AND NOW HANAU! Dokumentartheater zu Gast in Konstanz
Am 17. Juni 2026 um 19 Uhr erinnert eine Aufführung des Theaterstücks AND NOW HANAU! an den rassistischen Terroranschlag vom 19. Februar 2020. Im Anschluss daran diskutieren das Ensemble und Wissenschaftler des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ (Universität Konstanz) über die gesellschaftlichen Folgen rechter Gewalt sowie über schwere Vorwürfe gegenüber Sicherheits- und Ermittlungsbehörden.
Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet, ein weiterer Mann starb im Januar 2026 an den Spätfolgen seiner Schussverletzung. Die Tat hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik eingeschrieben – ebenso wie die bis heute offenen Fragen nach mutmaßlichem behördlichem Versagen, unzureichender Aufklärung und politischer Verantwortung.
Mit dem Theaterstück AND NOW HANAU! bringt das Theaterhaus Stuttgart diese Fragen auf die Bühne. Die Inszenierung von Tuğsal Moğul rekonstruiert die Ereignisse rund um die Mordnacht und gibt den Angehörigen der Opfer sowie den Überlebenden eine Stimme. Entwickelt wurde das Stück gemeinsam mit der „Initiative 19. Februar Hanau“, einer Initiative von Angehörigen und Überlebenden, die Aufklärung, Erinnerung und Gerechtigkeit einfordert.
Aufführung und Podiumsgespräch
Im Rahmen eines Seminars an der Universität Konstanz zu Rassismus und Rechtsextremismus wird das Theaterstück am 17. Juni 2026 um 19 Uhr im Kommunalen Kunst- und Kulturzentrum (K9) öffentlich in Konstanz gezeigt. Im Anschluss daran findet ein Podiumsgespräch mit dem Ensemble und Wissenschaftlern der Universität Konstanz statt. Dabei nimmt Sebastian Koos, Professor für Soziologie mit Schwerpunkt soziale Bewegungen und gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie Leiter des Seminars, die sozialen Folgen solcher Gewalttaten in den Blick. Wolfgang Seibel, emeritierter Professor für Politik- und Verwaltungswissenschaft, beleuchtet die Vorwürfe des Versagens von Sicherheits- und Ermittlungsbehörden – ein Thema, mit dem er sich auch in seiner aktuellen Forschung zur Aufarbeitung des NSU-Komplexes und eines NSU-Mordes in Hamburg im Auftrag der Hamburger Bürgerschaft befasst.
AND NOW HANAU! will eine veränderte Perspektive auf das Geschehene schaffen und fordert einen gesellschaftlichen Prozess der Reflexion und Konsequenzen. Dabei geht es um eine lückenlose Aufklärung des Geschehens und um die kritische Betrachtung des Vorgehens der staatlichen Behörden, der Polizei und der politischen Konsequenzen. Und es geht natürlich um Gerechtigkeit – für die Opfer und die Hinterbliebenen.
Faktenübersicht
• Aufführung des Dokumentartheaterstücks AND NOW HANAU! im Rahmen eines Seminars der Universität Konstanz zu Rassismus und Rechtsextremismus . Regie: Tuğsal Moğul; Produktion: Theaterhaus Stuttgart.
• Termin: 17. Juni 2026 um 19 Uhr im Kommunalen Kunst- und Kulturzentrum (K9), Hieronymusgasse 3, 78462 Konstanz. Kartenvorverkauf: https://www.ticketino.com/de/Event/AND-NOW-HANAU/215090. Eintritt regulär 10 Euro, ermäßigt 6 Euro.
• Am anschließenden Podiumsgespräch nehmen teil: Sebastian Koos, Professor für Soziologie und Mitglied des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ (https://www.exc.uni-konstanz.de/ungleichheit/) an der Universität Konstanz und
Wolfgang Seibel, emeritierter Professor für Politik- und Verwaltungswissen-schaft an der Universität Konstanz sowie
das Ensemble des Theaterstücks.
• Eine gemeinsame Veranstaltung des Theaterhaus Stuttgart, der Universität Konstanz und des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“.
• Der Exzellenzcluster „The Politics of Inequality” an der Universität Konstanz erforscht aus interdisziplinärer Perspektive die politischen Ursachen und Folgen von Ungleichheit. Die Forschung widmet sich einigen der drängendsten Themen unserer Zeit: Zugang zu und Verteilung von (ökonomischen) Ressourcen, der weltweite Aufstieg von Populist*innen, Klimawandel und ungerecht verteilte Bildungschancen.
• Hinweis des Theaterhaus Stuttgart: Ein Besuch des Theaterstücks wird ab 17 Jahren empfohlen.
Hinweis an die Redaktionen
Medienvertreter*innen sind herzlich zur Aufführung und dem anschließenden Podiumsgespräch am 17. Juni 2026 um 19:00 Uhr ins Kommunale Kunst- und Kulturzentrum (K9), Hieronymusgasse 3, 78462 Konstanz, eingeladen. Bitte melden Sie sich bei Interesse unter: cluster.inequality@uni-konstanz.de
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