Vielfältig und mit gleichen Chancen für alle – LIKAT hat das Prädikat Total E-Quality erfolgreich verteidigt
Das Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock, LIKAT, hat zum sechsten Mal in Folge das Prädikat Total E-Quality (TEQ) errungen. Die gleichnamige bundesweite Initiative bescheinigt mit der Vergabe dieses TEQ-Zertifikats dem Institut ein erfolgreiches und nachhaltiges Engagement für Chancengleichheit und Diversität. Das LIKAT verfolge laut Begründung der Jury eine Strategie, „welche die Total E-Quality Standards in den verschiedenen Aktionsfeldern gut erfüllt“. Das Prädikat wird für die Jahre 2026 bis einschließlich 2028 zugesprochen.
Seit 2011 bewirbt sich das LIKAT regelmäßig um das TEQ-Prädikat und überzeugte jetzt erneut mit seiner Organisationkultur, die nach den Worten der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Martha Höhne allen Talenten unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter oder körperlicher Versehrtheit den Ein- und Aufstieg bietet. Die in Satzung sowie Gleichstellungsplan und Haushalt verankerten Ziele und Maßnahmen ermöglichen den Institutsangehörigen zudem eine prinzipielle Vereinbarkeit von beruflicher Karriere und Fürsorgepflichten.
Erstmals weibliche Instituts-Spitze
Unter den vielen Maßnahmen hebt die Jury in ihrer Begründung das Rotationsmodell für die wissenschaftliche Direktion des LIKAT hervor. Es ermögliche einen gleichberechtigten Zugang zu zentralen Leitungsaufgaben, „stärkt die Sichtbarkeit von Frauen in Führungspositionen“ und „baut strukturelle Zugangsbarrieren ab“. Tatsächlich wird das LIKAT seit Mai erstmals von zwei Direktorinnen – für den wissenschaftlichen und für den kaufmännischen Bereich – geführt. Der LIKAT-Vorstand wurde zudem durch eine Professorin erweitert, so dass dieses Leitungsgremium nun zu zwei Dritteln weiblich besetzt ist.
„Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit werden damit nicht zum Selbstläufer“, betont Dr. Höhne. „Sie bleiben für uns eine Herausforderung.“ So würden Frauen etwa 40 Prozent des Instituts-Personals stellen. „Doch auf der mittleren Ebene, etwa in den Bereichsleitungen, sind sie nur zu maximal 15 Prozent vertreten.“
Kaskadenmodell und Dual-Carrier
Dieser Anteil soll sich bis 2030 wesentlich erhöhen. Als Instrument setzt das LIKAT dazu das sogenannte Kaskadenmodell ein, das sich vor allem im akademischen Bereich bewähre. Dr. Höhne: „Wir legen damit flexible, realistische Zielquoten für Frauen in Führungspositionen fest und orientieren uns dabei am Frauenanteil der jeweils direkt darunterliegenden Karrierestufe.“
Die Jury-Begründung verweist zudem auf den fest im Gleichstellungsplan verankerten LIKAT-Gemeinschafts-Fonds für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in befristeten Arbeitsverhältnissen. Befristungen seien, wie Martha Höhne betont, im Wissenschaftsbetrieb häufig anzutreffen, und durch Schwangerschaft, Eltern- oder Pflegezeit können etwa Promotionsfristen schnell einmal überzogen werden. In diesen Fällen und bei besonderer sozialer Härte gewährt das LIKAT finanzielle Unterstützung. Weiterhin hebt die Jury unter den Maßnahmen die Vorstandssprechstunde hervor sowie einen anonymen „Kummerkasten“. Beides fördere ein vorurteilsfreies und wertschätzendes Institutsklima.
Das LIKAT hält außerdem sogenannte Dual-Carrier-Maßnahmen bereit, vor allem für international umworbene Forschungskräfte. Deren Partnerinnen und Partnern soll damit ebenfalls der berufliche Einstieg am Institut ermöglicht werden. Auf diese Weise ist das LIKAT schon für etliche Paare berufliche Heimstatt geworden.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dr. Martha Höhne
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