Digitale Infrastrukturen demokratisch gestalten
Wie können digitale Infrastrukturen so gestaltet werden, dass sie die Demokratie fördern statt gefährden? Ein internationales Forschungsvorhaben unter Leitung der Universität Oldenburg entwickelt neue Perspektiven und konkrete Alternativen.
Technische Infrastrukturen wie Cloud‑Plattformen, KI‑Chatbots oder Satellitennetze prägen unseren Alltag immer stärker. Welche Folgen diese Entwicklungen für demokratische Entscheidungsprozesse hat und wie sich digitale Infrastrukturen demokratischer gestalten lassen, ist Thema des Forschungsvorhabens „INFRADEM – Reconfiguring Digital Infrastructure as a Site of Democratic Transformation“ unter Leitung der Philosophin und Sozialtheoretikerin Prof. Dr. Anna-Verena Nosthoff von der Universität Oldenburg. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt in der Initiative „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ ab Januar 2027 für fünf Jahre mit insgesamt 1,4 Millionen Euro. Weitere Projektpartner sind die Universität Luxemburg, das Waag Futurelab in den Niederlanden, das Center für Monitoring, Analyse und Strategie gGmbH (CeMAS) in Berlin und die Universität Paderborn.
Der Fokus von INFRADEM liegt auf der Frage, wie digitale Infrastrukturen so gestaltet werden können, dass sie die Demokratie fördern statt gefährden. „Technologien bestimmen zunehmend, wie wir kommunizieren, uns organisieren und politisch handeln – häufig jedoch ohne demokratische Kontrolle“, erklärt Nosthoff, Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung an der Universität Oldenburg. Ziel der Projektpartner ist es, konkrete Alternativen zu den bisherigen intransparenten und zentralisierten Technologiemodellen zu entwickeln, die von wenigen privaten Akteuren gesteuert werden. Die Forschenden planen, Ideen für öffentliche digitale Werkzeuge zu entwerfen, Formate für Bürgerbeteiligung zu entwickeln sowie Handlungsempfehlungen für die Politik zu erarbeiten. Dabei verbinden sie Methoden aus der Philosophie, den Medienwissenschaften, den Rechtswissenschaften, der Kulturanalyse und der Demokratietheorie. Projektsprecherin Nosthoff betont: „Wir wollen herausfinden, wie sich digitale Infrastrukturen von Machtinstrumenten in demokratische Gestaltungsspielräume verwandeln lassen.“
Das Förderprogramm „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ unterstützt Vorhaben, in denen Forschende und außerwissenschaftliche Partner gemeinsam aktuelle Fragestellungen zu Transformationsprozessen von Demokratien bearbeiten, Szenarien und Handlungsempfehlungen entwickeln sowie aktiv zu ihrer Umsetzung beitragen.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Anna-Verena Nosthoff, E-Mail: anna-verena.nosthoff@uol.de
Weitere Informationen:
https://uol.de/philosophie
https://www.volkswagenstiftung.de/de/news/aktuelles/forschung-zu-demokratien-im-wandel-143-mio-euro-fuer-elf-transdisziplinaere-projekte
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