Brücke zwischen Quantenphysik und Praxis: Experten diskutieren Hürden beim Technologietransfer
Quantentechnologien versprechen Revolutionen, doch der Weg in die Wirtschaft ist komplex. Ein neues Workshop-Format des Technologie-Lizenz-Büros (TLB) brachte nun Spitzenforschung und Industrie in Karlsruhe zusammen. Die Teilnehmenden diskutierten technologische Hürden wie Kühlung und Energiehaushalt bei Quantenhardware sowie Strategien zur evidenzbasierten Bewertung realer Anwendungsfälle. Ziel ist es, Führungskräfte zu befähigen, Risiken und IP-Strategien im Kontext des EU Quantum Act eigenständig und belastbar einzuordnen.
Karlsruhe. Um den Transfer von Quantentechnologien in marktfähige Geschäftsmodelle systematisch zu beschleunigen, haben das Technologie-Lizenz-Büro (TLB) und MH Inspires die neue Workshop-Reihe „Quantum-Explorers“ ins Leben gerufen. Zum Auftakt des ersten Moduls am 22. April 2026 kamen Führungskräfte aus Industrie und Forschungseinrichtungen zusammen, um technologische Grundlagenorientierung mit angewandter IP-Strategie, Lizenzierungsmodellen und Spin-out-Vorbereitungen zu verknüpfen.
Thermodynamische Grenzen und industrielle Realität:
Zwei Fachimpulse beleuchteten die Thematik aus komplementären Perspektiven : Prof. Dr. Mickaël Perrin (ETH Zürich / EMPA) referierte über Quanten-Wärmekraftmaschinen und die thermodynamischen Limits aktueller Quantenhardware. Er verdeutlichte, dass Kühlung und Energiehaushalt strukturelle Skalierungsthemen bleiben, die essenziell in die Risikobetrachtung jeder mehrjährigen Quantenstrategie einfließen müssen.
Den Blickwinkel der industriellen Abnehmer vertrat Dr. Florian Dommert (TRUMPF SE + Co. KG). Er plädierte für eine anwendungsorientierte, evidenzbasierte Bewertung der Technologie, um reale Anwendungsfälle klar von rein technologiegetriebenen Narrativen zu unterscheiden.
Werkzeuge für den Technologietransfer:
Im Zentrum des Moduls stand die Erarbeitung unmittelbar verwendbarer Arbeitsergebnisse für die teilnehmenden Institutionen – darunter die Daimler Truck AG, die Universität Ulm, QuantumBW und die Hochschule Karlsruhe (HKA). Gemeinsam wurden drei strukturierte Werkzeuge entwickelt : ein Bewertungsrahmen zur kritischen Einordnung von Technologieaussagen im Quantenbereich, ein 90-Tage-Handlungsplan für die organisationsinterne Strategievorbereitung sowie eine Entscheidungsvorlage für Leitungsorgane zu Technologie- und Investitionsrisiken.
„Führungskräfte in Wissenschaft und Wirtschaft benötigen eine belastbare Grundlage, um Quantentechnologien im Rahmen des EU Quantum Act und der europäischen Förderinstrumente eigenständig einzuordnen“, erklärt Dr. habil. Hans-J. Eisler, Programmleitung bei der TLB GmbH. Gerade in einem Bereich, in dem strategische Fehlentscheidungen kostspielig sind, sei die Verknüpfung von technologischer Orientierung mit angewandter IP-Strategie und Lizenzierungsmodellen entscheidend.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Hans Eisler
0721 7900431
eisler@tlb.de
Weitere Informationen:
https://www.tlb.de/quantum
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