„Sinnesmeer“: Neue multimediale Plattform macht den Ostseeraum sinnlich erfahrbar
Das Rauschen der Ostsee, der Geruch eines Hafens oder das Kreischen der Möwen an der Küste prägen maritime Landschaften. Doch wie fühlt sich das Leben am Meer an und welche Erinnerungen, Bilder und Emotionen verbinden Menschen damit? Mit der neuen digitalen Plattform „Sinnesmeer“, die im Rahmen der Ostseetage am 10. Juni 2026 online gehen wird, präsentiert die Universität Greifswald ein innovatives Projekt zur maritimen Erinnerungskultur im Ostseeraum.
Die Plattform bündelt wissenschaftliche, künstlerische und essayistische Beiträge aus verschiedenen Ländern und macht Ostsee-Landschaften multimedial erfahrbar. Zugleich lädt sie Bürger*innen dazu ein, eigene Eindrücke und Beiträge einzubringen. Ziel ist es, kulturelles Erbe sichtbar zu machen und neue Zugänge zu Fragen von Identität, Umwelt und Erinnerung zu eröffnen.
„Sinnesmeer. Den Ostseeraum erfahrbar machen“ ist ein Projekt des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO) an der Universität Greifswald unter der Leitung von Dr. Ronny Grundig und Prof. Dr. Clemens Räthel. Die neue digitale Plattform orientiert sich an den menschlichen Sinnen: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen strukturieren den Zugang zu den Inhalten. Nutzer*innen können audiovisuelle Beiträge, Fotografien, historische Karten, Essays, Interviews und vieles mehr über eine interaktive Karte des Ostseeraums erkunden.
„Die Ostsee verbindet Menschen seit Jahrhunderten – wirtschaftlich, kulturell und emotional. Mit dem Projekt ,Sinnesmeer‘ schaffen wir einen Raum, in dem diese Erfahrungen digital zugänglich und international teilbar werden“, sagt der Historiker und IFZO-Projektleiter Dr. Ronny Grundig.
Digitale Erinnerungsräume für den Ostseeraum
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist seine Mehrsprachigkeit. Alle Beiträge erscheinen auf Englisch sowie in der jeweiligen Landessprache der Autor*innen. Damit verbindet „Sinnesmeer“ internationale Wissenschaftskommunikation mit regionalen Perspektiven und kultureller Vielfalt. „In Zeiten gesellschaftlicher und ökologischer Umbrüche brauchen wir neue Formen des Erinnerns und Erzählens. Die Plattform zeigt, wie digitale Technologien kulturelle Teilhabe fördern können“, erklärt die Skandinavistin und IFZO-Expertin Dr. Franziska Sajdak.
Das vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern geförderte Projekt wird im Rahmen der Ostseetage am 10. Juni erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. An diesem Tag geht die Plattform online. Besucher des Ostseetages haben die Möglichkeit ihre Erinnerungen an die Ostsee aktiv einzubringen.
Langfristig soll „Sinnesmeer“ zu einem digitalen und kulturellen Gedächtnis des Ostseeraums wachsen. Studierende, Forschende sowie Bürger*innen können eigene Beiträge einbringen und die Plattform kontinuierlich erweitern. So bleibt das Projekt lebendig und offen für neue Perspektiven. „Erinnerungen an das Meer erzählen immer auch etwas darüber, wie wir als Gesellschaft mit Natur, Wandel und Herkunft umgehen“, sagt der Politikwissenschaftler und IFZO-Plattformmanager Dr. Martin Kerntopf.
Weitere Informationen
Zum Projekt „Sinnesmeer“: https://sinnesmeer.ifzo.uni-greifswald.de/
Link zum Arbeitsbereich „Kultur und Erbe“ am IZFO: <
https://ifzo.uni-greifswald.de/forschung/ueber-die-forschung-am-ifzo/kultur-und-erbe/>
Das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) erforscht die Geschichte, Gegenwart und zukünftigen Herausforderungen des nordöstlichen Europas. Im Zentrum der Arbeit steht der Ostseeraum als geographische und politische Einheit, die durch eine Vielfalt an Kulturen, ein einzigartiges Ökosystem und eine hohe geopolitische Bedeutung geprägt ist.
Für Medienvertreter*innen:
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Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Clemens Räthel
Sprecher des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum
Ernst-Lohmeyer-Platz 3, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3610
clemens.raethel@uni-greifswald.de
Dr. Ronny Grundig
Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum
Bahnhofstraße 51, 17489 Greifswald
ronny.grundig@uni-greifswald.de
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