KIT erhält Humboldt-Professur für Historiker Daniel Jütte
Der Historiker Daniel Jütte erhält eine Alexander von Humboldt-Professur 2027 und kommt an das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Entscheidung gab die Alexander von Humboldt-Stiftung am Mittwoch, 10. Juni 2026, bekannt. Mit der Berufung von Jütte stärkt das KIT seinen Ansatz integrativer und praxisorientierter Stadtforschung. Ab 2027 wird der derzeit an der New York University lehrende Spitzenforscher am KIT das „Urban Humanities Lab“ aufbauen. Es verbindet geistes- und sozialwissenschaftliche Perspektiven mit Fragen der Urbanistik, Architektur und der gebauten Umwelt.
Wir freuen uns außerordentlich, dass Daniel Jütte ab 2027 als fünfter Alexander von Humboldt-Professor des KIT lehren und forschen wird“, sagt Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT. „Mit Daniel Jütte streben wir an, die Urban Humanities als ein besonders innovatives Forschungsfeld weiter zu etablieren, während das KIT auf der Karte der interdisziplinären und praxisorientierten Stadtforschung bereits vielfältig positioniert ist. Allen am KIT, die für unsere Nominierung ein attraktives wissenschaftliches Umfeld geschaffen haben, danke ich herzlich.“
„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung und danke dem KIT als nominierender Universität“, sagt Professor Daniel Jütte. „Städte sind zentrale Schauplätze gesellschaftlicher, technologischer und ökologischer Veränderungen. Um ihre Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu verstehen, braucht es neue Formen der Zusammenarbeit. Das geplante Urban Humanities Lab sehe ich als experimentellen Raum, in dem Forschende des KIT, aber auch internationale Partnerinnen und Partner die Freiheit erhalten, sich in einer Atmosphäre offener Neugier zu vernetzen und Überschneidungen ihrer Forschungsinteressen zu erkunden.“
Urban Humanities: Stadtforschung über Fachgrenzen hinweg
Die Humboldt-Professur von Daniel Jütte für „Urban Humanities“ ist im KIT-Bereich II – Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft angesiedelt. Dort ist sie der KIT-Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften zugeordnet; zugleich ist eine enge inhaltliche Anbindung an die KIT-Fakultät für Architektur, namentlich das saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau, vorgesehen. Innerhalb des Helmholtz-Programms „Changing Earth“ wird Jütte die Arbeitsgruppe „Urban Humanities“ leiten.
Unter der Leitung des Wissenschaftlers entsteht zudem das Urban Humanities Lab (UHL), in dem Forschende geistes- und sozialwissenschaftliche sowie naturwissenschaftliche Ideen, Methoden und Ansätze produktiv zusammenführen können. Geplant ist, das UHL zu einer Schnittstelle der KIT-Fakultäten für Geistes- und Sozialwissenschaften, Architektur, Bauingenieurwissenschaften und Maschinenbau auszubauen. Die Expertise von Jütte in der Geschichte materieller Kultur, insbesondere von Baumaterialien und Transportmitteln, soll hierbei eine wesentliche Rolle spielen.
Neue Perspektiven auf Stadtgeschichte
Daniel Jütte wurde 2010 an der Universität Heidelberg promoviert, war anschließend Junior Fellow an der Harvard University und ist seit 2016 Professor für Geschichte an der New York University. Für seine Arbeiten zur kulturellen Geschichte materieller Objekte in Europa erhielt er 2024 den internationale Dan-David-Preis; weitere Ehrungen umfassen den Berlin Prize, den Dyos Prize und den Bruno-Heck-Wissenschaftspreis.
Im Zentrum seiner Forschung stehen die Frühe Neuzeit in Europa, Kultur- und Wissensgeschichte sowie die jüdische Geschichte. Seine Veröffentlichungen haben neue Perspektiven auf das Gebiet der Stadtgeschichte, auf die Geschichte der jüdisch-christlichen Beziehungen sowie auf die Verflechtungen von Begriffsgeschichte und Materialität eröffnet. An der New York University hat er die „Urban Humanities Initiative“ mitgestaltet, die Lehrende, Studierende, Politik und die engagierte Öffentlichkeit zusammenbringt.
Über die Humboldt-Professur
Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung weltweit führende und bislang im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Sie sollen langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen betreiben. Den Hochschulen eröffnet die Humboldt-Professur die Chance, internationale Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher zu gewinnen und ihr Profil im weltweiten Wettbewerb zu stärken.
Das Preisgeld von jeweils bis zu zehn Millionen Euro ist für die ersten sieben Jahre Forschung in Deutschland bestimmt. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert den höchstdotierten deutschen Forschungspreis. Nominierungsberechtigt sind deutsche Hochschulen. In der aktuellen Auswahlrunde wurden insgesamt acht Humboldt-Professuren vergeben.
Kontakt für diese Presseinformation:
Justus Hartlieb, Pressereferent, Tel.: +49 176 55426907, E-Mail: justus.hartlieb@kit.edu
Im Dialog mit der Gesellschaft entwickelt das KIT Lösungen für große Herausforderungen – von Klimawandel, Energiewende und nachhaltigem Umgang mit natürlichen Ressourcen bis hin zu Künstlicher Intelligenz, technologischer Souveränität und demografischem Wandel. Als Die Universität in der Helmholtz-Gemeinschaft vereint das KIT wissenschaftliche Exzellenz vom Erkenntnisgewinn bis zur Anwendungsorientierung unter einem Dach – und ist damit in einer einzigartigen Position, diese Transformation voranzutreiben. Damit bietet das KIT als Exzellenzuniversität seinen mehr als 10 000 Mitarbeitenden sowie seinen 22 800 Studierenden herausragende Möglichkeiten, eine nachhaltige und resiliente Zukunft zu gestalten. KIT – Science for Impact.
Weitere Informationen:
https://www.humboldt-foundation.de/entdecken/newsroom/pressemitteilungen/neue-humboldt-professuren-2027
https://Zur Pressemitteilung der Alexander von Humboldt-Stiftung
https://www.kit.edu/kit/34267.php Weitere Informationen zu Humboldt-Professuren am KIT
https://www.urban.kit.edu/index.php Weitere Informationen zur KIT-Stadtforschung
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