Hochschule Koblenz: Stratosphärenballon erfolgreich geborgen – erste Messdaten vielversprechend
KOBLENZ/REMAGEN. Das gemeinsame Forschungsprojekt der Hochschule Koblenz mit dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn und dem Peter-Joerres-Gymnasium Ahrweiler hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Der im Rahmen eines Stratosphärenflugs eingesetzte Forschungsballon konnte nach seiner Landung erfolgreich geborgen werden. Erste Auswertungen der Messdaten verlaufen vielversprechend.
Das Projekt wurde von Prof. Dr. Jens Bongartz initiiert. Beteiligt waren zudem Prof. Dr. André Steimers und Dr. Alexander Jenal von der Hochschule Koblenz sowie jeweils vier Oberstufenschülerinnen und -schüler der beiden Gymnasien aus naturwissenschaftlichen Leistungskursen.
Ziel des Projekts war die Erfassung atmosphärischer Daten in großer Höhe. Hierzu wurde eine mit Sensorik ausgestattete Sonde mithilfe eines mit rund 4.000 Litern Helium gefüllten Stratosphärenballons in die Atmosphäre geschickt. Die Sonde enthielt unter anderem Kamera-, GPS- und Ortungstechnik sowie Sensoren zur Messung von Ozon, UV-Strahlung, atmosphärischen Partikeln und Höhenstrahlung.
Der Ballon erreichte eine maximale Höhe von 35.552 Metern über Neuwied-Engers und war insgesamt drei Stunden und neun Minuten in der Luft, bevor er planmäßig platzte. Anschließend sank die Sonde an einem Fallschirm zu Boden und landete in einem Waldgebiet im Rhein-Lahn-Kreis.
Die Bergung gestaltete sich zunächst schwierig, da die Sonde in knapp 30 Metern Höhe in einem Baum hängen blieb. Inzwischen konnte sie erfolgreich durch den erfahrenen Forstwirt und Baumkletterer Marcel Wilhelmi geborgen werden.
„Die Datenerfassung hat weitestgehend funktioniert. Die Kamera ist komplett durchgelaufen“, erklärt Projektinitiator Prof. Dr. Jens Bongartz. Die nun anstehende Auswertung erfolgt unter anderem im Rahmen von zwei Facharbeiten der beteiligten Schülerinnen und Schüler. Dabei wird insbesondere untersucht, wie belastbar die gewonnenen Daten sind.
Von besonderem wissenschaftlichem Interesse sind die Messdaten zur Höhenstrahlung. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass die Daten verwertbar sein könnten.
Die Hochschule Koblenz steht hierzu im Austausch mit der Universität Bonn, deren Expertinnen und Experten bereits vergleichbare Stratosphärenflüge durchgeführt haben und über Erfahrung mit baugleichen Höhenstrahlungssensoren verfügen. Gemeinsam werden nun die Ergebnisse analysiert.
Darüber hinaus wird überprüft, inwieweit sich die eingesetzte Sensortechnik für weitere Forschungsflüge eignet. Die Erkenntnisse aus dem aktuellen Projekt sollen als Grundlage für zukünftige Stratosphärenmissionen dienen.
Über die Hochschule Koblenz
Die Hochschule Koblenz ist mit 8.700+ Studierenden an den Standorten Koblenz, Remagen und Höhr-Grenzhausen die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Sie bietet mehr als 80 praxisorientierte Bachelor-, Master- und Fernstudiengänge sowie duale Studiengänge in 6 Themenfeldern: Bauwesen & Architektur, Ingenieurwesen & Technik, Mathematik, Informatik & Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Freie Kunst und Sozialwissenschaften. Mit engen Kooperationen, anwendungsnaher Forschung und einer internationalen Ausrichtung bereitet die Hochschule Koblenz ihre Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vor. Die hohe Zufriedenheit der Studierenden bestätigt der StudyCheck Award 2026: Die Hochschule Koblenz zählt zu den Top 50 Hochschulen in Deutschland und belegt Platz 1 unter den öffentlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz.
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