Drei Perspektiven auf die Medizin von morgen
Vorträge des Jung-Symposiums 2026 zu KI-gestützter Chirurgie, seltenen Erkrankungen und Schmerzforschung jetzt auf YouTube verfügbar
Künstliche Intelligenz für präzisere Entscheidungen in der Krebschirurgie, neue Erkenntnisse zu den molekularen Ursachen seltener Erkrankungen und innovative Ansätze für die Behandlung chronischer Schmerzen: Diese Themen standen im Mittelpunkt des Jung-Symposiums „Ausgezeichnete Humanmedizin 2026“. Die Vorträge der international renommierten Forschenden sind ab sofort auf der Homepage und dem YouTube-Kanal der Jung-Stiftung verfügbar und geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung.
„Surgery 2.0: Artificial Intelligence-Based Personalized Decision-Making in Oncologic Surgery“.
👉 Vortrag von Dr. Fiona Kolbinger: https://www.youtube.com/watch?v=iGOjXygBysY
„Invisible Link: Molecular Mechanisms of GPI Anchoring and Their Role in Rare Diseases“.
👉 Vortrag von Prof. Taroh Kinoshita: https://www.youtube.com/watch?v=v6GwXCmcqXw
„When the nervous system learns pain: Neuroplasticity as a Therapeutic Approach for Improved Treatment Strategie“
👉 Vortrag von Prof. Rohini Kuner: https://www.youtube.com/watch?v=Zh5VHKXW21U&feature=youtu.be
KI für individuellere Entscheidungen in der Krebschirurgie
Wie sich Künstliche Intelligenz nutzen lässt, um chirurgische Entscheidungen stärker auf einzelne Patient:innen zuzuschneiden, zeigt Dr. Fiona Kolbinger von der Technischen Universität Dresden in ihrem Vortrag „Surgery 2.0: Artificial Intelligence-Based Personalized Decision-Making in Oncologic Surgery“. Die Ärztin und Wissenschaftlerin von der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden erläutert, wie datenbasierte Modelle Behandlungsergebnisse analysieren und daraus individuelle Entscheidungshilfen für die onkologische Chirurgie ableiten können. Im Fokus steht die Frage, wie sich Eingriffe bei Rektumkarzinomen präziser planen und Komplikationen reduzieren lassen.
Neue Einblicke in die molekularen Grundlagen seltener Erkrankungen
Welche Bedeutung GPI-Verankerungen für Prozesse an der Zelloberfläche besitzen und welche Rolle sie bei seltenen Erkrankungen spielen, thematisiert Prof. Taroh Kinoshita von der University of Osaka. In seinem Vortrag „Invisible Link: Molecular Mechanisms of GPI Anchoring and Their Role in Rare Diseases“ stellt der Wissenschaftler vom Center for Infectious Disease Education and Research (CiDER) aktuelle Erkenntnisse zu den molekularen Mechanismen dieser Zellstrukturen vor. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte dazu beitragen, seltene und komplexe Erkrankungen künftig präziser zu klassifizieren und ihre biologischen Ursachen besser zu verstehen.
Neuroplastizität als Ansatzpunkt für bessere Schmerztherapien
Mit der Frage, warum Schmerzen chronisch werden können und welche therapeutischen Möglichkeiten sich daraus ergeben, beschäftigt sich Prof. Rohini Kuner von der Universität Heidelberg. Die Wissenschaftlerin vom Pharmakologischen Institut der Medizinischen Fakultät Heidelberg zeigt in ihrem Vortrag „When the Nervous System Learns Pain: Neuroplasticity as a Therapeutic Approach for Improved Treatment“, wie sich neuronale Netzwerke unter anhaltenden Reizen verändern. Diese neuroplastischen Prozesse tragen dazu bei, dass Schmerzen verstärkt wahrgenommen werden oder bestehen bleiben. Das Verständnis dieser Mechanismen eröffnet neue Ansatzpunkte für Therapien, die gezielter in die Entstehung chronischer Schmerzen eingreifen.
Die drei Vorträge verdeutlichen, wie aktuelle medizinische Forschung den Weg von grundlegenden biologischen Mechanismen bis hin zu konkreten Anwendungen für Diagnostik und Therapie spannt.
6. Jung-Symposium 2026
Mit einem gut besuchten Hörsaal im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und zahlreichen internationalen Zuschauerinnen und Zuschauern im Livestream unterstrich das 6. Jung-Symposium seinen Anspruch, exzellente Forschung sichtbar und zugänglich zu machen. Die Veranstaltung brachte führende Forschende unterschiedlicher Fachgebiete zusammen und griff wissenschaftliche Themen von hoher aktueller Relevanz auf. Der lebhafte Austausch mit dem Publikum und die zahlreichen Fragen nach den Vorträgen verdeutlichten das große Interesse an den diskutierten Forschungsthemen und den Wert eines interdisziplinären Forums, das neue Perspektiven über Fachgrenzen hinweg eröffnet.
Weitere Informationen:
https://jung-stiftung.de/en/symposium-2026-en/
https://www.youtube.com/watch?v=iGOjXygBysY
https://www.youtube.com/watch?v=v6GwXCmcqXw
https://www.youtube.com/watch?v=Zh5VHKXW21U&feature=youtu.be
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