Biophysiker Joachim Heberle erhält die Peter Mitchell Medaille 2026
Internationale Auszeichnung würdigt herausragende Beiträge zur Erforschung biologischer Energieumwandlung
Der Biophysiker Prof. Dr. Joachim Heberle vom Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin wird mit der renommierten Peter Mitchell Medaille ausgezeichnet. Die Ehrenmedaille ist eine der bedeutendsten internationalen Auszeichnung auf dem Gebiet der Bioenergetik und Membranbiophysik. Sie wird im Rahmen der European Bioenergetics Conference (EBEC) an Forschende verliehen, die grundlegende Beiträge zum Verständnis biologischer Energieumwandlung geleistet haben – insbesondere zu Prozessen wie Protonentransport, Zellatmung, Photosynthese und membrangebundenen Proteinen.
Die Medaille ist nach dem britischen Biochemiker Peter Mitchell benannt, der 1978 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Seine Arbeiten zur Chemiosmose-Theorie revolutionierten das Verständnis der biologischen Energieumwandlung und der ATP-Synthese und zählen zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen der modernen Biochemie. Zu den bisherigen Medaillenträger*innen zählen zahlreiche führenden Forschende der Bioenergetik, darunter mehrere Nobelpreisträger.
Renommierter Biophysiker und Ombudsman für wissenschaftliche Integrität
Der experimentelle Biophysiker Joachim Heberle hat mit seinen Forschungen zu Membranproteinen, Protonentransport und lichtgetriebenen biologischen Prozessen internationale Maßstäbe gesetzt. Seine Arbeiten verbinden modernste spektroskopische Methoden mit grundlegenden Fragestellungen der Molekularbiologie und Biophysik. Besonders hervorzuheben sind seine Beiträge zum Verständnis der Funktion von Rhodopsinen und anderer energieumwandelnder Proteinsysteme. Diese Forschung bildete einen zentralen Schwerpunkt des Sonderforschungsbereichs SFB 1078 „Protonierung und Dynamik in Proteinen“, dessen Sprecher Joachim Heberle von 2017 bis 2024 war.
Neben seinen Forschungsleistungen engagiert sich Prof. Heberle seit vielen Jahren für die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und wissenschaftliche Integrität. Als Mitglied des nationalen Gremiums „Ombudsman für die Wissenschaft“ (2014-2021), der Kommission der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) und in seiner Funktion als zentrale Ombudsperson der Freien Universität Berlin (2021-2026) berät, vermittelt und untersucht er Fälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten. Sein Ansatz ist dabei weniger von Sanktionierung, als von Vermittlung geprägt: Im Mittelpunkt stehen faire Verfahren, einvernehmliche Lösungen, um die Wissenschaftskultur nachhaltig zu verbessern.
Preisverleihung in Stockholm mit Laudatio von Chemie-Nobelpreisträger Hartmut Michel
Die Verleihung der Peter Mitchell Medaille 2026 findet im Rahmen der European Bioenergetics Conference (EBEC 2026) am 22. August in der Aula Magna der Universität Stockholm statt. Als wichtige internationale Fachkonferenz bringt die EBEC Forschende aus aller Welt zusammen, um aktuelle Entwicklungen der Bioenergetik zu diskutieren.
Mit der Auszeichnung wird in diesem Jahr zugleich die internationale Bedeutung der Forschung im Bereich der molekularen Biophysik unterstrichen. Auf der Preisverleihung wir Joachim Heberle eine John Michell Memorial Lecture halten zum Thema „Following the Proton: A Journey Through Bioenergetics“ Die Laudatio auf den Preisträger 2026 hält der Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Hartmut Michel vom Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Joachim Heberle, Freie Universität Berlin, Fachbereich Physik, E-Mail: jheberle@zedat.fu-berlin.de
Weitere Informationen:
https://www.physik.fu-berlin.de/einrichtungen/ag/ag-heberle/index.html
https://www.sfb1078.de/
https://ebec-2026.mkon.se/scientific-program
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