Fast totale Sonnenfinsternis über Deutschland (Pressemitteilung Haus der Astronomie)
Am Abend des 12. August 2026 steht uns ein spektakuläres Naturschauspiel bevor : Eine partielle Sonnenfinsternis verfinstert die Sonne hierzulande um bis zu 90 Prozent – ein Ausmaß, das sich erst 2081 wiederholt. Zwischen 19:10 und 20:45 Uhr wandert der Mond vor die Sonnenscheibe , kurz vor dem Untergang tief am Westhorizont. Das Haus der Astronomie (HdA) in Heidelberg begleitet das Event mit Vorträgen und einer riesigen Schulaktion. Doch Vorsicht: Da keine Totalität erreicht wird, ist ein zertifizierter Augenschutz für die Beobachtung unerlässlich.
Die nächste totale Sonnenfinsternis in Europa findet am 12. August 2026 statt. Allerdings ist die vollständige Bedeckung nur über Spanien, Island und Grönland zu beobachten. In Deutschland wird sie als partielle Sonnenfinsternis ungefähr zwischen 19:10 Uhr und 20:45 Uhr sichtbar sein. Jedoch steht die Sonne während der Finsternis am 12. August bereits tief am Westhorizont, sodass für einen lohnenden Blick ein geeigneter Ort mit freiem Blick nötig sein wird. Das Ende der Finsternis gegen 21:05 Uhr ist in Deutschland nicht zu sehen, da die Sonne zuvor untergeht.
Entlang ihres Durchmessers wird die Sonne während des Finsternismaximums dann immerhin zwischen 85 und 90 % vom Mond verdeckt. Eine solch nahezu vollständige Bedeckung wird erst wieder am 3. September 2081 erreicht, wenn eine totale Sonnenfinsternis über den Südwesten Deutschlands zieht.
Eine Sonnenfinsternis tritt auf, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde vor der Sonne vorbeizieht. Dabei wird die Sonne teilweise oder vollständig bedeckt, und der Mond wirft einen Schatten auf die Erde. Kommt es zur vollständigen Bedeckung, nennen wir das eine totale Sonnenfinsternis, die meist nur wenige Minuten dauert. Der komplette Vorbeizug des Mondes vor der Sonne vollzieht sich innerhalb von etwa zwei Stunden.
Eine einmalige Gelegenheit
Die Mitarbeiter*innen des Hauses der Astronomie (HdA) in Heidelberg nutzen diese Gelegenheit, um möglichst vielen Menschen einen Einblick in die kosmischen Vorgänge im All zu ermöglichen. Finsternisse lassen sich einfach beobachten und sind somit einem breiten Publikum besonders leicht zugänglich. Daher bietet das HdA neben Beobachtungstipps eine Reihe von fünf öffentlichen Kurzvorträgen zu verschiedenen Themen rund um Sonnenfinsternisse an.
Weiterhin stattet das Haus der Astronomie 100 allgemeinbildende Schulen in Heidelberg, Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis mit insgesamt über 32.100 Sonnenfinsternisbrillen sowie entsprechenden Beobachtungshinweisen aus. Damit können die Schülerinnen und Schüler die Sonnenfinsternis in den Sommerferien am 12. August 2026 gefahrlos beobachten.
Die Brillen werden dank der Klaus Tschira Stiftung kostenfrei verteilt. Der Hersteller, die Firma Baader Planetarium, trägt mit einem großzügigen Mengenrabatt maßgeblich zum Gelingen dieser Aktion bei. Das HdA trägt die Kosten für die Produktion des Begleitmaterials sowie für den Versand an die Schulen.
Vorsicht bei der Beobachtung, aber kein Grund zur Panik
Beim Beobachten einer Sonnenfinsternis sind jedoch ein paar einfache Maßnahmen zu beachten, um die Augen nicht zu schädigen. Grundsätzlich unterscheidet sich das Phänomen nicht von einem normalen sonnigen Tag, an dem man gewöhnlich nicht ausgiebig direkt in die Sonne schaut. Allerdings passiert genau das während einer Sonnenfinsternis.
Solange der Mond die Sonne nicht vollständig bedeckt, wird dringend empfohlen, die Augen zu schützen. Beim Betrachten mit bloßem Auge sollte man spezielle Sonnenfinsternisbrillen tragen, die das Licht auf eine gefahrlose Helligkeit abschwächen. Gleichzeitig schützt die in den Brillen verwendete Folie vor Ultraviolett- und Infrarotstrahlung, die ebenfalls das Auge schädigen können. Andere lichtschwächende Optiken wie eine gerußte Scheibe, Sonnen- und Schweißbrillen sind ungeeignet. Beim Beobachten mit Ferngläsern und Teleskopen ist eine spezielle lichtschwächende Zusatzoptik zwingend erforderlich.
Hintergrundinformationen
Das Haus der Astronomie (HdA), ein einzigartiges Zentrum für astronomische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, wurde Ende 2008 von der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. und der Klaus Tschira Stiftung gGmbH gegründet. Die Leitung des Hauses obliegt der Max-Planck-Gesellschaft. Sie wird durch das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) wahrgenommen, auf dessen Gelände das Gebäude errichtet wurde. Weitere Partner sind die Universität Heidelberg und die Stadt Heidelberg. Ziel des HdA ist es, die Faszination der Astronomie in die breite Öffentlichkeit und in die Schulen zu tragen und den Austausch der Astronom*innen untereinander und mit Forschenden angrenzender Wissensgebiete zu fördern.
Die Klaus Tschira Stiftung wurde 1995 vom Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940–2015) als gemeinnützige GmbH mit Sitz in Heidelberg gegründet. Sie fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik mit den Schwerpunkten Forschung, Bildung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung versteht sich dabei sowohl als Förderin als auch als operativ tätige Institution, die eigene Projekte anstößt und langfristig begleitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der anschaulichen und verständlichen Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte. In ausgewählten Fällen unterstützt sie zudem Architektur für die Wissenschaft.
Die Baader Planetarium GmbH mit Sitz in Mammendorf bei München ist ein international führendes Unternehmen im Bereich der astronomischen Instrumentierung und Observatoriumstechnik. Seit der Gründung im Jahr 1966 entwickelt und fertigt das Familienunternehmen schlüsselfertige Sternwartensysteme, robotergesteuerte Kuppelkonstruktionen sowie optische und mechanische Präzisionskomponenten für die Forschung, Lehre und Amateurastronomie. Das Portfolio umfasst das gesamte Spektrum von der didaktischen Astronomie für Schulen bis hin zu High-End-Lösungen für die Satellitenüberwachung und professionelle Forschungsinstitute.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Markus Nielbock
Haus der Astronomie
und
Max-Planck-Institut für Astronomie
Königstuhl 17
69117 Heidelberg
Tel.: 06221 528134
E-Mail: nielbock@hda-hd.de
Originalpublikation:
https://www.haus-der-astronomie.de/4242156/hda-pm_sofi_2026_deutschland_de.pdf - Pressemitteilung des Hauses der Astronomie
Weitere Informationen:
https://www.haus-der-astronomie.de/sofi2026-news - Informationsseite des Hauses der Astronomie mit weiteren Bildern, Animationen und Links
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