Helios Cluster Niedersachsen-Nord kooperiert mit der DGFG in der Gewebespende
Zum 1. Juli erweitert das Helios Cluster Niedersachsen-Nord sein Engagement für die Gewebespende und kooperiert mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG). Dazu gehört neben der postmortalen Spende von Augenhornhäuten, Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen und Weichteilgeweben (Sehnen und Bänder) auch die Lebend-Spende der Plazenta nach einem geplanten Kaiserschnitt zur Gewinnung der Amnionmembran. Das ist die innere Eihaut der Plazenta, die zur Behandlung schwerer Erkrankungen der Augenoberfläche und chronischen Wunden eingesetzt werden kann.
Mit der neuen Zusammenarbeit stärken vier Klinikstandorte die Versorgung mit dringend benötigten Gewebetransplantaten und setzen ihr langjähriges Engagement für transparente Aufklärung und die Förderung der Organ- und Gewebespende konsequent fort.
Seit Jahren engagieren sich die Kliniken des Helios Clusters Niedersachsen-Nord für eine transparente und ergebnisoffene Aufklärung zur Organ- und Gewebespende. Alle Standorte sind Entnahmekrankenhäuser für Organspenden und setzen sich aktiv dafür ein, Berührungsängste abzubauen – zuletzt auch rund um den Tag der Organspende, gemeinsam mit weiteren Organisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG).
Zum 1. Juli hat das Cluster dieses Engagement weiter ausgebaut: Die Helios Kliniken Gifhorn, Uelzen, Helmstedt und Nienburg sind nun Teil des Netzwerks der DGFG. Die Kliniken arbeiten dabei aktiv in der postmortalen Gewebespende mit der DGFG zusammen und begegnen so dem Mangel an humanem Spendergewebe. Darüber hinaus beteiligen sich die Standorte mit Geburtshilfe an der Amnionspende. Der Bedarf an Gewebetransplantaten – insbesondere an Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen – ist hoch. Gewebetransplantationen schenken Lebensqualität und stellen häufig die letzte verbleibende Therapieoption dar, etwa bei schweren Augenhornhauterkrankungen oder Herzklappenfehlern.
Künftig melden die beteiligten Kliniken potenzielle Spenderinnen und Spender an die DGFG und unterstützen sie bei der Gewinnung von Augenhornhäuten, Herzklappen, Blutgefäßen, Knochen, Sehnen, Bändern sowie Amnionmembranen. Voraussetzung für eine Gewebespende ist die Meldung potenzieller Spenderinnen und Spender. Allein 2025 bearbeitete die DGFG mehr als 62.000 Meldungen aus rund 330 Einrichtungen.
„Die Gewebespende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Nur wenn auch Kliniken potenzielle Spenderinnen und Spender melden, können Spendewünsche erfüllt und Patientinnen und Patienten mit einem Gewebetransplantat zu mehr Lebensqualität verholfen werden“, betont Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG.
Eine besondere Rolle nimmt die Amnionspende ein. Dabei handelt es sich um die Spende der dünnen inneren Eihaut der Plazenta nach einem geplanten Kaiserschnitt – einer Lebend-Gewebespende. Die Amnionmembran wird insbesondere in der Augenheilkunde zur Behandlung der Hornhautoberfläche eingesetzt, kommt aber auch bei schweren Wundheilungsstörungen oder als Hautersatz bei Verbrennungen zum Einsatz.
„Wir ermutigen alle Menschen, sich zu informieren. Nur wer gut informiert und transparent aufgeklärt ist, kann eine fundierte Entscheidung für sich und seine Angehörigen treffen. Wir erleben immer wieder, dass das Thema Gewebespende sehr emotional ist und viele zunächst davor zurückschrecken. Doch Aufklärung und Information sind der Schlüssel. Eine besondere Stellung nimmt dabei die Amnionspende ein: Der Spende geht kein Todesfall voraus, sondern genau das Gegenteil – die Geburt eines Kindes. Das macht sie zu einer ganz besonderen Form der Gewebespende“, sagt Henning Bolle, clusterübergreifender Transplantationsbeauftragter des Helios Clusters Niedersachsen-Nord.
Die Aufklärungsgespräche mit Angehörigen führt die DGFG neutral, umfassend und ergebnisoffen. „Ziel ist eine Entscheidung, mit der die Angehörigen auch Jahre später noch gut leben können“, erklärt Dr. Romy Richter, administrative Regionalleitung Nord und Gewebespendekoordinatorin der DGFG.
„Mit der Zusammenarbeit stärken wir unser Engagement für die medizinische Versorgung über unsere Kliniken hinaus. Die Gewebespende ist ein wichtiges und unterstützenswertes Angebot, das vielen Menschen neue Lebensqualität schenken kann. Wir freuen uns deshalb sehr über die Kooperation mit der DGFG“, sagt Matthias Hahn, Geschäftsführer des Helios Clusters Niedersachsen-Nord.
Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius und ist Europas führender privater Gesundheitsdienstleister mit rund 128.000 Mitarbeitenden. Zu Fresenius Helios gehören die Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 26 Millionen Menschen entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2024 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von mehr als 12,7 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über mehr als 80 Kliniken, rund 220 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit etwa 570 kassenärztlichen Sitzen, sechs Präventionszentren und 27 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 78.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 7,7 Milliarden Euro. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Quirónsalud betreibt 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 20 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 19 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von mehr als 5 Milliarden Euro.
Pressekontakt Helios Cluster Niedersachsen-Nord:
Silke Schomburg
Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: (05021) 9210-7011
E-Mail: silke.schomburg@Helios-gesundheit.de
Die gemeinnützige Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) fördert seit 1997 die Gewebespende und -transplantation in Deutschland. Von 1997 bis 2007 organisierte die DGFG noch als Tochtergesellschaft der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) – als sogenannte DSO-G – die Gewebespende. 2007 kam es mit Inkrafttreten des Gewebegesetztes zur räumlichen und rechtlichen Trennung von der DSO und zur Gründung der DGFG. Seitdem realisiert die DGFG eigenständig und unabhängig die Gewebespende. Die Basis bildet das freiwillige Engagement der Kliniken, die sich über die Jahre dem Netzwerk angeschlossen haben und der DGFG potentielle Gewebespenderinnen und -spender melden. Die DGFG vermittelt ihre Transplantate über eine zentrale Vermittlungsstelle mit einer bundesweiten Warteliste. Als unabhängige, gemeinnützige Gesellschaft wird die DGFG ausschließlich von öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens getragen: Gesellschafter sind das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, das Universitätsklinikum Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover, die Universitätsmedizin Rostock sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg.
Die DGFG ist in ihrer Aufbaustruktur, der Freiwilligkeit der Unterstützung durch die Netzwerkpartner:innen und ihrer Unabhängigkeit von privaten oder kommerziellen Interessen einzigartig in Deutschland. Gemeinsam mit den Helios Kliniken Schwerin hat die DGFG in 2006 die gemeinnützige Kornea- und Gewebebank Schwerin (HSN) gegründet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten (2006-2025) sind insgesamt 13.969 Augenhornhäute in der HSN bearbeitet worden. 10.138 Hornhauttransplantate konnten schließlich erfolgreich zur Transplantation vermittelt werden. Darüber hinaus wurden von 2008 bis 2025 aus mehr als 300 Plazenten 27.713 Amnionpräparate an Kliniken und Anwender:innen zur Wundversorgung, insbesondere in der Augenheilkunde, abgegeben. Die Kornea- und Gewebebank Schwerin gehört heute zu einer der führenden Augenhornhaut- und Amnionbanken in Deutschland und trägt wesentlich zur medizinischen Versorgung von Patient:innen bei.
Pressekontakt DGFG:
Kristin Kleinhoff
Leiterin der Unternehmenskommunikation
Telefon: 0170 200 76 00
E-Mail: kristin.kleinhoff@gewebenetzwerk.de
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https://www.helios-gesundheit.de/standorte-angebote/kliniken/mittelweser/news/2026/gemeinsam-stark-f-r-die-gewebespende--helios-und-dgfg-starten-zusammenarbeit/
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