Demokratie zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Internationale Wissenschaftler:innen diskutieren im Rahmen einer dreitägigen Tagung vom 24. bis 26. Juni 2026 in Berlin über historische Erfahrungen und humanistische Grundlagen demokratischer Ordnung angesichts gegenwärtiger Krisen
Berlin, 11. Juni 2026. Kriege an den Rändern Europas, eine Pandemie, deren gesellschaftliche Nachwirkungen das Vertrauen in staatliches Handeln erschüttert haben, der Aufstieg autoritärer Bewegungen und ein technologischer Umbruch, der die Bedingungen öffentlicher Meinungsbildung neu ordnet: Selten erschienen die Herausforderungen demokratischer Ordnung so verdichtet wie gegenwärtig. Bemerkenswert ist, dass die Diagnose einer Krise so alt ist wie die Demokratie selbst. Bereits Platon und Thukydides beschrieben den Verfall demokratischer Verfassungen, und die Klage über deren Niedergang begleitet die Idee der Volksherrschaft durch ihre gesamte Geschichte. Wer die Demokratie verteidigen will, tut deshalb gut daran, sich nicht von der Rhetorik des unmittelbaren Endes leiten zu lassen, sondern aus der historischen Erfahrung zu lernen.
Vor diesem Hintergrund veranstalten die Humanistische Hochschule Berlin, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg, in Kooperation mit der Universität Athen und der Parmenides Stiftung, vom 24. bis 26. Juni 2026 die internationale und interdisziplinäre Tagung „Demokratie in der (Dauer-)Krise? Historische Ursprünge und humanistische Grundlagen demokratischer Ordnung”. Forschende aus Philosophie, Rechtswissenschaft, Geschichts- und Kulturwissenschaften diskutieren gemeinsam mit Vertreter:innen aus Bildung, Politik und Zivilgesellschaft über die Voraussetzungen demokratischer Legitimität und die Zukunft freiheitlicher Gesellschaften.
Die Tagung widmet sich Fragen, die durch die gegenwärtige Häufung von Krisen neue Dringlichkeit gewonnen haben: Was hält Demokratien im Innersten zusammen, wenn Kriege, Pandemien und ökonomische Verwerfungen ihre Bürgerinnen und Bürger verunsichern? Was lässt sich aus der langen Geschichte demokratischer Krisendiagnosen für die Gegenwart gewinnen? Welche Rolle spielt der Populismus, der einerseits demokratische Institutionen aushöhlt, andererseits aber auch als Korrektiv verstanden werden kann, das übergangene Interessen artikuliert und politische Beteiligung mobilisiert? Und können digitale Technologien, allen voran die Künstliche Intelligenz, die häufig als Gefahr für die demokratische Öffentlichkeit erscheinen, unter bestimmten Bedingungen auch ihre Teilhabe und Deliberation erweitern?
„Demokratische Gesellschaften sind auf die Fähigkeit ihrer Bürgerinnen und Bürger angewiesen, vernünftige Urteile zu bilden, Verantwortung zu übernehmen und unterschiedliche Perspektiven anzuerkennen. Demokratie lebt nicht allein von Institutionen, sondern von einer Kultur der öffentlichen Vernunft. Die Reflexion ihrer humanistischen Grundlagen ist deshalb keine historische Übung, sondern eine aktuelle gesellschaftliche Aufgabe”, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin, Rektor der Humanistischen Hochschule Berlin.
Die Veranstaltung bringt führende internationale Stimmen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt stehen die historischen Wurzeln demokratischer Ideen ebenso wie aktuelle Herausforderungen für freiheitliche Gesellschaften. Dabei werden insbesondere humanistische Perspektiven auf Demokratie, Menschenwürde, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt beleuchtet. Ein eigener Schwerpunkt gilt der Frage, ob der Einsatz Künstlicher Intelligenz die Demokratie tatsächlich demokratischer machen kann oder ob er bestehende Machtasymmetrien eher verschärft.
Die Tagung findet überwiegend in der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel statt. Das Nachmittagsprogramm am 26. Juni wird auf dem Campus der Humanistischen Hochschule Berlin in Berlin-Pankow durchgeführt.
Schirmherr der Veranstaltung ist Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Andreas Voßkuhle, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. Gefördert wird die Tagung von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Körber Stiftung und der Humanismus Stiftung Berlin.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Weitere Informationen und Anmeldung:
https://humanistische-hochschule-berlin.de/demokratie/
Tagungsflyer: https://humanistische-hochschule-berlin.de/wp-content/uploads/2026/06/Flyer_Tagung-Demokratie-in-der-Dauerkrise.pdf
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Weitere Informationen:
https://humanistische-hochschule-berlin.de/demokratie/
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