Eine kollaborative Werkstatt und eine Generationenbrücke gegen Einsamkeit
Zwei unterschiedliche studentische Projekte an der Goethe-Universität bringen Alt und Jung, aber auch Technik und Technikinteressierte auf niedrigschwellige Weise zusammen. Berichte über die bereits ausgezeichneten Projekte YOLD und MakeLab im neuen UniReport.
FRANKFURT. YOLD steht ganz einfach für „Young and Old“: Das Projekt, im Förderprogramm
Deutschlandstipendium entstanden, ist dem gesellschaftlichen Problemfeld Einsamkeit
gewidmet. Zwar sind heute vor allem Ältere davon betroffen, aber auch Jüngere beklagen sich zunehmend über zu wenig Sozialkontakte. Das generationenübergreifende Projekt möchte daher Studierende und Senioren für einen persönlichen Austausch zusammenbringen. Mitgründer Simon Schaugg, Student der Psychologie, erläutert im aktuellen UniReport das Konzept von YOLD: „Hier ist der Blick aus beiden Perspektiven wertvoll: derjenigen, die alle Entscheidungen noch vor sich haben, und denen, die eher auf ein Leben und Erfahrungen zurückblicken. Wir wollen eine Plattform werden, die diesen Fragen Raum gibt und den Wert dieser Erfahrungen anerkennt.“
Aktuell wurde sogar noch ein zweiter Kanal eingerichtet: Unter www.yoldconnect.de können sich Personen mit ihren beruflichen Erfahrungen als Mentor*innen eintragen, Studierende können bei Bedarf entsprechend nach passenden Expert*innen suchen. YOLD wächst stetig, das Projekt wurde kürzlich als Finalist beim renommierten Social Impact Award Germany ausgezeichnet und damit in das dreimonatige Inkubationsprogramm aufgenommen.
Ebenfalls preisgekrönt ist das studentische Projekt MakeLab, das nun auf die ersten zehn Jahre seines Bestehens zurückblicken kann. 2024 in der Kategorie „studentische Initiative“ mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre ausgezeichnet, hat die in Bockenheim in den Kellerräumen der Informatik ansässige Mitmachwerkstatt ihr Spektrum ausgeweitet: Neben 3D-Druck werden mittlerweile Arbeitsmöglichkeiten im Bereich Lasercutting, Textil, Elektronik, Holz und Siebdruck angeboten. „Eine Werkstatt orientiert sich immer auch an den Bedarfen der Teilnehmenden“, betont Micah Gunkel vom MakeLab im Gespräch mit dem UniReport. „Jede*r kann vorbeikommen, sei es nur mit einer ersten Idee oder einem konkreten Arbeitsvorschlag. Dabei erhalten sie bei Bedarf Expertise aus dem Team, um dann selbstständig an ihren Produkten zu arbeiten.“
Momentan bereitet das MakeLab ein dreitägiges, interaktives Zusammenkommen unter dem Titel „critical making: Konferenz, Labor & Kollektive Praxis“ rund um Offene Werkstätten, Makerspaces und kollaboratives Arbeiten vor, das im August im Rahmen der World Design Capital (WDC) stattfinden wird.
Weitere Themen im neuen UniReport:
Aktuelles
- Das Lernen in der Bibliothek neu denken: weitere studentische Lern- und Arbeitsplätze an fünf Bibliotheksstandorten der Universitätsbibliothek wurden durch zusätzliche Landesmittel möglich gemacht.
- Eine ökologische Bedrohung nachhaltig nutzen: Das Start-up Algrid errang beim Goethe SDG Contest 2026 den ersten Platz mit der Idee, die Sargassum-Alge als Biomasse zu verwenden.
- Ein Studiengang – zwei Hochschulen: Studierende zweier RMU-Kooperationsstudiengänge berichten von ihren Erfahrungen.
Forschung
- Goethe, Deine Forscher: Der Chemische Biologe Alexander Heckel im Porträt.
- Zäsur in der Politik Ungarns: Der Politikwissenschaftler Julian Garritzmann zur Wahl des neuen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar.
- Verborgen, vergessen – verdrängt? Human Remains in der Sammlung der Frankfurter Nervenklinik.
- Große Kunst – aber keine Hochkultur? Interview mit Peter Breunig und Gabriele Franke zum Großprojekt über die Nok-Kultur in Nigeria.
- In den Deutschen Ethikrat berufen: Gespräch mit der muslimischen Theologin und Islamwissenschaftlerin Rana Alsoufi.
- Anfälligkeit des Amazonas-Regenwaldes: Der Erdsystemwissenschaftler Nico Wunderling zeigt sich aktuell auch besorgt über Prognosen zum El-Niño-Phänomen.
Studium, Lehre und Qualifikation
- #GoetheDataDive – Zahl des Monats Juni lautet 10 044. Die Anzahl der Goethe-Uni-Studierenden, die seit der Jahrtausendwende an einem Erasmus-Austausch teilgenommen haben, hat im Sommersemester 2025/26 die 10.000er-Marke überschritten.
Campus
- Wer Brücken baut, schafft Wege: Das „Academic Bridge Program“ der Goethe-Universität begleitet hoch qualifizierte junge Menschen mit Fluchterfahrung auf ihrem akademischen Weg.
- Internationale Talente für die Region gewinnen: Der International Career Service Rhein-Main zieht Zwischenbilanz.
- „Nur weil man das Ziel im ersten Anlauf nicht erreichen kann, heißt das nicht, dass Dinge auf dem Weg nicht bereits besser werden“: Gespräch mit der Inklusionsreferentin Mirjam Kreuser.
- Musik der Vergessenheit entrissen: Notenmaterial von verfolgten Frankfurter jüdischen Musiker*innen wurde in einem musikwissenschaftlichen Seminar wiederentdeckt und recherchiert.
- Kompetenzzentrum Schulpsychologie: Stärkt Fachkräfte durch wissenschaftliche Erkenntnisse bei ihrer Arbeit und bringt drängende Forschungsfragen aus der Praxis an die Universität.
- Finanz-Quantencomputing für Schüler*innen: Der Zwölftklässler Jens-Louis Geist hat im April 2026 ein Praktikum am Quantencomputer der Goethe-Universität absolviert.
International
- Moralischer Wandel und strukturelle Ungerechtigkeit: Zwei neue Fellows arbeiten auf Einladung des Forschungsnetzwerkes Justitia Center for Advanced Studies am Forschungskolleg Humanwissenschaften.
Kultur
- Christa Wolf im Dialog: Studierende gestalten szenische Lesung zu „Kassandra“ in der Autorenbuchhandlung.
Bibliothek
- Musik wird öffentlich: Kartierung und Erschließung der Musikbestände des 19. Jahrhunderts in den RMU-Bibliotheken.
Der UniReport 2/2026 steht zum kostenlosen Download bereit unter https://www.uni-frankfurt.de/de/newsroom/uni-report/ausgabe-2-2026 und liegt an den üblichen Plätzen als gedruckte Ausgabe aus.
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