20 Jahre BayernMentoring: Jubiläumstreffen von Mentorinnen und Studentinnen an der THWS
Würzburg wird zum Treffpunkt eines bayernweiten Netzwerks für Studentinnen in MINT-Fächern
Wie gelingt der erfolgreiche Einstieg von Frauen in technische und naturwissenschaftliche Berufe? Mit dieser Frage beschäftigt sich das BayernMentoring-Programm seit 20 Jahren. Anlässlich des Jubiläums sind über 70 Mentorinnen, Mentees und Programmverantwortliche aus ganz Bayern an die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) gekommen. Im Rahmen der Veranstaltung „Science4Fem“ blickten die Teilnehmerinnen auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Mentoring-Arbeit für Frauen an den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften zurück, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten gemeinsam darüber, wie Frauen in den MINT-Fächern auch in Zukunft gezielt auf ihrem Weg vom Studium in den Beruf unterstützt werden können.
Mentoring als wichtige Brücke zwischen Studium und Beruf
Obwohl der Anteil von Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik in den vergangenen Jahren leicht gestiegen ist, bleibt die Unterrepräsentanz insbesondere an den entscheidenden Schnittstellen im Karriereverlauf deutlich sichtbar – vor allem beim Übergang vom Studium in den Beruf und in Führungs- und Forschungspositionen. Häufig entstünden strukturelle und persönliche Hürden, die den weiteren Weg erschwerten, erklärt die Projektverantwortliche Anne-Kerstin Bartsch. „Neben der fachlichen Qualifikation fehlen oft Orientierung, belastbare berufliche Netzwerke und sichtbare Vorbilder, die für eine fundierte Karriereentscheidung und einen erfolgreichen Berufseinstieg zentral sind“, erklärt Bartsch. Genau hier setzt das hochschulübergreifende Förderprogramm BayernMentoring an.
Die Teilnehmerinnen erhalten Einblicke in den Berufsalltag erfahrener Fach- und Führungskräfte, können Kontakte zu potenziellen Arbeitgebenden knüpfen, Karrierewege kennenlernen und ihre eigenen beruflichen Ziele reflektieren. Gleichzeitig stärkt das Programm persönliche Kompetenzen und unterstützt beim Übergang vom Studium in das Berufsleben. „Mentoring“, so Anne-Kerstin Bartsch, „ist die vielleicht wertvollste Abkürzung zwischen Studium und Beruf: Es verbindet Studentinnen mit gelebter Erfahrung und eröffnet ihnen Einblicke, die weder Vorlesungen noch Praktika bieten können. Diese Begegnungen verändert außerdem die Perspektiven auf beiden Seiten und wirken oft weit über den Moment hinaus.“ Gleichzeitig werden auch Kontakte zwischen der THWS und den regionalen Unternehmen gestärkt.
Vielfalt des Netzwerkens
Diesen Mehrwert machte auch die Jubiläumsveranstaltung an der THWS sichtbar. Neben einem hochschulübergreifenden Austausch wurden die Ergebnisse einer Projektarbeit zur Wirkung des BayernMentoring-Programms gezeigt. Ein interaktiver Austausch lud die Frauen dazu ein, Teilnehmerinnen aus ganz Bayern mittels spannender Gesprächsimpulse intensiv kennenzulernen und sich zu vernetzen. Große Resonanz fand außerdem die öffentliche Podiumsdiskussion „Unspoken! Worüber wir (Frauen) mehr sprechen sollten“, in der offen über Erfahrungen, Herausforderungen und Themen gesprochen wurde, die im Studien- und Berufsalltag häufig keinerlei Beachtung fänden, jedoch einen immensen Mehrwert bieten, wenn sie miteinander geteilt würden.
Erstmals vergeben: Drei Auszeichnungen mit dem BayernMentoring-Award
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des BayernMentoring-Awards, der erstmals vergeben wurde. Für die THWS war die Preisverleihung ein besonderer Erfolg, weil gleich drei Frauen aus dem Programm für ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet wurden. Prof. Dr. Gordana Krüger, stellvertretende Frauenbeauftragte an der THWS, erhielt den BayernMentoring-Ehrenpreis. Sie begleitet das Programm seit Beginn ihrer Tätigkeit mit großer Überzeugung und persönlichem Einsatz und hat dies maßgeblich mit aufgebaut und mit großem Engagement dessen Weiterentwicklung unterstützt. Durch ihren Einsatz schafft sie die notwendigen Rahmenbedingungen, damit Mentoring an der THWS nachhaltig wirken kann. „Ob bei strategischen Entscheidungen oder ganz praktischen Aufgaben: Ihr Engagement geht weit über das Selbstverständliche hinaus und macht sie zu einer tragenden Säule des Programms“, betont Anne-Kerstin Bartsch.
Außerdem wurde Ines Claudia Bender für ihr langjähriges und außergewöhnlich wirkungsvolles Engagement als Mentorin ausgezeichnet. Als ehemalige Führungskraft bringt sie ihre jahrzehntelange Berufserfahrung mit großem persönlichem Einsatz in das Programm ein und begleitet regelmäßig mehrere Mentees gleichzeitig, darunter auch viele internationale Studentinnen. Dass ehemalige Mentees heute selbst Mentorinnen werden, Mentorinnen selbst gerne Rat bei ihr suchen und eine von ihr begleitete Studentin 2025 mit einem Award vom Zonta Club Bad Kissingen-Schweinfurt ausgezeichnet wurde, zeigte eindrucksvoll die nachhaltige Wirkung ihres Engagements.
Die THWS-Alumna Emely Übler wurde in der Kategorie „Inspiration“ ausgezeichnet. Die Produktmanagerin bei Koenig & Bauer Coding sowie Gründerin der Spanish Wine Connection in Würzburg bereichert das Programm seit vielen Jahren mit kreativen Ideen, außergewöhnlichem Engagement sowie großer Praxisnähe. Sie organisiert Unternehmensbesuche, initiiert zusätzliche Angebote für die Teilnehmerinnen und begleitet ihre Mentees häufig weit über das offizielle Programm hinaus. „Mit ihrer Offenheit und ihrer Hands-on-Mentalität inspiriert sie junge Frauen, ihren eigenen beruflichen Weg selbstbewusst zu gestalten“, hebt Anne-Kerstin Bartsch hervor.
Die drei Auszeichnungen stehen stellvertretend für das große Engagement zahlreicher Mentorinnen, die ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk ehrenamtlich in die Förderung junger Frauen investieren. „Sie machen sichtbar, dass BayernMentoring vor allem von Menschen lebt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Wissen weiterzugeben“, freut sich Anne-Kerstin Bartsch.
Gegen den Fachkräftemangel in MINT-Berufen
Zum Ende des Events nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue hochschulübergreifende Netzwerke zu knüpfen. Dabei sei einmal mehr deutlich geworden, dass BayernMentoring mehr ist als ein klassisches Förderprogramm. Es verbindet Hochschule, Wirtschaft, Absolventinnen und Studentinnen, stärkt den Wissenstransfer zwischen den Generationen und schafft langfristige Beziehungen, von denen sowohl die Studentinnen als auch Unternehmen und die Hochschule profitieren.
Insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in den MINT-Berufen gewinnt Mentoring zunehmend an Bedeutung. So können Programme wie das BayernMentoring Studentinnen den erfolgreichen Berufseinstieg erleichtern, ihre persönliche und fachliche Entwicklung stärken und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass qualifizierte Absolventinnen den MINT-Berufen langfristig erhalten bleiben. Gleichzeitig entstünden belastbare Netzwerke zwischen Hochschule und Praxis, die den Wissenstransfer fördern und die Attraktivität der THWS für Studieninteressierte, Unternehmen und Kooperationspartnerschaften weiter steigern.
Über BayernMentoring
Seit 20 Jahren begleitet das Programm MINT-Studentinnen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) beim Übergang vom Studium in das Berufsleben. Das hochschulübergreifende Förderprogramm wird an allen bayerischen Hochschulen angeboten und verbindet Studentinnen über einen Zeitraum von zwölf Monaten mit berufserfahrenen Mentorinnen aus ihrer jeweiligen Region. Im Jahr 2010 startete das Programm an der THWS mit 11 Tandems – derzeit gibt es 47. In diesem Jahr nehmen 82 Frauen am BayernMentoring-Programm teil. Ergänzt wird die individuelle Begleitung durch Workshops, Seminare und Netzwerktreffen, die Orientierung bieten, persönliche Kompetenzen stärken und wertvolle Kontakte in Wirtschaft und Wissenschaft ermöglichen.
20 Jahre BayernMentoring zeigen, dass erfolgreiche Frauenförderung dort entsteht, wo persönliche Begleitung, engagierte Vorbilder und institutionelle Unterstützung zusammenkommen. Für die THWS ist das Programm deshalb nicht nur ein bewährtes Gleichstellungsprojekt, sondern ein strategisches Instrument der Nachwuchs- und Fachkräftesicherung, der Talentförderung und Schärfung des Hochschulprofils.
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Projektverantwortliche BayernMentoring
Anne-Kerstin Bartsch
Ignaz-Schön-Straße 11
97421 Schweinfurt
anne-kerstin.bartsch@thws.de
Pressekontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Angela Kreipl
Münzstraße 12
97070 Würzburg
angela.kreipl@thws.de
0931 3511-8354
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