat und wie der Weg heraus bei ihr aussah. Die Reportage verzichtet auf unnötige, möglicherweise triggernde Formulierungen und fokussiert stattdessen auf Hilfsangebote und den Weg aus der Krise heraus, wie z.B. das niedrigschwellige Angebot von U25. Der prämierte Sat.1-Beitrag zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Zurückhaltung und fast eine Art Bescheidenheit aus – und gerade darin liegt seine Stärke. Eine klare, reduzierte Erzählweise ohne reißerische oder zuspitzende Elemente schafft Raum für das Wesentliche: das ernsthafte Verständnis für Suizidgedanken bei jungen Menschen. Ein Thema von enormer gesellschaftlicher Relevanz. Denn Suizid ist die häufigste Todesursache unter jungen Menschen. Umso wichtiger ist eine Berichterstattung, die aufklärt und Wege aus der Krise aufzeigt. Genau das gelingt diesem Beitrag in herausragender Weise. Er behandelt das Thema klar und fachlich korrekt – also auch ohne dabei den Werther-Effekt mit möglichen Nachahmungseffekten hervor zu rufen. Dadurch trägt der Beitrag dazu bei, Unsicherheiten abzubauen, ohne dabei zu verharmlosen.
Besonders hervorzuheben ist die Balance zwischen inhaltlicher Tiefe und Zugänglichkeit. Der Beitrag macht ein sensibles Thema verständlich und einfach zugänglich ohne zu banalisieren – so erreicht er ein breites Publikum. Damit setzt diese Arbeit einen wichtigen Maßstab für verantwortungsvolle Berichterstattung über psychische Erkrankungen – und insbesondere über Suizidalität.
Die Jury ist begeistert von diesem Beitrag und spricht Lea Thomas daher Platz 1 und ein damit verbundenes Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro zu.
Der Beitrag zum Anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=1Bh8RLPT2mA
2. Platz
Programmschwerpunkt ZDF/3sat/ARTE "Psychisch stark – Wege aus der Depression"
Der 2. Platz geht in diesem Jahr an den Programmschwerpunkt "Psychisch stark – Wege aus der Depression". In einem umfangreichen Programmangebot widmen sich ZDF, 3sat und ARTE dem Thema Depression in großer Bandbreite: in Magazinbeiträgen, Dokumentationen und Reportagen, aber auch in einem fiktionalen Programm. Der ausgezeichnete Programmschwerpunkt von ZDF, 3sat und ARTE ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das das Thema Depression aus unterschiedlichen Perspektiven und in großer thematischer Vielfalt beleuchtet. Ob persönliche Erfahrungsberichte, historische Einordnung oder der Blick in die Forschung – der Programmschwerpunkt greift unterschiedliche Aspekte rund um die Depression auf und führt sie zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Auch die hohe journalistische Qualität überzeugt: die Beiträge sind verständlich, nahbar und sprechen ganz unterschiedliche Zielgruppen an. Das ermöglicht einen breiten Zugang – auch für Menschen, die sonst vielleicht wenig Berührungspunkte mit Depression haben. Die Jury hebt besonders hervor, dass es im deutschen Fernsehen noch nie eine so umfassende und aufeinander abgestimmte Berichterstattung zum Thema Depression gegeben hat. Indem die Sender-Verantwortlichen Depression eine ganze Woche lang mit so vielen Formaten in den Fokus rücken, machen sie auf besondere Weise deutlich: Die Erkrankung ist kein Randthema, sondern ein dringendes Anliegen aus der Mitte unserer Gesellschaft. Damit leistet der Programmschwerpunkt einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Entstigmatisierung.
Dieser umfangreiche Programmschwerpunkt war der Jury Platz 2 und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro wert.
Alle Beiträge des Programmschwerpunkts im Überblick: https://presseportal.zdf.de/pressemappe/psychisch-stark-wege-aus-der-depression
3. Platz
Gunnar Pier (Westfälische Nachrichten) „Mit dem Kind kam die Krise“
Der 3. Platz des Medienpreises Depressionshilfe geht in diesem Jahr an einen Beitrag, der durch seine ruhige, präzise und lebensnahe Erzählweise überzeugt – und dabei ein Thema in den Fokus rückt, das noch immer viel zu selten sichtbar ist: die postpartale Depression.
Der ausgezeichnete Beitrag der Westfälischen Nachrichten „Mit dem Kind kam die Krise“ von Gunnar Pier erzählt die Geschichte von Stephanie – einer Frau, die sich auf ihr Wunschkind freute und dann in eine tiefe Krise geriet. Eine postpartale Erkrankung passt nicht in gängige Erwartungen von großen Glücksgefühlen rund um die Geburt – stattdessen erleben betroffene Mütter tiefe Verzweiflung oder Gefühlslosigkeit. Gerade diese Diskrepanz macht der Beitrag eindrücklich sichtbar – sachlich, unaufgeregt und zugleich nah an der Lebensrealität. Ohne zu dramatisieren, aber auch ohne zu vereinfachen, entsteht ein differenziertes Porträt, das Betroffenen eine Stimme gibt und Leserinnen und Leser mitnimmt. Besonders hervorzuheben ist die journalistische Qualität: Der Beitrag ist fachlich korrekt, sorgfältig recherchiert und klar strukturiert. Seine Stärke liegt auch in seiner Zugänglichkeit – er erreicht die Menschen und macht ein komplexes Thema verständlich und greifbar. Als regionales Printmedium leisten die Westfälischen Nachrichten damit einen wichtigen Beitrag: Sie bringen das Thema postpartale Depression in die Breite der Gesellschaft. Und nicht zuletzt vermittelt dieser Beitrag eine zentrale Botschaft: Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, aber sie ist behandelbar. Die Geschichte endet mit einer genesenen Mutter und macht deshalb Mut, sich Hilfe zu holen.
Platz 3 und damit 1.000 Euro gehen daher an Gunnar Pier.
Hochrangige Jury
Der von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention ins Leben gerufene Preis wird über alle Mediengattungen hinweg verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Medienbeiträge, die einem breiten Publikum anschaulich und kompetent von Depressionserkrankungen sowie deren Behandlungsmethoden berichten. Im Fall der Berichterstattung zu Suiziden wird ein besonderes Augenmerk auf eine sachgerechte Form der Darstellung gelegt, um Nachahmungseffekte zu verhindern.
Zur ehrenamtlich tätigen Jury gehören neben dem Vorsitzenden und Stiftungs-Schirmherrn Harald Schmidt: Nadja Stavenhagen (Journalistin und Leiterin Akademie für Publizistik), Uwe Kammann (Publizist/Medienberater, ehem. Geschäftsführer des Grimme-Instituts), Christine Reuter (Betroffene, Peer-Beraterin und Mitglied des Leipziger Bündnis gegen Depression), Annett Schlesier (Leiterin des Kompetenzcenters Gesundheit bei der Berliner Stadtreinigung), Thomas Voigt (Kommunikationsberater und ehem. Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Group) und Prof. Dr. Ulrich Hegerl (Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Professur Universität Frankfurt/M.).
Gefördert wird der 7. Deutsche Medienpreis Depressionshilfe von der Brigitte Letsch geborene Düppers Stiftung.
Ab ca. 18 Uhr können Sie unter folgendem Link Pressefotos herunterladen:
https://cloud.deutsche-depressionshilfe.de/public/download-shares/0iMV0N5bAz4sOJwEosKhFdslwzaVeikM
Pressekontakt:
Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
Heike Friedewald & Lisa Bäuerle
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0341 22 38 74 12
presse@deutsche-depressionshilfe.de
Über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention hat sich die bessere Versorgung depressiv erkrankter Menschen und die Reduktion der Suizide in Deutschland zum Ziel gesetzt. Neben Forschungsaktivitäten bietet die Stiftung Betroffenen und Angehörigen unter ihrem Dach vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie das das deutschlandweite Info-Telefon Depression. In 90 Städten und Kommunen haben sich Bündnisse gebildet, die auf lokaler Ebene Aufklärung über die Erkrankung leisten. Vorstandsvorsitzender ist Prof. Dr. Ulrich Hegerl. Die Schirmherrschaft hat der Entertainer und Schauspieler Harald Schmidt übernommen. www.deutsche-depressionshilfe.de
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Heike Friedewald
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
Goerdelerring 9
04109 Leipzig
Tel: 0341/22 38 74 12
presse@deutsche-depressionshilfe.de
www.deutsche-depressionshilfe.de
Originalpublikation:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de/presse/deutscher-medienpreis-depressionshilfe
Weitere Informationen:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de/presse/deutscher-medienpreis-depressionshilfe
Ähnliche Pressemitteilungen im idw