Die ideale Straße
Interview mit TU-Wissenschaftler Roland Hauschulz über Verkehrssicherheit in Berlin und anderswo
Nicht nur Dänemark und die Niederlande, sondern auch Frankreich und sogar die USA können für Deutschland Vorbilder in Sachen Verkehrsplanung sein. Tempo 30 ist aus wissenschaftlicher Sicht unbestritten sinnvoll. Und eine ideale Straße trennt alle Verkehrsarten räumlich voneinander – trotzdem erhöhen auch gemeinsame Fahrbahnen für alle Verkehrsteilnehmer*innen die Sicherheit, dürfen aber nicht zu lang sein. Dies sind einige der Einsichten aus einem Interview mit Roland Hauschulz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet „Straßenplanung und Straßenbetrieb“ der TU Berlin und von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen zertifizierter Sachverständiger für Sicherheitsanalysen von Verkehrsplanungen. In seinen Seminaren sitzen auch regelmäßig Verkehrsplaner*innen aus der Berliner Verwaltung, die sich an der TU Berlin weiterbilden.
Lesen Sie jetzt das gesamte Interview mit Verkehrswissenschaftler Roland Hauschulz: https://www.tu.berlin/go314260/
Roland Hauschulz scheut sich nicht, deutliche Worte zu wählen, wenn es aus seiner Sicht bei der Verkehrssicherheit in Berlin hakt: „Auf der Berliner Torstraße soll in der Neuplanung des Senats der Radweg exakt dort enden, wo sich in der Vergangenheit etliche Unfälle mit Fahrrädern auf der Fahrbahn ereignet haben. Das ist nun wirklich völlig unverständlich, dass sich gerade hier die Radfahrer*innen wieder in den Verkehr auf der Straße einreihen müssen“, erklärt er. Im Auftrag der Verkehrsinitiative Changing Cities e.V. hatte Hauschulz die Pläne des Senats für den Umbau der Torstraße in Berlin-Mitte begutachtet und erhebliche Defizite festgestellt.
Effektiver Transfer von der Wissenschaft in die Praxis
Ungeachtet der Kritik an dieser Senatsplanung besitzt das Fachgebiet „Straßenplanung und Straßenbetrieb“, das von Prof. Dr.-Ing. Thomas Richter geleitet wird, exzellente Kontakte zu den Abteilungen für Verkehrsplanung in den Bezirksämtern. „Die Mitarbeiter*innen dort sind auch immer wieder Gasthörer*innen in unseren Seminaren und arbeiten dabei an eigenen Projekten. Und die Verkehrsplanungen unserer Studierenden fließen oft in reale Projekte der Bezirksämter ein. Einerseits dann, wenn uns die Bezirke einfache Verkehrsplanungsprojekte als reale Aufgaben für unsere Seminare zur Verfügung stellen und die Lösungen unserer Student*innen anschließend auch umsetzen. Außerdem entwickeln die Studierenden eigenständige Visionen für eine nachhaltige Verkehrsplanung in Berlin und teilen diese mit der Berliner Verwaltung“, sagt Hauschulz.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Roland Hauschulz, M.Sc.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb
Fakultät V – Verkehrs- und Maschinensysteme
Technische Universität Berlin
Tel.: +49 30 314-72783
E-Mail: r.hauschulz@spb.tu-berlin.de
Weitere Informationen:
https://www.tu.berlin/go314260/ ·Über Dooring-Unfälle, Tempo 30, die ideale Straße, Shared Spaces und Know-how-Transfer durch die TU Berlin: Interview mit Roland Hauschulz
https://www.tu.berlin/strassenplanung/ Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb
https://www.tu.berlin/go13829/ Fachgebietsleitung Prof. Dr.-Ing. Thomas Richter
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