Wissenschaft unter Druck – Perspektiven aus Forschung und Praxis
Einladung zum öffentlichen Diskussionsforum über die Auswirkungen politischer und gesellschaftlicher Konflikte auf Wissenschaft und Wissenschaftsfreiheit am 17. Juni 2026 an der TU Berlin
Wie geraten wissenschaftliche Erkenntnisse unter politischen und gesellschaftlichen Druck? Und welche Folgen hat dies für die Freiheit von Forschung und Lehre? Diesen Fragen widmet sich eine interdisziplinäre Veranstaltung mit vier Professor*innen der TU Berlin, die die aktuellen Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Zugleich bietet sie Raum für Diskussion und Austausch über die Rolle von Wissenschaft in gesellschaftlichen Konfliktfeldern – und darüber, wie ihre Unabhängigkeit auch in Zeiten zunehmender Polarisierung gesichert werden kann.
Organisiert wird das Diskussionsforum durch die TU-Vereinigung „Demokratie stärken“. Die Veranstaltung wird von TU-Präsidentin Prof. Dr. Fatma Deniz eröffnet, die Diskussion moderiert Prof. Dr. Timo Hartmann, Vizepräsident für Studium und Lehre der TU Berlin.
Zeit: 17. Juni 2026, 14.00 bis 16.00 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, Gebäude Mechanische Schwingungslehre, Raum MS 107, Einsteinufer 5, 10587 Berlin
Um Anmeldung unter https://events.tu-berlin.de/e/10002452_WISSENSCHAFTUNTERDRUCK wird geben.
Folgende TU-Professor*innen beteiligen sich am Diskussionsforum mit Beiträgen:
Prof. Dr. Sabine Hark (TU-Fachgebiet „Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung“ und Wissenschaftliche Direktor*in des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der TU Berlin) eröffnet mit ihrem Vortrag „Die verborgenen Mechanismen der Macht: Attacken gegen Gender Studies und die Folgen für die Wissenschaftsfreiheit“. Sie analysiert die Strategien, mit denen Gender Studies im gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima delegitimiert werden, und zeigt auf, wie scheinbar sachliche Kritik zur gezielten Abwertung einer ganzen Disziplin beitragen kann. Dabei macht sie deutlich, dass solche Dynamiken nicht nur einzelne Forschungsfelder betreffen, sondern grundlegende Prinzipien wissenschaftlicher Freiheit infrage stellen.
Prof. Dr. Linus Mattauch (TU-Fachgebiet „Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“ und Co-Leiter des Forschungslabors „Gesellschaftlicher Wandel und Wohlergehen“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) richtet den Blick auf die Schnittstelle von Klima, Ernährung und Politik. In seinem Beitrag „Warum Forschung zur Wirtschaftspolitik nachhaltiger Ernährung unter Druck steht“ erläutert er, weshalb zentrale Fragen der Agrar- und Ernährungspolitik bislang nur unzureichend reguliert sind – und wie politische sowie populistische Angriffe die wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich erschweren.
Prof. Dr. Kai Nagel (TU-Fachgebiet „Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik“) gibt Einblicke in seine Erfahrungen mit wissenschaftlicher Politikberatung während der COVID-19-Pandemie. Unter dem Titel „Von der Verkehrssystemplanung zur Covid-Simulation – wissenschaftliche Nähe?“ reflektiert er die Herausforderungen, komplexe Forschungsergebnisse unter Unsicherheit zu kommunizieren, sowie den Umgang mit öffentlicher Kritik, medialer Zuspitzung und wissenschaftsskeptischen Gegenpositionen.
Prof. Dr. Johanna Hoerning (TU-Fachgebiet „Raumsoziologie“) bezieht sich in ihrem Vortrag „Delegitimierung und Reframing sozialwissenschaftlicher Stadt-, Raum- und Politikforschung“ auf die sozialwissenschaftliche Stadt- und Raumforschung, die sich mit der marktförmigen Organisation des Wohnens und den daraus resultierenden ungleichen Lebens- und Arbeitsverhältnissen befasst. Ein ‚neuer‘ Gegenstand der politischen Soziologie sind die rechtspopulistischen Vereinnahmungen in städtischen und ländlichen Kontexten. Wohnungsforschung wird von rechten Akteuren zunehmend delegitimiert und als politische Ideologie abgetan oder im Kontext von lokaler Politik zum Problem der Migrationsgesellschaft erklärt.
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Stefanie Terp
Chief Communication Officer, Leiterin Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni & Pressesprecherin der TU Berlin
E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de
Tel.: +49 30 314-23922
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