Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis: Ming-Yu Ngai zu Gast in Chemie der Universität Regensburg
Die Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützt gemeinsame Forschung der Regensburger Chemie mit dem renommiertem US-Chemiker Ming-Yu Ngai auf dem Gebiet der Photokatalyse.
Das Institut für Organische Chemie an der Universität Regensburg freut sich über einen besonderen Forschungsgast, der aktuell noch bis 30. Juni 2026 an der Fakultät für Chemie und Pharmazie bei Forschungsdekan Professor Dr. Oliver Reiser zu Gast ist: Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreisträger Professor Dr. Ming-Yu Ngai von der US-amerikanischen Purdue University (West Lafayette, Indiana).
„Professor Ming-Yu Ngai beschäftigt sich wie wir mit dem Gebiet der Photokatalyse und ist daher eine hervorragende Ergänzung für unseren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich/Transregio 325“, freut sich Oliver Reiser. Gefördert wird der Aufenthalt durch das Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis-Programm der Alexander von Humboldt-Stiftung über drei Jahre, jeweils für die Monate Mai und Juni in den Jahren 2026, 2027 und 2028.
Grundlage für neue Therapeutika
„Letztendlich zielt unsere Forschungstätigkeit darauf ab, Fortschritte in der katalytischen Synthese in biologische Anwendungen zu übertragen und so die Entdeckung und Entwicklung neuer Therapeutika und diagnostischer Werkzeuge für menschliche Krankheiten wie Krebs, neurologische Störungen und Diabetes zu ermöglichen“, erläutert Reiser.
Die Chemikerinnen und Chemiker beschäftigen sich dafür mit moderner Wirkstoffforschung. Dabei sind sie zunehmend auf die Fähigkeit angewiesen, komplexe Moleküle schnell und selektiv zu modifizieren. Doch viele wirkungsvolle molekulare Umwandlungen sind mit herkömmlichen Synthesestrategien nach wie vor schwierig oder gar nicht realisierbar.
„Unser Kollege Ming Ngai begegnet dieser Herausforderung durch die Entwicklung neuer katalytischer Systeme, die sichtbares Licht und Radikalreaktivität nutzen, um die molekulare Bearbeitung organischer Moleküle zu ermöglichen“, erläutert Reiser.
Chemische Innovation, gepaart mit Nachhaltigkeit
Geleitet von der langfristigen Vision, „Licht in Medizin zu verwandeln“, untersucht diese Forschung, wie katalytische Prozesse im angeregten Zustand das Spektrum chemischer Reaktionen erweitern und neue Strategien zur Synthese und Modifizierung komplexer Moleküle ermöglichen können.
Das Ngai-Labor entwickelt katalytische Strategien, die chemische Innovation mit Nachhaltigkeit verbinden und die Synthese komplexer Moleküle für Anwendungen in der organischen Synthese, der Arzneimittelentwicklung und der Materialwissenschaft verbessern.
In Regensburg setzt der Gast seine Forschung in enger Zusammenarbeit mit dem SFB/TRR 325 („Kontrolle der chemischen Photokatalyse durch Molekülverbände“) zur Entwicklung neuer katalytischer Plattformen fort, die sichtbares Licht nutzen, wobei der Schwerpunkt auf Kupferkomplexen im angeregten Zustand als nachhaltige Alternative zu Edelmetall-Photokatalysatoren liegt.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Oliver Reiser, Institut für Organische Chemie, Universität Regensburg
oliver.reiser@ur.de
Weitere Informationen:
https://www-oc.chemie.uni-regensburg.de/reiser/index.html Zu Prof. Dr. Oliver Reiser
https://www.humboldt-foundation.de/vernetzen/recherche-im-humboldt-netzwerk/einzelansicht/1260507/prof-dr-ming-yu-ngai Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis-Programm
https://crc325.de/fuer-alle/der-trr-stellt-sich-vor Über den SFB / TRR 325
https://www.uni-regensburg.de/en/research/research-profile/material-worlds-and-sustainability UR Research: Material Worlds and Sustainability
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